Handel mit CO2-Zertifikaten kommt künftig teurer

Johanna Ruzicka, 25. November 2011, 17:23
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    foto: epa/waltraud grubitzsch

    Der bisher eher flaue Handel mit CO2-Zertifikaten sollte durch schärfere Regeln an Schwung gewinnen.

Unbeirrt hält die EU-Kommission am Treibhausgas-Emissionshandel fest. Schon im nächsten Jahr kommen Fluglinien dazu, und ab 2013 wird überhaupt alles strenger

Brüssel/Wien - Mit 11.000 Anlagen, die fünfzig Prozent der EU Treibhausgas-Emissionen derzeit umfassen, ist das EU-Emissionshandelssystem schon jetzt ein mächtiges Instrument, sagte Damien Meadows nicht ohne Stolz bei einer Brüsseler Klimaschutzkonferenz im Oktober. Meadows ist Head of International Carbon Market, Aviation and Maritime der EU-Kommission. Den 2005 gestarteten Handel mit Emissionszertifikaten hält er für den kostengünstigsten Weg, die Wirtschaft in eine "Low-Carbon-Economy" zu verwandeln.

Also wird schon ab nächstem Jahr ein Zahn zugelegt. Fluglinien werden in den Handel mit "Verschmutzungsrechten" aufgenommen. Besonders viel Neues wird es ab 2013 geben. Die großzügigen Gratiszuteilungen an CO2-Zertifikaten werden dann zu Ende gehen. Zu Ende geht auch die nationale Verteilung von Zertifikaten, bei denen, so die Experten, noch immer 90 Prozent aller Berechtigungen gratis sind.

Mehr als die Hälfte aller Emissionsberechtigungen müssen ab 2012 via Auktionen ersteigert werden, wobei auch die nationale Zuteilung zu Ende geht. 24 Mitgliedsstaaten - darunter auch Österreich - haben sich für eine gemeinsame Auktionsplattform entschieden.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Für die neuen acht Mitgliedsstaaten gelten weichere Regeln. Die Regierungen dieser Staaten können weiterhin Gratiszertifikate an die Energieerzeuger verteilen - mit der Auflage, dass sie den Vorteil dazu nutzen, um Produktion und Infrastruktur zu erneuern.

Doch zurück zu den Regeln für die alten EU-Mitglieder. Die Erlöse aus diesen Auktionen müssen zur Hälfte in die Bekämpfung des Klimawandels gehen. Bei den Erlösen aus den Zertifikaten für die Airlines muss alles dem Klimaschutz dienen.

Benchmarks regeln Vergabe

Genaue Regeln gibt es dazu, wer von den Firmen der alten EU-Mitglieder ab 2013 mit unentgeltlichen Zertifikaten bedacht werden soll. Dazu hat die Kommission 52 Branchen definiert (genannt "Benchmarks"). Diese Branchen sind verantwortlich für rund 80 Prozent aller industriellen Treibhausgasemissionen in der EU; die Firmen, die sie verursachen, müssen im internationalen Wettbewerb stehen ("Carbon Leakage"). Damit diese Firmen nicht abwandern, gleichzeitig aber in emissionsmindernde Technologien investieren, werden den klimaschonendsten Produzenten weiterhin Gratiszertifikate zugestanden - allerdings mit abnehmender Tendenz. Jährlich vergibt die Kommission 1,74 Prozent weniger Verschmutzungsrechte. Erwartet wird, dass es aufgrund all dieser Daumenschrauben zu Strompreiserhöhungen um 15 bis 20 Prozent kommen wird. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27. November 2011)

Gert Bachmann
 
11
28.11.2011, 21:33
Ablasszahlung wie im Mittelalter

Nichts anderes sind carbon credits, also ein Freibrief zum indirekten Mord an armen Ländern durch Lebensgrundlagenentzug per Klimaverschlechterung

und darauf ist der Parasit Meadows stolz?

Solemnly Soliloquising Somnambulist
11
28.11.2011, 21:20
ein unglaublicher betrug

politisch verfolgt
11
28.11.2011, 18:25
wir werden es erst in einigen jahren erfahren

aber ich bin jetzt schon gespannt darauf, wer da dahintersteckt und mit diesem schmäh milliarden abzockt.

UNBEQUEM
22
28.11.2011, 11:34
Wenn die Industrie zusperrt und nicht bezahlt...was dann???

Ich frag mich immer wieso hier nicht mal die Insdustrie die Muskeln spielen läßt?
Ob aber die jetzige "Kriese" nicht eh schon eine Gegensteuerung gegen den Politwahnsinn aus Brüssel ist.
Die Erde wirds seit der letzten Eiszeit wärmer, jetzt halt ein bisserl schneller...tatsache ist, dass sie auch ohne Industie und CO2 Ökoschmäh wärmer geworden ist und werden wird!
Wer verdient am Emissionshandel nur der hält an diesem Scheingeschäft fest!
Jeder zahlt nur Geld ich habe nicht gehört, dass Wüsten begrünt werden und Urwälder aufgeforstet werden.
Das wäre dann ökologisch...derzeit findet aber nur ökonomische Abzocke statt..!!!

Apocalypse
00
28.11.2011, 22:53

Wieso wünschen sie sich das die Industrie entgegensteuert?
1.) haben wir garkeine Rohstoffe und müssen sowieso grüner produzieren
2.) geht einher mit der Verbrennung von fossilen Rohstoffen auch noch viel anderer Dreck
3.) diese Rohstoffe kaufen wir im Ausland ein und verringern dadurch die Wertschöpfung im eigenen Land
4.) Ist der Industrie sicher lieber es gibt bald Strafzölle auf importierte Waren aus Umweltdumpingländern.
5.) Als Ablasshandel kann die Industrie gerne auch Umweltprojekte im Ausland durchführen und sich hier anrechnen lassen - hilft allen.

UNBEQUEM
00
29.11.2011, 09:23
Kein Ablasshandel der macht ja nicht besser!

Weil ich gegen den Ablasshandel bin!

chaote2
 
11
26.11.2011, 11:12
zertiikate

kein PROBLEM für die Eu-Staaten wenn die Firmen abwandern. Importieren wir halt noch mehr aus Indien und China weil dort gibts keine CO2 Behinderung. Wers dann kaufen soll wenn keine ARBEITSPLÄTZE und damit kein Einkommen für viele vorhanden ist`? Genau das ist die Treffsicherheit !!!!
Wenn keiner was kaufen kann wird weniger produziert auch im diesen Ländern und dadurch weniger CO2 auch dort.
Genial diese EU-Bürokraten.
Entweden hohe Strafzölle auf Waren dieser Länder oder
CO2 Zertifikatshandel abblasen.

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