UN-Gesandter fordert Ende der Folter von Gefangenen

25. November 2011, 14:04
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Rund 200.000 politische Gefangene in Lagern

Seoul - Der UN-Gesandte für Nordkorea hat das stalinistisch regierte Land aufgefordert, der Folter und Misshandlung von Häftlingen ein Ende zu setzen. Das nordkoreanische Strafvollzugssystem ermögliche vielfache Arten der Misshandlung, erklärte der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Nordkorea, Marzuki Darusman, am Freitag bei einem Besuch in Südkorea. Die Regierung in Pjöngjang forderte er auf, den Strafvollzug zu überarbeiten und die Rechtslage zu verbessern.

Darusman berichtete von Gesprächen mit nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea, die nach eigenen Angaben Zeugen von Folter in Arbeitslagern geworden sind oder davon gehört haben. Nordkorea sei "vielleicht das einzige Land", das es nicht für nötig halte, in Menschenrechtsfragen zu kooperieren, sagte Darusman. Nach seinen Angaben sind in nordkoreanischen Lagern rund 200.000 politische Gefangene inhaftiert.

Der UN-Gesandte rief die internationale Gemeinschaft auf, Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten nach Nordkorea wieder aufzunehmen. UN-Angaben zufolge haben rund sechs Millionen Menschen in Nordkorea nicht genug zu essen. Zahlreiche Länder stellten in der Vergangenheit ihre Unterstützung für Nordkorea jedoch ein, weil sie fürchten, die Hilfsgüter könnten von der Regierung in Pjöngjang für andere Zwecke abgezweigt werden. (APA)

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    So wird Kim Jong-il in Südkorea gesehen.

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