Van Rompuy fordert von Tadic Umsetzung von Vereinbarungen mit Kosovo - Serbischer Präsident vor EU-Gipfel in Brüssel - Tadic: Kein "großer Optimist"
Brüssel - EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat Serbien zu
weiteren Schritten aufgefordert, um Fortschritte bei der europäischen
Integration zu erreichen. Van Rompuy appellierte am Freitag bei einem
Treffen mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic, dass Belgrad
"weitere Schritte setzt, um den EU-Mitgliedstaaten zuzusichern, dass
Serbien ernsthaft engagiert ist im Dialog mit dem Kosovo und dass es
die bisher erzielten Vereinbarungen in gutem Geiste umsetzt".
Am 9. Dezember sollen die europäischen Staats- und Regierungschefs
bei einem Gipfeltreffen in Brüssel darüber entscheiden, ob Serbien
offiziellen Kandidatenstatus erhält. Deutschland hatte bis zuletzt
gefordert, dass Serbien sich auch einsetzen müsse, die serbischen
Parallelstrukturen im Kosovo aufzulösen.
Van Rompuy würdigte das Engagement und die Entschlossenheit von
Tadic für Serbiens EU-Annäherung. Der Europäische Rat werde jedes
Land nach seinen eigenen Leistungen, auf der Grundlage von fairen und
strikten Bedingungen beurteilen, betonte der Ratspräsident. Der
EU-Gipfel soll überdies entscheiden, ob die EU Beitrittsverhandlungen
mit Montenegro aufgenommen werden können. Die EU-Kommission hatte
dies vorgeschlagen. Serbien soll nach Empfehlungen der EU-Kommission
offiziellen den EU-Kandidatenstatus erhalten, wenn es sich weiter im
Dialog mit dem Kosovo engagiert.
Der serbische Präsident Boris Tadic hat sich im Vorfeld des
EU-Gipfels am 9. Dezember, der auch über den Status eines
EU-Beitrittskandidaten für Serbien entscheiden soll, leicht
pessimistisch gezeigt. Er sei kein "großer Optimist" und könne nicht
mehr sagen, ob Serbien den Kandidatenstatus erhalten werde. Jedoch
könne er versichern, dass sein Land darum ringen werde, sagte Tadic
gegenüber der serbischen staatlichen Presseagentur Tanjug nach dem
Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy in Brüssel. (APA)