Was ist das Geheimnis der MA 35?

26. November 2011, 17:42

Es war naiv, das EU-Prinzip Niederlassungsfreiheit einfach ernst zu nehmen - Von Thomas Stangl

Noch ahnen sie nicht, dass sich hier am Eingang zur MA 35 das Tor zu einer dunkleren Welt auftut.

***

Ich erzähle eine ganz undramatische Geschichte. Im Jänner 2010 zieht eine hochschwangere junge Frau aus Deutschland zu ihrem Freund (mir) nach Wien. Natürlich ist der Umzug mit lästigen bürokratischen Formalitäten verbunden, aber gleich ist zu merken, dass all das wie im Flug zu erledigen ist: Die Service-orientierte Bürokratie dieser Tage hat nichts mehr mit den finsteren Amtsstuben und dem quälend langsamen Umschnappen der Wartenummern von früher zu tun; alle Behörden sind mehr oder weniger in Gehweite, es gibt Wartezeiten von kaum zehn Minuten, ob bei der Sozialversicherung, auf dem Finanzamt, bei der Meldebehörde oder später, als das Kind geboren ist, auf dem Standesamt; man klopft an eine Tür, wird in einem hellen Zimmer von einem freundlichen Beamten empfangen und geht wenige Minuten später mit dem gewünschten Dokument wieder hinaus.

Zufällig bekommt die junge Frau bei einem Besuch eines Eltern-Kind-Zentrums (der MA 11) mit, dass sie, nicht nur, um das Babywäschepaket der Stadt Wien zu bekommen, sondern um überhaupt hier leben zu dürfen, noch eine weitere amtliche Bestätigung braucht, nämlich eine Aufenthaltsbewilligung (Anmeldebescheinigung) der MA 35. Gut, es war naiv gewesen, das EU-Prinzip Niederlassungsfreiheit einfach ernst zu nehmen. Noch ahnen sie nicht, dass sich hier das Tor zu einer anderen, dunkleren Welt auftut.

Die MA 35, Fachbereich Einwanderung ist nicht in Gehweite. Für sie wurde ein Standort gewählt, für den man mit öffentlichen Verkehrsmittel aus fast allen Teilen Wiens mit etwa einer Stunde Anfahrtszeit zu rechnen hat, ein Neubau in der Dresdner Straße, weitab einer U-Bahn Station.

Ende Jänner, bei Minusgraden und eisigem Wind, stapfen die im neunten Monat schwangere Frau und ihr Wiener Freund (ich) die Dresdner Straße entlang, auf der Suche nach dem Haus Nummer 93, vorbei an Wohnblöcken mit verwaisten Balkonen und den Backsteingebäuden alter Fabriken, vorbei am Patentamt, der Buchhaltungsagentur des Bundes und, schon in dem endlos scheinenden siebenstöckigen Büroneubau, in dem sich am äußersten Ende die Zentrale der MA 35 finden wird, Firmen, die sich Seven Rabbits oder Eurotax Glass: Automatic Business Intelligence nennen.

Am Eingang hängt ein kleines Schild, mit einem Pfeil, der einen wieder zu einem anderen Eingangstor zurückführt, und der (einsprachigen) Aufschrift MA 35, Willkommen in Wien. Hinter den Lamellen der Erdgeschoßfenster verbirgt sich eine große Halle, durch die, wie auf Flughäfen, eine Absperrung gezogen ist, mittels derer die Wartenden im Zickzack durch den Raum gelotst werden. Man kommt in dieser Schlange recht schnell voran, bekommt an den Schaltern aber nur eine Nummer und den Hinweis, in welchem Stockwerk und Zimmer man seinen Fall behandeln zu lassen hat. Ein erstes Hinweisschild warnt, dass die Reihenfolge der Nummern nicht mit der Reihenfolge der Aufrufe übereinstimmt.

Beinah automatisch wird man zu den Aufzügen geschleust, die sich, sobald sie restlos vollgestopft sind, ins fünfte und sechste Stockwerk aufmachen. Die Privilegierten, Bürger der Europäischen Union, dürfen im fünften Stockwerk aussteigen. Die schwangere junge Frau und ihr Freund (ich) sind Privilegierte unter den Privilegierten, deutschsprachig, akademisch gebildet: Sie wissen, dass es ungerecht zugeht und dass sie zu denen gehören, die Glück gehabt haben und auf ihre Rechte vertrauen können; sie sind nicht stolz darauf und sie finden das nicht in Ordnung, aber sie sind nicht so naiv, das nicht zu wissen: Bald werden sie sich fragen, welcher Willkür Menschen mit der falschen Staatsbürgerschaft, den falschen Sprachkenntnissen und der falschen Hautfarbe ausgesetzt sein müssen.

Im fünften Stockwerk findet man sich in einem vollgestopften Raum wieder, langsam lernt man, in den Menschentrauben verschiedene Warteschlangen zu unterscheiden, die dem Eingang nächste ist bloß vor dem Kopiergerät angestellt; noch an das Tempo anderer Behörden gewohnt, kann man vor dieser Schlange nervös werden: Würde man hier so lange warten müssen, dass man den Aufruf in die Amtsstube versäumte? Und wenn es bei dieser Anmeldebescheinigung auch nur um eine Formalität gehen kann - da es bei der MA35 im Gegensatz zu allen anderen Behörden auch unmöglich ist, im Voraus herauszufinden, welche Dokumente in Original und/oder Kopie vorzulegen sind, will die hochschwangere Frau zur Sicherheit doch noch einige weitere Zeugnisse, Honorarnoten, Stipendiennachweise, Sparbücher, Verträge, Versicherungskarten, Meldescheine und wer weiß was noch alles kopieren, die sie zu Hause noch formlos mitnehmen zu können gehofft hatte.

Im Warteraum warnt ein weiteres Hinweisschild, dass die Reihenfolge der Nummern nicht unbedingt mit der Reihenfolge der Aufrufe übereinstimmt. Auf einer elektronischen Anzeige werden die drei nächsten an die Reihe kommenden Nummern und das ihnen zugeteilte Zimmer angezeigt; dreistellige Zahlen, die teils um mehrere Zehnerstellen auseinanderliegen. Immerhin kann eine Schwangere mit einem Sitzplatz rechnen. In einem Seitengang neben den Türen zu den Büros sind einige Reihen Plastikstühle aufgestellt; wie in einem kleinen Kino sitzen dort die Einwanderungswilligen eng aneinandergeschlichtet, starren auf die Nummern, die in der elektronischen Anzeige wechseln. Man versucht einen Rhythmus herauszufinden. 087, 088, 089, dann 126, 127, 129. Dann 091, 092, 093. Nach einer halben Stunde nähert sich die Serie der der schwangeren Frau zugeteilten Nummer; bricht aber zwei Nummern davor wieder ab, um fünf Nummern weiter wieder einzusetzen. Eine ganz neue Serie beginnt. Schweißausbrüche setzen ein.

Langsam beginnen sich die Reihen zu lichten, draußen wird es dunkel. Das Spiel der Nummern geht weiter. Nach eineinhalb Stunden und knapp vor Amtsschluss klopft der Freund der Frau unaufgerufen an die Tür der zugeteilten Amtsstube, um sich zu beschweren. Eine Beamtin an einem Schreibtisch im Vordergrund bedauert, ein Typ von einem Schreibtisch im Hintergrund bellt hämisch hervor, das sei eben so, man solle sich gefälligst an die Regeln halten. Der Freund der Frau, an sich der leiseste Mensch der Welt, wirft grußlos die Tür hinter sich zu. Gleich darauf wird die Nummer der schwangeren Frau aufgerufen (nicht angezeigt) und zum relativen Glück erweist sich die Beamtin vom Schreibtisch im Vordergrund als zuständig.

Sie versteht es gut, die Befürchtung zu wecken, dass selbst in einem Fall wie diesem eine Ausweisung denkbar, ja, beinahe unvermeidlich ist, angesichts der dürftigen Dokumente, die die Antragstellerin vorlegt. Vor allem die Einkommensnachweise freiberuflich Tätiger scheinen von vornherein irrelevant. Eine im letzten Moment angefertigte Kopie über ein Sparbuch bringt, nachdem man auf Gänge zurück zum Kopiergerät geschickt wurde, mit einigen Auflagen (die später nie mehr eine Rolle spielen) den Umschwung. Vermutlich hätte bei anderen Beamten ein anderes Dokument die Entscheidung in diese oder jene Richtung gebracht, schließlich wird man in der Folge auch je nach Beamten eine immer andere Auskunft über Formulare, Verfahren, Gebühren, Termine, Fristen, Verläufe bekommen.

Die heimtückische kleine Parallelwelt der MA 35 lässt jemanden, der in ihre Fänge geraten ist, nicht so schnell wieder los; eine Anmeldebescheinigung kann nicht einfach ausgestellt oder zugeschickt werden, man hat sie nach Wochen persönlich abzuholen; das neugeborene Kind braucht eine eigene Anmeldebescheinigung (Aufenthaltsgenehmigung); diese Anmeldebescheinigung hat persönlich abgeholt zu werden; bei jedem Besuch erhält man eine Nummer; die Eltern sind dem Kind dankbar, wenn es im Wartezimmer zu brüllen beginnt, dankbarer, wenn es in der Amtsstube zu brüllen beginnt. 135, 136, 189, 212, 137, 190. Jedes Mal hat die Mutter des Kindes ihren Reisepass vorzulegen sowie eine Kopie dieses Reisepasses; jedes Mal hat der Reisepass vergebührt zu werden, oder jemand versucht eine halbe Stunde im Akt den Beleg zu finden, dass der Reisepass bereits vergebührt wurde.

Nach mehr als einem Jahr hat man all das beinah wieder vergessen, denn es ist, wie gesagt, eine undramatische Geschichte; eine Geschichte, die sie Bekannten zum amüsierten Kopfschütteln erzählen können, es ist nichts Schlimmes passiert. Aber diese Geschichte zeigt, wo für die Behördenwelt dieser sozialdemokratisch regierten Stadt die Grenze zwischen Bürgern mit ihren Rechten und unerwünschten, einer bizarren Willkür ausgelieferten Bittstellern verläuft: strikt nach Staatsbürgerschaft. Die Behörde zeigt jedem Einwanderungswilligen: Wir wollen dich hier nicht haben, und nur wenn es gar nicht anders geht, lassen wir dich hier leben. (Sie könnte auch sagen: Wir freuen uns, dass du hier leben willst, und hoffen, dass du die notwendigen Voraussetzungen erfüllst.)

Ich vermute, es liegt gar keine böse Absicht hinter der Einrichtung dieser Behörde; ich vermute, dass es gar keiner bösen Absichten bedarf und solche Behörden wie von selbst aus den Planungen hervorgehen; so tief ist die xenophobe Demagogie, die seit fünfundzwanzig Jahren die öffentliche Diskussion in diesem Land bestimmt, ins Denken eingedrungen. Ich will mir nicht erst vorstellen, wie eine MA 35 aussähe, wenn die Demagogen selbst mit absichtsvoller Bösartigkeit an die Einrichtung von Behörden für unerwünschtes Menschenmaterial gehen dürften. (Thomas Stangl, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 26./27. November 2011)

Thomas Stangl, geb. 1961 in Wien, studierte Philosophie und Spanisch. Am Sonntag wird ihm der Erich-Fried-Preis 2011 verliehen. Zuletzt erschien "Was kommt" (Droschl, 2009).

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tatianabokhiyeva
00
MA 35 Steuergeldverschwendung in manchen Fällen!

Hallo! Ich möchte hier noch einiges hinzufügen:
warum muss man für die hier geborenen Kinder immer den Aufenthaltstitel jedes Jahr verlängern lassen, wenn man selbst ein unbefristetes Visum hat und der Vater ein Österreicher ist??? Wollen sie mir damit sagen, dass die Kinder (2 Jahre alt), wenn ich für sie nicht verlängere, des Landes ausgewiesen werden??? Dieser Behördenaufwand ist ein absoluter Unsinn!!! Die wollen wohl alle solche Paare verheiraten lassen? damit die Ordnung endlich herrscht??!! Ich bin doch nicht allein mit so einem Fall. Kann man nicht gleich bei der Geburt mind. 5 Jahre Aufenthalt geben? Ich verstehe, dass man das Geld dafür kassiert, aber ich bin bereit, jedes Jahr das zu bezahlen, nur nicht hingehen

Von sehr weit her...
00
Wartezeit

Der Artikel spricht mir aus der Seele: Diese Bürokratie ist der Ausdruck tiefsten Fremdenhasses. Die dort Arbeitenden sind Marionetten einer völlig verfehlten Politik, die nur das Verhindern von Lebensglück und des friedlichen Zusammenlebens von Menschen, die einander lieben, als Ziel sieht. Purer Sadismus!
Hat man schließlich die Hürden bewältigt, heißt es warten: Die Wartezeit auf einen Aufenthaltstitel beträgt derzeit drei Monate!!!!

BirdFlewBy
00
28.1.2012, 20:09

Während des Studiums in Wien als eine nicht EU Staatsbürgerin haben mich die Beamten mit der Xenophobie immer zum Weinen gemacht. Die denken das alle Ausländer dumm und ungebildet sind. Einfach traurig für Österreich wenn die Menschen immer als "not welcome" behandelt werden.

anarch
00
13.1.2012, 11:17
Sie waren wirklich dort!

Der Bericht hätte von mir sein können, deckt er sich doch zu nahe 100% mit einer Erfahrung dort. Die MA35 ist eine Schande für Wien und Österreich!!!
Danke für diesen Bericht!

doublesix
00
27.12.2011, 16:14
Die Welt der Ämter

vor ca. 2 Monaten war ich selber dort - bißchen unübersichtlich und hektisch alles, und bei der Anmeldung im Erdgeschoss hat man uns erst mal den falschen Anmeldebogen gegeben; aber im 5. Stock (ja, auch ich EU-Bürger) hat eine sehr nette, hörbar NICHT in Österreich aufgewachsene Dame Anmeldezettel in ca. 8 Sprachen verteilt und freundlich Auskunft erteilt. Man bemüht sich dort sehr um Hilfsbereitschaft. Trotzdem. Ein bißchen skurril war's schon, es werden 3-4 Nummern aufgerufen, man geht durch eine Tür - in einen weiteren Gang, wo man wieder in einer Schlange steht... Und an jeder Wand hängen Anweisungen, welche Dokumente man zu bringen habe. An jeder Wand andere. Und ich muß zugeben: ich war froh, Deutsch als Muttersprache zu haben.

Edward NORTON
01
18.12.2011, 14:45
Man kann Missstände auch zerreden.

Das scheint hier demonstrativ gelungen zu sein.

Kremser
01
1.12.2011, 08:37
Manchmal sind´s schon komisch!

Da wollte doch ein junger Mann die Vaterschaft zu seinem noch nicht geborenen Kind anerkennen! Frechheit aber auch, sowas zu wollen!
Haben sie noch nie gehört, die dortigen BeamtInnen, sagen sie. Wie wärs mit googeln? Unter help.gv.at findet man zumindest dass es das wirklich gibt!

Hafniumcarbid
20
30.11.2011, 14:54
Was ist nun GENAU das Problem?

Der Autor beklagt, dass
- dieses Amt nicht unmittelbar neben der U-Bahn liegt
- das Schild an der Tür auf Deutsch geschrieben ist
- er länger warten hat müssen, da seiner Schilderung nach dort viel Betrieb war.
Und nun?
Ich mein, der Autor scheint noch nie in einem Land abseits der üblichen Touristen-Trampelpfade gewesen zu sein, wenn er den beschriebenen Vorgang schon als Zumutung bezeichnet.

Life Observer
22
30.11.2011, 21:40
zitat:

Die schwangere junge Frau und ihr Freund (ich) sind Privilegierte unter den Privilegierten, deutschsprachig, akademisch gebildet: Sie wissen, dass es ungerecht zugeht und dass sie zu denen gehören, die Glück gehabt haben und auf ihre Rechte vertrauen können; sie sind nicht stolz darauf und sie finden das nicht in Ordnung, aber sie sind nicht so naiv, das nicht zu wissen: Bald werden sie sich fragen, welcher Willkür Menschen mit der falschen Staatsbürgerschaft, den falschen Sprachkenntnissen und der falschen Hautfarbe ausgesetzt sein müssen.......UM DAS GEHTS VOR ALLEM! Schade, dass der Autor viel bla bla bla drumherum schreibt, denn DAS ist der springende Punkt (siehe Zitat)

Hafniumcarbid
00
1.12.2011, 09:22
Ja und?

Ich mein, wenn ich mich in einem Land niederlasse, muss ich mich an die Spielregeln dort halten. Das fängt bei der Grenzabfertigung an und geht dann mit Melde- und sonstigen Ämtern weiter. Alles schon zur Genüge erlebt - da muß man halt durch. Ist aber für jeden gleich. Oder glaubt der Autor, dass die Leute in diesem Amt nach Hautfarbe gereiht werden, wenn er von "Willkür" spricht?

Herr und Frau Österreicher
 
00
12.12.2011, 14:44

Und man darf sich wundern und ärgern, dass man als EU Bürger so behandelt wird? Und man darf es nicht wagen, darüber zu spekulieren, wie es erst Nicht-EU Bürgern ergehen muss???

Alles ist wie's ist, weil's gottgewollt ist?

Hafniumcarbid
00
12.12.2011, 15:15
Und WIE wird man denn nun genau behandelt?

Ich meine, wenn das Amt stark frequentiert ist und Wartezeiten auftreten, was ist da jetzt das große Problem dran? Oder ists doch die Lage - satte 500m von der nächsten U-Bahn entfernt? Was verstehst du nun unter "so behandelt werden"?

ama2deus
02
30.11.2011, 11:24
wiener ubahn-fetischismus

alles, was nicht direkt an einem ubahn-ausgang liegt ist am ende der welt....

die MA 35 in der dresdner straße ist ca. 5 gehminuten von der sbahn-station traisengassen entfernt, und liegt darüber hinaus direkt an der STRAB-linie 2!

alleine die sbahn verkehrt zwischen 6 und 22 uhr zumeist alle 5-6 minuten, zwischen 8 und 18 uhr sogar oft öfter als eine ubahn!

darüber hinaus wird das gebiet um die traisengasse nach der vollständigen bebauung der alten nordbahnhofs- und der jetzigen nordwestbahnhofsgelände mitten im dicht verbauten gebiet liegen, und es wird dann natürlich auch der öffentliche verkehr besser ausgebaut sein als es jetzt der fall ist.

Life Observer
01
30.11.2011, 12:07
ich denke,

dass das nicht vorhandene Verkehrsanbindungsproblem schon genug besprochen wurde. Gefühlte Tausend Personen haben zum ersten Teil des Artikels gepostet, und nur wenige zum zweiten, wirklich wichtigen Teil...schon komisch was Menschen lesen UND verstehen möchten...

ama2deus
01
30.11.2011, 14:13
mea culpa

ich lese zwar den artikel bevor ich poste, aber man kann mir - vor allem bei 4 seiten diskussion - nicht abverlangen dass ich alle postings vorher durchlese, bevor ich mich dazu äußere.

den artikel selbst habe ich gelesen "UND" verstanden und bin auch der meinung, dass der zweite teil für die gesellschaft mehr relevanz hat, das hindert mich aber nicht daran mich auch zum ersten teil zu äußern, vor allem wenn in den aktuellsten postings schon genug dazu gesagt wurde.

Franz Bim
 
00
29.11.2011, 12:48
Fehlender Lizenzhinweis OpenStreetMap

So eine Frechheit! Da wird Kartenmaterial von der OpenStreetMap verwendet und dann steht als Quelle "Foto: wien.at"

Das ist nicht lizenzkonform!

peter kadlec
53
28.11.2011, 16:09
Zufällig bekommt die junge Frau bei einem Besuch eines Eltern-Kind-Zentrums (der MA 11) mit, dass sie, nicht nur, um das Babywäschepaket der Stadt Wien zu bekommen, sondern um überhaupt hier leben zu dürfen, noch eine weitere amtliche Bestätigung bra

Zufällig? Haben die deutschen kein internet, in dem sie sich informieren könnten, was im falle einer niederlassung in österreich zu tun ist? übrigens: diese behörde ist in unmittelbarer nähe einer ubahnstation...

Herr und Frau Österreicher
 
00
12.12.2011, 14:46

Hat man als EU Bürger nicht das Wissen, dass es "Niederlassungsfreiheit" gibt? steht im Artikel!

asta nielsen
23
28.11.2011, 16:03
Die MA 35, Fachbereich Einwanderung ist nicht in Gehweite. Für sie wurde ein Standort gewählt, für den man mit öffentlichen Verkehrsmittel aus fast allen Teilen Wiens mit etwa einer Stunde Anfahrtszeit zu rechnen hat, ein Neubau in der Dresdner Straß

Was soll der Quatsch? Es gibt eine U-Bahnhaltestelle Dresdner Straße, es gibt in unmittelbarer Nähe die Straßenbahnlinie 2 und es gibt die Schnellbahnstation Traisengasse. Alles innerhalb von 2 bis 3 Minuten zu erreichen. Das wird ja wohl auch unseren deutschen Einwanderinnen zumutbar sein.

elisawonderwhy
32
28.11.2011, 15:21
Wieso eigentlich nur die MA 35? Service-orientierte Bürokratie?

Ich bin froh, dass jemand über die Zustände in der MA35 berichtet. Es ist völlig jenseitig was dort vor sich geht. Allerdings muss ich darauf bestehen: der 20te ist nicht das Ende der Welt und 5min per pedes zur U6 nicht weit und breit. Was ich aber nicht verstehen kann ist wieso andere Ämter aus diesem Vorwurf ausgenommen werden? Letztlich ist es das Netzwerk der Bürokratie in dem man sich leicht verfängt und nicht eine einzelne Behörde. Zumindest bei der Anmeldung meiner Tochter (die Deutsche ist) war das Finanz- und Standesamt eine grössere Hürde als die MA35. Man kann wahrscheinlich auf jeder Behörde einen hilfsbereiten Beamten ohne Minderwertigkeitskomplex finden, aber spätestens bei der nächsten trifft man totsicher auf einen Sadisten

froilein froilein
00
28.1.2012, 20:58

äh? standesamt verlangt meist alles, was sich in dokumentenmappen so ansammelt.
aber wie kann es schwer sein, sich am finanzamt anzumelden? das geht doch sogar online. wenn hier der hws ist, dann ist das finanzamt hier zuständig. etwas anderes interessiert die doch gar nicht.

elisawonderwhy
00
29.1.2012, 13:32

Ich habe ja auch geschrieben, dass es eine Hürde war und nicht dass es ein Problem war sich anzumelden. Die Hürde war die Familienbeihilfe zu bekommen. Wir wurden mit sich widersprechenden Informationen versorgt welche Dokumente benötigt werden und welche nicht und Anträge wurden teilweise dreimal geschickt bevor sie bearbeitet wurden. Zum Standesamt kann ich nur sagen, dass wir mit einer völlig inkompetenten Beamtin konfrontiert waren, die unfreundlich bis bevormundent war und sich selbst ganz offensichtlich nicht in ihrer Materie ausgekannt hat. Alles klar?

bluebeard's 8th wife.
44
28.11.2011, 14:48
was soll mit der herzerreißenden schilderung von mann und schwangerer frau evoziert werden,die frierend an unwirtlichen häuserfronten entlang irren, um sich einer ungefragt-boshaften bürokratie auszuliefern?

moderne herbergssuche? zeitgemäße adventstory?

für alle, die diese abenteuer noch vor sich haben, möchte ich ein paar tipps geben: fahren sie nicht mit der straßenbahn, sondern mit der schnellbahn in die dresdner straße. wenn sie nicht sicher sind, wie sie hinkommen, ziehen sie einen stadtplan zu rate (z.b. auf wien.gv.at). informieren sie sich vorab über die voraussetzungen für den daueraufenthalt in ö (tipp: aufenthalt ist was anderes als niederlassung). wenn sie im amt sind, versuchen sie, sich während der wartezeit für 2 minuten in den sachbearbeiter hinienzufühlen - vielleicht dämmt das ihre wehleidigkeit ein wenig ein.

Markus Finster
53
28.11.2011, 14:32
(Sie könnte auch sagen: Wir freuen uns, dass du hier leben willst, und hoffen, dass du die notwendigen Voraussetzungen erfüllst.)

Dieser Satz fasst den ganzen Umgang mit Einwanderern hervorragend zusammen.
Von Anfang an gibt man den Menschen das Gefühl, dass sie nicht willkommen sind.
Und dann herrscht große Verwunderung, dass sich manche Einwanderer nicht als Österreicher sehen wollen.

Zur Integration brauchts halt beide Seiten.

haruki222
01
18.12.2011, 12:28

Vielleicht sollten Sie mal mit MigrantInnen sprechen, die zumindest einen Pflichtschulabschluss haben. Alles darunter hat es in jedem Land der Welt - auch im Mutterland - sehr schwer, da man intellektuell oft nicht in der Lage ist, bürokratische Angelegenheiten ohne größere Schwierigkeiten zu erledigen.

Ist nicht böse gemeint, einfach nur eine Tatsachenfeststellung, und gilt natürlich genauso für Behördenwege von ÖsterreicherInnen in Österreich.

Kenne eine große Anzahl von MigrantInnen, die sich sehr wohl in Österreich fühlen und überhaupt keine Schwierigkeiten hier gehabt haben. Auch dann, wenn sie keine EU-BürgerInnen sind.

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