"Safer Sex" ist noch nicht in den Betten angelangt

25. November 2011, 13:26
  • Artikelbild
    foto: apa/oliver berg

    HIV-Vorsorge und Prävention sind zwar in den Köpfen, aber nicht in den  Betten der Menschen angelangt.

  • Artikelbild
    foto: apa

Anstieg der HIV-Infektionen zeichnet sich ab - Das Virus ist in der heterosexuellen Bevölkerung gelandet - Neue Info- und Beratungsaktivitäten

Wien - In den "Köpfen" ist das Wissen um HIV/Aids nach mehr als 25 Jahren der Immunschwächekrankheit in Österreich vielleicht angekommen, aber offenbar noch immer nicht "in den Betten". Das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tages am 1. Dezember ist 'Getting to Zero'. Ich übersetze das mit ' Aids ist beherrschbar - also tun wir es'. Wir müssen zu Null Neuinfektionen kommen, zu Null Todesfällen und zu einer Null an Diskriminierung", sagte am Freitag Dennis Beck, Obmann der Aids-Hilfe Wien bei einer Pressekonferenz. Man sehe derzeit wieder einen Anstieg der HIV-Infektionen.

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 wurde bei 398 Personen in Österreich eine Infektion mit den Erregern der Immunschwächekrankheit neue festgestellt. Beck: "Wenn man da auf das ganze Jahr umrechnet, wären das für 2011 wahrscheinlich um die 531 Neudiagnosen. Im vergangenen Jahr hatten wir 487." Mit einer zu erwartenden Dunkelziffer müsse man mit einer Steigerung um zehn Prozent rechnen.

Für den Obmann der Aids-Hilfe Wien gibt es deshalb drei primäre Aktionsfelder: Die Aids/HIV-Problematik müsse national und international in der Politik - speziell in Gesundheits- und Sozialpolitik - im Augenmerk behalten werden. Vorsorge und Prävention müssten "in die Köpfe" hinein, seien dort vielleicht angekommen, aber noch nicht "in den Betten der Menschen" angelangt. Doch mit Stichtag vom 14. November 2011 meldete das Gesundheitsministerium: Bisher aufgetretene 3.659 Aids-Erkrankungen in Österreich und 1.945 Todesfälle. Zwischen 12.000 und 15.000 Menschen leben mit HIV/Aids in Österreich.

In der heterosexuellen Beziehung gelandet

Die ansteigenden Neuinfektionsraten dürften vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen sein: Einerseits ist - so Beck - "HIV in der heterosexuellen Bevölkerung gelandet". Dort gebe es geringe Barrieren bezüglich einer Weiterverbreitung. Die zweite Problemzone: Männer, die (auch) mit Männern Sex haben - MSM. Der Obmann der Wiener Aids-Hilfe: "'Da haben wir ein ein Problem." Eine Online-Umfrage mit 4.085 Teilnehmern in Österreich im MSM-Bereich zeigte: Etwa die Hälfte leben in einer fixen Beziehung. Auf der anderen Seite hatten 4,3 Prozent mehr als 50 Partner im voran gegangenen Jahr, 14 Prozent elf bis 20 und 20 Prozent beispielsweise sechs bis zehn Partner. 58 Prozent gaben an, keinen ungeschützten Analverkehr gehabt zu haben.

Die Aids-Hilfe Wien setzt hier auch auf "aufsuchende" Beratung und HIV-Testung in Lokalen der Schwulenszene. Damit sollen Bewusstsein und Informationsgrad über den HIV-Status erhöht und - im Fall des Falles - der Zugang zu einer möglichst schnellen Therapie erleichtert werden. Beck: "Im Unterschied zu früher haben wir jetzt medizinische die Möglichkeit, Null Neuinfektionen und Null Todesfälle zu erreichen." Die Gesellschaft müsse aber endlich auch damit beginnen, mit HIV/Aids als normales Gesundheitsproblem zu leben. (APA)

Informationen zu den Veranstaltungen rund um den Welt-Aids-Tag.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
strangerinastrangeland
 
00
28.11.2011, 23:04

MSM also, wieder was gelernt für's Leben.

Aber wie hat schon der selige Sinowatz gesagt, "Es ist alles sehr kompliziert."

Man(n) gebe sich das:

http://www.psychotherapynetworker.org/component... -gay-guise

oder das:

http://www.webmd.com/sex/news/... ve-gay-sex

Befreier von Butter und Eier
12
26.11.2011, 09:23

Wenn Lesen-,Schreiben- und Sprechenlernen schon nicht zu den Stärken der heutigen Jugendlichen gehört, warum soll es sich beim Thema Sex/Safer Sex und HIV anders anders verhalten.

Lectrice
00
30.11.2011, 15:03

Liegt aber eher an den Eltern, die sich nicht darum kümmern, dass ihre Kinder Bescheid wissen. Diese Feiglinge schreien dann, wenn was passiert.

strangerinastrangeland
 
00
29.11.2011, 22:22

Es war nie besser.

FranzKpunkt
01
26.11.2011, 20:34

Da schlägt der Generalisierungshammer wieder zu.

Befreier von Butter und Eier
00
28.11.2011, 08:15

Wenn Safersex 2011 bei den Kids noch nicht angelangt ist kann ich ja wohl nicht so falsch liegen.
Oder alle anderen haben versagt wie Eltern, Schule, Medien.

Roter Baron
00
26.11.2011, 09:14
so ist es

und nachedem im letzten jahrzehnt die aufklärung durch das gesundheitsministerium eingestellt wurde,
wen wunderts ?

roter baron

lästermaul
71
26.11.2011, 09:22
was braucht man heute noch aufklärung?

was gebraucht wird wäre eine verpflichtende vorsorgeuntersuchung der bevölkerung mit inkludiertem hiv test, und bei HIV positiv verpflichtender kondomezwang und harte strafen, wenn sie dennoch jemand anstecken.

Feuergeist
 
00
30.11.2011, 22:48
Aha, und wer exekutiert das bitte?

Das ist so wie in Texas. Dort ist Oral- und Anals*x per Gesetz verboten. Wie läuft das dann ab im Ernstfall?
Kommt der Scheriff und sagt:" Hände hoch, Nudel runter!"?
Und bei uns klopfens dann um 2 in der Früh an: "'tschuldigung die Herrschaften, wir ham ihna aus der Disco kumman gsehn. Hams a Kondom dabei? Wei, ansonst muß dioe junge Frau ihre Wohnung verlassen..."

Avatar
00
27.11.2011, 15:39

Man könnte auch gleich kastrieren, oder die Vagina zuschweißen und damit man es nicht auch noch über das Blut bekommt, den Betroffenen jeden Tropfen aus dem Körper saugen und den Vampiren aus Twilight zum schlürfen geben. Löst mehrere Probleme auf einmal.

positiv
00
27.11.2011, 13:02

vielleicht sollte man uns dann auch "POSITIV" auf die stirn tätowieren?

hagane
00
27.11.2011, 08:37

genau, einfach irgendeinen bullshit der sich grad im hirn breitmacht rausposaunen ohne auch nur eine sekunde vorher überlegen. (finanzierung, kontrollmöglichkeiten, ursache- vs. sympthombekämpfung, ansteckung nicht nur durch sex usw. usw...)

Got Your Nose!
00
26.11.2011, 16:43

bei wissentlicher ansteckung wird wegen körperverletzung angezeigt.

Feuergeist
 
00
30.11.2011, 10:50
Nutzt dem Betroffenen danach aber auc wenig....

Got Your Nose!
00
30.11.2011, 12:11

und wass soll man sonst tun? HI-infizierte vorsorglich einschläfern? wenn jemand wissentlich jemanden ansteckt, dann wird er bestraft, was wollen sie mehr?

Feuergeist
 
00
30.11.2011, 22:44
Entschuldigung

So war das nicht gemeint. Nur wenn mir ein betrunkener Autofahrer ein Bein bricht bekomme ich Schadensersatz der mir zumindest über einen möglichen Verdienstentgang hinweg hilft. Das Bein verheilt wieder und ich kann wieder meiner Arbeit nachgehen (und hoffentlich alt werden).
Eine HIV-Infizierung heilt nicht mehr (zumindest derzeit nicht). Und das mit dem Alt-werden ist dann möglicherweise auch schwierig. Wobei, HIV-Positiv ist noch kein AIDS....

Got Your Nose!
00
30.11.2011, 23:56

natürlich eine mehr als beschissene lage, aber wie sie schon sagten, das hilft den betroffenen eben auch nicht. Immerhin hat der "schuldige" auch mit der krankheit zu leben.

peter purzel
40
25.11.2011, 18:40
Koennte aus dem Vatikan kommen...

...Liebe heterosexuelle, nichtfixende Jugendliche, jede Menge eurer Peer sind HIV-positiv, also bloß kein Sex...was soll der Bloedsinn ?

macstar
06
25.11.2011, 23:24
nein nein ganz falsch - wenns aus dem vatikan wäre

würde es heissen wir gays wären schuld. nun gibt es endlich mal eine studie, die nicht auf das sündenbockprinzip aufbaut und aids dort als problem hinschiebt, wo es hingehört. wir gays wissen ja, wie sich aids verbreitet, bei den heterosexuellen hingegen heisst verhütung oft pille. dass die nicht vor sexuell übertragbaren krankheiten schützt, scheint zu vergessen werden.

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
25.11.2011, 18:32
Mit null null wird nix werden

Es gibt zwar immer Extremisten, die von einem rein nach Vernunft agierenden Volkskörper träumen, siehe Rauchverbot, aber safer sex wird sich schwer verordnen lassen

Toeris
17
25.11.2011, 18:23

HIV ist schon seit 20 Jahren bei den Heteros gelandet. Wenn das erst jetzt zur Kenntnis genommen wird, ist es schon zu spät.

Frau Techne
00
28.11.2011, 16:10

Genau das wollte ich auch gerade festhalten, danke.

Ich gehöre jener Generation an, deren sexuelles Erwachen Mitte der 80er zeitlich genau mit der ersten Aidshysterie zusammenfiel.

Nachdem die Erkrankung anfangs den Stempel eines Minderheiten-/Ausgegrenztenstigmas hatte, wurde relativ bald festgestellt: Die Krankheit ist in den Betten der heteros angekommen.

Seit 20 Jahren also ist das nix Neues, nur dass offenbar immer weniger Geld für Prävention ausgegeben wird und die Neuinfektionsraten entsprechend wieder zu steigen begonnen haben.

Freigeistin1
20
30.11.2011, 08:38

Einfach nicht wahllos durch die Gegend poppen, sondern seinem Partner treu sein, dann steckt man sich auch nicht an (seltene Ansteckung durch Bluttransfusionen sind da jetzt ausgenommen!).

Lectrice
02
30.11.2011, 15:05

Da hat sich schon manches Frauchen, das davon ausging, schwer getäuscht.

Freigeistin1
20
30.11.2011, 17:14

Sprechen Sie leicht aus Erfahrung? Drum prüfe wer sich ewig bindet ob sich nicht was Besseres findet ;-)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.