Austro-ukrainische Sandwichkultur

27. November 2011, 16:38
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Die ukrainische Fluggesellschaft UIA vertraut in Sachen Bordverpflegung auf Backaldrin

Backaldrin ist eine österreichische Firma, die weltweit dafür sorgt, dass Bäcker sich immer weniger um ihre Teige kümmern müssen und dennoch irgendwie an Brot erinnernde Produkte in ihre rustikal ausstaffierten Aufbackshops legen können. Während in Österreich nur Branchenkenner den Namen kennen (im Gegensatz zum Kornspitz, der wohl berühmtesten Backaldrin-Entwicklung) ist er in der Ukraine eine gut etablierte Marke.

Auch die ukrainische Fluggesellschaft UIA vertraut in Sachen Bordverpflegung auf Backaldrin. Der Schriftzug prangt unübersehbar auf den Papiersackerln, die, gefüllt mit einem frappant an Hartgummi erinnernden lauwarmen und mit einer undefinierbaren Fettfüllung (Analogkäse?) versehenen Laberl, an die Passagiere ausgegeben werden. Am faszinierendsten aber ist der auf Ukrainisch und Englisch verfasste Begleittext, in dem UIA und Backaldrin versichern, dass das Laberl geeignet ist, "Ihren Körper mit Mikro- und Makro-Elementen sowie Zellulose anzureichern".

Wem das allein noch nicht beunruhigend genug erscheint, der wird ein paar Zeilen weiter darüber informiert, dass "dank des perfekten Rezeptes das Sandwich keinerlei negativen Effekt auf Ihren Körper" haben werde. In einem Land, dessen einstiger Präsident Juschtschenko bekanntlich noch heute an den Folgen einer unbedachten Mahlzeit laboriert, kann das kein Zufall sein. (Severin Corti, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.11.2011)

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