Lehre zum Pferdewirten

Ausbildung zum Wiener Wahrzeichen

Julia Schilly, 29. November 2011, 16:57
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    Seit diesem Jahr wird in der Spanischen Hofreitschule die Lehrausbildung zum Pferdewirten angeboten.

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    Georg hat gerade seine Elevenausbildung begonnen. Am Anfang steht vor allem der richtige Umgang mit den Pferden und der Ausrüstung am Stundenplan.

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    Die Eleven sind täglich von sechs Uhr Morgens bis halb drei im Stall.

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    "Das ist zwar früh, doch dafür haben wir den halben Nachmittag frei", berichtet die Elevin Ulla. Schon von Anfang an gibt es einmal pro Tag Reitunterricht.

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    Ein Showtier braucht eine angemessene Frisur.

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    Das Ziel der langen Ausbildung: Die Vorführung mit dem Lipizzaner vor Publikum.

Seit diesem Jahr bietet die Spanische Hofreitschule ihren Eleven ein Sicherheitsnetz: Eine abgeschlossene Lehrausbildung zum Pferdewirten

Arbeit bei einem Wiener Wahrzeichen: Für die BereiterInnen der Spanischen Hofreitschule im Herzen der Wiener Innenstadt ist das Alltag. Doch der Weg bis zu dem eleganten Auftritt mit den Lipizzanern ist lang und Anfangs wenig glamourös. Von sechs Uhr Morgens bis halb drei am Nachmittag arbeiten die ElevInnen im ersten Jahr im Stall, einmal pro Tag gibt es Reittraining. Die Ausbildung des 430 Jahre alten Traditionsbetriebs wurde nun verändert: Nach drei Jahren sind die Eleven nach positiver Absolvierung staatlich anerkannte Pferdewirte.

Zum Bereiter dauert es jedoch noch weitere vier bis sechs Jahre. Die Ausbildung wird also nicht verkürzt, sondern kombiniert. Der Hintergrund ist, dass die Eleven dadurch eine abgeschlossene Lehrlingsausbildung erhalten. Das sei ein wichtiges Sicherheitsnetz für die jungen Leute, erklärt Manfred Wimmer, Finanzchef der Spanischen Hofreitschule: "Ziel ist es natürlich, dass die Eleven Bereiter werden und bis zur Pension in der Spanischen Hofreitschule bleiben. Es kann aber passieren, dass das nach drei Jahren aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert."

Ausbildung von Grund auf

"Ich habe schon als Kind davon geträumt, die Spanische Hofreitschule zu besuchen. Vor zwei Jahren waren wir mit der Schule hier und haben Informationen über die Ausbildung bekommen", berichtet die 19-jährige Marlene. Eine Bewerbung per E-Mail führte schließlich zur Aufnahme, seit zwei Monaten lernt sie nun in der Hofreitschule.

Die Eleven werden im Alter von 16 bis 19 Jahren in die Ausbildung der Spanischen Hofreitschule aufgenommen. Voraussetzung sind die abgeschlossene Pflichtschule, eine sportliche Begabung, reiterliche Grundkenntnisse und ein Bezug zu Pferden. Es sei jedoch oft nicht von Vorteil, wenn die Anwärter zu viel Erfahrung haben, berichtet Manfred Wimmer: "Der Sitz am Pferd ist sehr wichtig." Es sei schwierig, eine falsch eingelernt Haltung wieder zu korrigieren.

Von Betriebs- bis Pflanzenkunde

Im ersten Jahr verbringen die Eleven vor allem viel Zeit damit, die korrekte Handhabung der Ausrüstung zu lernen. Dazu gehört es Sattel und Zaumzeug zu reinigen und zu verstauen. Auch die Pferde und Ställe müssen gepflegt werden.

"In der gesamten Ausbildungszeit zum Pferdewirten bekommen die Eleven eine komplette Reit- und Springausbildung, lernen Kutschen fahren und die richtige Pferdehaltung", sagt Wimmer. Pro Jahr gibt es ergänzend zehn Wochen Berufsschule mit den Schwerpunkten Veterinärkunde, Landtechnik, politische Bildung, Pflanzen- und Betriebskunde. Und die Geschichte der Spanischen Hofreitschule steht ebenso auf dem Lehrplan. Für die Dauer der Ausbildung gibt es eine Lehrlingsentschädigung. Es seien lediglich Gebühren für die Berufsschule und eine einmalige Prüfungsgebühr zu bezahlen.

Lange Tradition, neue Strukturen

Die ursprüngliche Reitschule der kaiserlichen Familie hat eine strenge Struktur: Erst nach mindestens vier Jahren kann ein Eleve ein Bereiter-Anwärter werden. Dieser muss einen jungen Hengst bis zur Schulquadrille-Reife ausbilden. Erst dann wird er zum Bereiter ernannt. Die oberste Stufe ist der Ober-Bereiter. Der dienstälteste Oberbereiter wird zum Ersten Oberbereiter. 

Frauen haben erst 2008 in den Traditionsbetrieb Einzug gehalten. Zu diesem zeitpunkt begannen die Elevinnen neben ihren männlichen Kollegen die Ausbildung. Zwei Jahre später nahm erstmals eine Frau in der traditionellen braunen Uniform der Bereiter an einer öffentlichen Vorstellung teil.

Viele Bewerbungen

Der Andrang sei sehr groß, wie Wimmer berichtet. Zur Zeit gibt es neun Eleven und das sei auch das Maximum, um einen Arbeitsplatz im Betrieb zu garantieren. Insgesamt gibt es 55 fix beschäftigte Mitarbeiter in Wien. (Julia Schilly, derStandard.at, 29.11.2011)

Weitere Informationen

Spanische Hofreitschule

Bewerbungen

schriftlich Spanische Hofreitschule, z.H. Frau Georgina Whittle, Michaelerplatz 1, 1010 Wien
oder per E-Mail: georgina.whittle@srs.at

Kommentar posten
19 Postings
derPolizist
00
26.12.2011, 21:34

freut mich, dass wenigstens die eine anerkannte Berufsaubildung haben mit Abschluss...

bei der Polizei ist das noch immer nicht möglich, wir sind nach wie vor beamtete Hilfsarbeiter...

derPolizist
01
26.12.2011, 21:32
"....zum Pferdewirten"

ist "WirtEN" das neue Lieblingswort in der Standardredaktion?? Kommt man sich dadurch leutseliger vor? Es heißt "zum Pferdewirt"! ohne EN!...

wäre nett, wenn das mal in der Redaktion ankommt...

living reef
00
20.12.2011, 08:53
in österreich entstehen den lehrlingen im grunde nach keine kosten für die berufsschule...

ist da die lehrausbildung an der hofreitschule etwas anderes?

David-Lauritz
00
30.11.2011, 14:15
Sollte es auch für Fiakerfahrer geben!

Mehr Stil täte gut!

Easy Rawlins
00
30.11.2011, 11:44
" staatlich anerkannte Pferdewirte "

Also quasi Pepi-Hacker mit Diplom?

leo lander alias mont tatont
00
30.11.2011, 10:08
Die Spezialität des Pferdewirt ist Pferdeleberkäs

mit Äpfeln

ich sag's grad raus
00
30.11.2011, 09:31
"Die oberste Stufe ist der Ober-Bereiter. Der dienstälteste Oberbereiter wird zum Ersten Oberbereiter."

Ob obiger Offenbarung: Wie wird der dienstälteste Ober-Ober genannt?

Speckbacher1
00
30.11.2011, 10:51
Chefschnacksler

ich sag's grad raus
00
30.11.2011, 16:03

Danke, das wollte ich wissen. Dann kann ich ihn in Zukunft richtig ansprechen, nachdem er mich sogar Doktor nennt, obwohl ich nur Magister bin.

Episteme
00
29.11.2011, 22:36

Den Pferdewirt gibts schon viel länger, diese "elegante Bezeichnung" wurde also nicht eigens für die Shrs erfunden. Den gibt es mit Schwerpunkt Reiten, Zucht und Haltung usw.
Wie viele von den in diesem Artikel demonstrativ erwähnten Elevinnen gibt es denn? Und wann hat man diese Engländerin gegen die Neue aus dem Burgenland eingetauscht?

lou cyphre
00
30.11.2011, 09:59
Oberbereiterrat

dann gibts den
Oberbereiterregierungsrat
Oberbereiterhofrat
;)

metalwoman
21
29.11.2011, 19:36

Ausbildung zum Pferdewirt!
"zum WirtEN" ist Umgangssprache!

Der Waehlerwille
 
00
29.11.2011, 22:22
und?

metalwoman
10
30.11.2011, 10:46

Von einem Qualitätszeitung erwarte ich grammatikalisch richtigen Sätzen.
;-)

Adolf Ogi
00
30.11.2011, 02:13
Dialekt wäre

Rossknecht

i_2_c
00
30.11.2011, 09:03
Oder Rossschinder ;)

frankiegoes
00
29.11.2011, 17:57
Eleganter geht's nicht ...

... die Berufsbezeichnung ? Find' das eh gut, dass die Strukturen modernisiert werden. Aber zu all der Tradition und dem Pomp gehört auch ein passender Name. Frau Gürtler zur Rettung.

metalwoman
00
29.11.2011, 19:33

Das gibts schon länger, in OÖ zum Beispiel gibt es eine Landwirtschaftliche Fachschule mit Fachrichtung Pferdewirtschaft. Pferdewirte sind demnach Landwirte, die sich auf Pferdehaltung spezialisiert haben.

Speckbacher1
00
29.11.2011, 17:10
Der "Pferdewirt" löst also den "Heurigenwirt" ab!

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