Verhütung

Jugendliche setzen auf Pille und Kondom

Ursula Schersch, 25. November 2011, 14:58
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    foto: apa/jörg lange

    Vergessen, kein Rezept mehr zu Hause, Erbrechen oder Durchfall: Bei der Pille ist vor allem die tägliche Einnahme ein Problem.

Jugendliche greifen in Sachen Verhütung zu Altbewährtem - Neuere Mittel wie Hormonpflaster und Verhütungsring sind wenig bekannt

Der Umgang mit Verhütungsmitteln unter Jugendlichen war noch nie so gut wie heute. In der Vielfalt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch wenig getan: Immer noch sind Kondom und Pille Spitzenreiter im Ranking der beliebtesten Verhütungsmethoden. Methoden wie Hormonpflaster oder Verhütungsring sind vielen Jugendlichen nicht bekannt. Dieses Wissensdefizit will die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) jetzt mithilfe einer neuen Initiative beseitigen.

Verhütung, altbewährt

Bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen verhüten knapp drei Viertel der Jugendlichen mit einem Kondom. "Sobald Mädchen in einer fixen Beziehung sind, steigen aber viele auf die Pille um", betonte Sexualpädagogin Sabine Ziegelwanger bei einem Pressegespräch zum Thema "Vielfalt der Verhütung" in Wien. Aber gerade im Umgang mit den hormonellen Verhütungsmitteln herrscht oft Unsicherheit. "Was die Hormone im Körper anstellen, um eine Schwangerschaft zu verhindern, ist vielen Jugendlichen - leider aber auch vielen erwachsenen Frauen und Männern - nicht bekannt", kritisierte Ziegelwanger. Dies sei insofern gefährlich, weil Mädchen und Burschen dann oft im Falle einer Verhütungspanne nicht wissen, was zu tun ist.

Ein Grund für die Beliebtheit von Kondom und Pille, ist neben der Verfügbarkeit und scheinbar einfachen Anwendung auch der Kostenfaktor. Während das Kondom relativ günstig ist und auch die Pille mit rund zehn Euro monatlich zu den günstigeren Verhütungsmitteln zählt, sind das Hormonpflaster (ca. 18 Euro/Monat) und der Verhütungsring (ca. 20 Euro/Monat) wesentlich teurer. Spirale und Hormonstäbchen (Implanon) halten insbesondere Jugendliche durch die hohen Einmalkosten fern.

Sichere Langzeitmethoden

"Langzeitmethoden der Verhütung wie Hormonspirale oder Implanon sind aufgrund der geringen Anwendungsproblematik am effizientesten", betonte Christian Egartner, von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien. Korrekt angewendet gehört zwar die bei Frauen beliebte Pille ebenfalls zu den sichersten Verhütungsmitteln, ohne eine gewisse Disziplin und Regelmäßigkeit im Tagesablauf ist eine richtige Anwendung der Pille aber kaum machbar. Die Gründe für ungewollte Schwangerschaften bei Verhütung mittels Pille liegen vor allem in der Problematik der täglichen Einnahme. "Oft wird die Pille einfach einzunehmen vergessen oder wird zu unregelmäßig eingenommen. Viele Frauen wissen auch nicht, dass ein Schutz bei Erbrechen oder Durchfall nicht mehr gegeben ist", erklärt Claudia Linemayr-Wagner, Gynäkologin und Präsidentin der ÖGF. Sie sieht deshalb vor allem für Jugendliche, aber auch Frauen mit unregelmäßigem Tagesablauf eine bessere Wahl in anderen Verhütungsmitteln mit einfacherem Umgang- sprich, die keine tägliche Anwendung erfordern und auch bei Magen-Darm-Beschwerden Schutz bieten.

Zu den sichersten Anwendungen laut Pearl-Index gehören bei richtiger Anwendung überwiegend die hormonellen: Die klassische Pille (Kombinationspille), die östrogenfreie Pille, das wöchentlich zu wechselnde Hormonpflaster, der monatlich anzuwendende Verhütungsring, das Hormonstäbchen, das für drei Jahre unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird und die Hormonspirale, die nach dem Einsetzen bis zu fünf Jahre Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft bietet. All diese Methoden weisen einen Pearl-Index von unter 1 auf, wonach weniger als eine von hundert Frauen schwanger wird, wenn mit einer dieser Methode ein Jahr lang verhütet wird. Die nicht-hormonellen-Verhütungsmethoden weisen deutlich höhere Schwangerschaftsraten nach dem Pearl-Index auf - während die Kupferspirale (0,3-3) noch relativ sicher ist, entsteht bei Verhütung mittels Diaphragma (6-18) oder Kondom (3-14), das als einziges Verhütungsmittel auch Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet, ein deutlich höheres Risiko für eine Schwangerschaft. Das in Österreich relativ neue Verhütungskettchen (Kupferkette) würden Linemayr-Wagner und Egartner eher nicht empfehlen, da dieses direkt an der Gebärmutterwand fixiert wird und es dadurch zu Komplikationen kommen kann. Zudem fehle es derzeit noch an Erfahrung beim Einsetzen durch die Gynäkologen. Die sogenannten "natürlichen Methoden" wie die "Tagezählen" oder die Billings-Methode sind noch deutlich unsicherer.

Beratung beeinflusst Methode

Wie sehr die Entscheidung für eine bestimmte Verhütungsmethode von einem informativen Beratungsgespräch abhängt, zeigt die aktuelle europäische Choice-Studie (Contraceptive Health Research of Informed Choice Experience). Die bereits vorliegenden Daten für Österreich, für die rund 2.500 Frauen befragt wurden, zeigen, dass sich viele Frauen nach eingehender ärztlicher Beratung zu einem anderen Verhütungsmittel tendieren: Die Zahl der Pillen- und Pflaster-Befürworterinnen nimmt leicht ab, während vor allem ein Zuwachs beim monatlichen Vaginalring zu verzeichnen ist. Neben der Empfehlung des Arztes kristallisierten sich eine einfache und bequeme Anwendung sowie hohe Sicherheit als häufigste Gründe dafür heraus. "Eine verstärkte Aufklärung über die vielfältigen Methoden der Verhütung reduziert und verhindert die letztmögliche Methode, den Schwangerschaftsabbruch", ist Christian Egartner überzeugt. Laut Choice-Studie haben bereits acht Prozent der befragten Östereicherinnen einen oder mehrere Schwangerschaftsabbrüche hinter sich.

Was Informationen zu Vor- und Nachteilen diverser Verhütungsmethoden abseits deren Sicherheit betrifft, ist ebenfalls ein ausführliches Beratungsgespräch hilfreich. Denn das perfekte Verhütungsmittel ohne Wenn und Aber gibt es nicht. So haben klassische Pillen, die neben Gestagen auch Östrogen enthalten, ein erhöhtes Thromboserisiko, bei Implanon, Hormon- und Kupferspirale können Blutungsstörungen auftreten und das Pflaster ist vielen optisch ein Dorn im Auge. Durch die Beschäftigung mit der Thematik und einem ausführlichen Beratungsgespräch kommt die individuell passende Verhütungsmethode aber näher. (Ursula Schersch, derStandard.at, 25.11.2011)


Weitere Informationen

Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung hat die Initiative "Vielfalt der Verhütung" ins Leben gerufen, um über die verschiedenen Möglichkeiten der modernen Empfängnisverhütung auf jugendgerechte Weise zu informieren. Mehr unter www.verhuetung.at

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Posting 1 bis 25 von 94
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Dr Don Tango
04
28.11.2011, 11:36

vasektomie jetzt!

WRN
00
28.11.2011, 16:33

In Österreich leider erst ab 24... hab mich erkundigt.

Jürgen Rembremerding
04
28.11.2011, 23:28
Das geht auch selber mit dem Taschenmesser!

green man
00
28.11.2011, 10:36
Pille?!

leider rennen dann viele Mädels bis zur Menopause scheinschwanger durch die Welt...

Ruben Weil
53
27.11.2011, 19:46
Bei der demographischen Entwicklung in Europa

sollten die Pille verboten und Kondome vorgelocht werden! Seid doch vernünftig: Gehet hin und mehret Euch!

die rote baronin
01
29.11.2011, 17:04
Weil es ja soooo vernünftig ist, sich zu vermehren.

Seid vernünftig und passt das gesellschaftliche und wirtschaftliche System der demographischen Entwicklung an.

WRN
01
28.11.2011, 16:35

so gebe er mir eine Summe von 200.000 und ich produziere so viele kleine Pluspunkte für die Demografie wie er gern hätte...

Ansonsten: Vermehrung ist toll. Aber bei dem Stress unter dem wir wirtschaftlich zZ stehen kaum noch machbar.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
28.11.2011, 14:15
In diesem Fall:

Kniehet hin und mehret Euch!

Balkonbepflanzer
01
27.11.2011, 13:40
Kann den Nuvaring nur empfehlen.

Bin sehr unzuverlässig was die Pille betrifft, die 3-Monatsspritze ist zwar sehr praktisch aber hat doch viele Nebenwirkungen. Jetzt verwende ich schon seit 2 Jahren den Ring u bin voll zufrieden. 3 Ringe (für 12 Wochen) kosten 50 Euro. Sehr praktisch u wirklich gute Alternative zur Pille.

marius sol
20
27.11.2011, 08:47
kondome sind leider nicht billig

kondome kosten derzeit 50-80ct pro Stück, das sind also aufs Monat gerechnet auch mindestens 15 EUR.

Nr.3645
00
28.1.2012, 00:04
richtig einkaufen?

mehr als 30 stück kosten die meist nicht in einer 100er packung. dass es die nicht im bipa um die ecke gibt, sollte klar sein. die haben ohnehin nur eine seltsame auswahl, aber gut, jedem das seine.

Heavyweather
21
27.11.2011, 21:37

Wenn sie nur zur Empfängnisverhütung verwendet werden sollen muss man sie ja sowieso nicht das ganze Monat verwenden.
Durchschnittlich haben Menschen auch nicht so häufig Sex...

WRN
13
28.11.2011, 10:51

Solche Aussagen rechtfertigen dann wieder den Pearl Index von 14...

Denn wann fängst du an Empfängnissverhütend Kondome einzusetzten?

1 Woche nach der letzten Regel? 2?

Das geht mir persöhnlich schon zu sehr in den Bereich des Zufalls. Entweder immer mit Kondom oder erst gar nicht.

Eine Kombination von "Naturmethoden" mit Kondom ist eine echt miese Idee.

btw: Die Häufigkeit kommt Gott-Sei-Dank auf die Beziehung an =)

Got Your Nose!
01
27.11.2011, 22:49
leider!

Ruben Weil
00
27.11.2011, 19:42
WRN
11
28.11.2011, 16:37

Es gibt Dinge da spart man nicht... einmal 60 Cent am Kondom gespart und du verbringst die nächsten Jahre damit Rechnungen im 6stelligen Bereich anzuhäufen.
Bzw kostet auch die Alternative ca 600

bernd12345
03
27.11.2011, 09:49
Oder auf 2 Euro

je nachdem ...

saifalislam
012
27.11.2011, 07:26
Das...

... am meisten unterschaetzte Verhuetungsmittel ist 69.

Seria
04
26.11.2011, 20:44

es gibt nichts schöneres als den coitus interruptus um eine halbe Minute zu verpassen

Gluck
03
28.11.2011, 17:35

Nach dem Motto Coitus ergo sum.

notanaddict
00
26.11.2011, 16:13

Pille um 10,- pro Monat? Welche Diskonter-Pille ist das? Hab noch nie welche unter 20,- verschrieben bekommen.

annabanana
00
27.11.2011, 10:56

das ist ein generikum mit praktisch denselben inhaltsstoffen und derselben wirkweise. nur halt eben nicht von der firma, die diese pille ursprünglich entwickelt hat und so mit pillen über 20 euro (von welchen ich noch nie eine verschrieben bekommen hab) ihren forschungsaufwand finanziert...

marius sol
10
27.11.2011, 08:50
kondome sind leider nicht billig

kondome sind auch nicht billig, derzeit kosten sie 50-80 ct, auf das monat hochgerechnet sind das auch mindestens 15 EUR.

Ruben Weil
00
27.11.2011, 19:47
Unsinn!

100 Kondome bekommt man bei Amazon z.B. für 20 €uro!

altbürgermeister
10
29.11.2011, 15:13
Aber nur virtuelle! ;-)

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