Bürgerbeteiligung hoch bei Klimaschutzfragen

25. November 2011, 17:24
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Projekt mit einem innovativen CO2-Rechner

Wien - In drei EU-Regionen, nämlich in Spanien, Deutschland und Österreich, wird derzeit getestet, ob und wie das Interesse am Klimaschutz beim Bürger gehoben werden kann. Und ob der Bürger angesichts von mehr Information bereit ist, treibhausgassparende Verhaltensänderungen vorzunehmen.

Ja, sie sind bereit dazu, erläutert Georg Aichholzer, Projektleiter Österreich bei der Akademie der Wissenschaften, nach etwa einem Jahr Projektlaufzeit. Erste Berechnungen des zwei Jahre dauernden Projekts auf Initiative der Euro-pean Science Foundation zeigen nämlich, dass es zu einem geringeren "ökologischen Fußabdruck" der Teilnehmer kommt, also dass sie versuchen, Handlungen zu vermeiden, die besonders kohlendioxidintensiv sind.

Aichholzer führt dies unter anderem darauf zurück, dass der CO2-Rechner, mit dem die Bürger im Rahmen des Projekts arbeiten, mehr Angebote hat als gewöhnliche CO2-Rechner im Internet (siehe Webtipp). Während ein gängiger CO2-Rechner nur eine Momentaufnahme liefert, ist es aufgrund der Datenbank, die hinter der deutschen Webentwicklung steht, möglich, individuelle CO2-Bilanzen zu erstellen, und zwar mit direktem Feedback zu Verhaltensauswirkungen über längere Zeit hinweg und mit verschiedenen Vergleichsmöglichkeiten.

In Österreich machen Bregenz und das Mariazeller Land mit. Das Projekt wird vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) mit 280.000 Euro drei Jahre unterstützt. Für Menschen, die ohne Internet-Anschluss sind, werden die Daten telefonisch abgefragt; die Auswertungen kommen mit der Post. Beim Mitmachen sind Offliner wesentlich beständiger mit dabei als Onliner, hat Aichholzer beobachtet. (ruz/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27. November 2011)

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