Ihre lebenslange Affäre

Olga Kronsteiner , 26. November 2011, 12:11
  • Artikelbild
    vergrößern 700x316
    foto: douglas kirkland/corbis

    Elizabeth Taylor hegte eine lebenslange Leidenschaft für Schmuck. Jetzt werden Teile des Nachlasses der Filmdiva bei Christie's in New York versteigert, darunter auch hochkarätige Juwelen.

  • Artikelbild
    vergrößern 700x805
    foto: christie's

    "I introduced Liz to beer, and she introduced me to Bulgari", bekannte Richard Burton rückblickend. Die Smaragde dieses zusätzlich mit unzähligen Diamanten verzierten Kolliers (1-1,5 Mio. Dollar) erwarb Burton in den Jahren ab 1962, als im Rahmen der Dreharbeiten zu "Cleopatra", die Affäre mit Elizabeth Taylor begann.

  • Artikelbild
    vergrößern 700x625
    foto: christie's

    Seit ihrer Zeit als Teenager sammelte die Tochter eines Kunsthändlers Anhänger für ihre Bettelarmbänder, die aufgrund der meist sehr persönlichen Anlässe gleichsam ihre Lebensgeschichte dokumentieren. Am Beispiel eines Anhängers dieses Bettelarmbands (25.000-35.000 Dollar): eine Goldkugel in deren Inneren sich Medaillons mit den Geburtsdaten ihrer vier Kinder befinden.

Liz Taylor sammelte Kunst, Haute Couture, Ehemänner und vor allem Juwelen. Jetzt wird ihr Nachlass bei Christie's in New York versteigert

Bulgari sei das einzige italienische Wort, das sie kenne und fehlerfrei aussprechen könne. Mit solchen und anderen ("I introduced Liz to beer, and she introduced me to Bulgari") launigen Sprüchen schuf Richard Burton Elizabeth Taylors Schmuckbegeisterung ein regelrechtes Denkmal. Dabei sammelte die Tochter eines Kunsthändlers, abgesehen von Ehemännern, auch anderes: Ihr Wohnzimmer in Bel Air schmückten Van Gogh, Pissarro, Degas oder auch Utrillo und Vlaminck. Wirklich legendär blieb aber ihre lebenslange Affäre mit Juwelen.

Als Taylor im März 2011 verstarb - ihr Begräbnis begann per testamentarischer Verfügung mit 15-minütiger Verspätung - hinterließ sie eine von Diamanten, Rubinen, Smaragden und Saphiren strotzende Sammlung. Ein Nachlass, der im Vermarktungswert vorerst seinen Vergleich sucht. Den ertragreichen Auftrag zog Christie's an Land, die damit wiederum mehrere Versteigerungen bestücken: Genannte Gemälde werden im Februar in London versteigert, Juwelen, Haute Couture sowie Mode, Accessoires und Memorabilien ab 13. Dezember in New York, sowohl im Auktionssaal im Rockefeller Center, als auch in einer eigenen Online-Auktion (ab 100 Dollar).

Juwelen einer Königin

Zu den Höhepunkten des Sortiments gehören etwa ein son- nenblumenfarbenes Brautkleid (40.000-60.000), jene Kreation von Irene Sharaff, in der Richard Burton Liz das erste Mal zum Altar führte. Oder auch eines ihrer Bettelarmbänder (25.000-35.000), die Taylor seit ihrer Jugend um Anhänger ergänzte und die damit auf sehr persönliche Weise ihre Lebensgeschichte dokumentieren.

Aber auch bei den handwerklich einwandfrei und prunkvoll verarbeiteten Edelsteinen geht es nicht zwangsläufig um den materiellen Wert, sondern um die mit diesen Geschmeiden individuell verbundenen Anekdoten: Etwa die antike Diamant-Tiara (60.000- 80.000 Dollar), die ihr von ihrem dritten Ehemann mit den Worten "Du bist meine Königin" überreicht worden war. Oder die ehemals die spanischen Kronjuwelen zierende Pérégrina-Perle (203 grains, 55 ct), für die Burton bei einer Auktion 1969 erst ein Mitglied der spanischen Königsfamilie aus dem Feld schlagen musste.

Ergänzt um zusätzlichen Perlen und Rubine, fertigte Cartier daraus ein Collier, zu dem sich Liz über ein Porträt Maria Stuarts (Königin von Schottland) inspirieren hatte lassen. Zwischen zwei und drei Millionen Dollar soll dieses Schmuckstück bringen, dem gegenüber nehmen sich drei Diamantringe mit einem Schätzwert von 5000-7000 Dollar geradezu bescheiden aus: Sie waren Richards Wetteinsatz bzw. Liz Prämie für ein gewonnenes Ping-Pong-Match. Ja, Burton sei ein niemals um Rechtfertigungen verlegener Romantiker gewesen, wie Taylor rückblickend bekannte: Da gab es die "Lass uns spazieren gehen, ich möchte dir was kaufen"-Geschenke oder auch vorbildhafte "Es ist Dienstag, und ich liebe dich"-Varianten. Hach ... (Olga Kronsteiner, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 26./27. November 2011)

Kommentar posten
17 Postings
>t<
00
28.11.2011, 08:11
Bettelarmbänder

aha

oblomow II
04
27.11.2011, 17:57
passt nur am rande

aber
bis 30 träumt jede frau vom prinzen
ab 40 interessiert sie nur mehr das schloss ...;-)

so und jetzt roooot

armin delmenhorst
 
00
28.11.2011, 18:46
Absolut treffend

auf den Punkt gebracht. Nur die Altersgrenzen erscheinen mir nicht mehr aktuell und haben mehr mit der Zeit, wo eben Taylor "ihre Zeit" hatte, zu tun.

bis max.25 (und das ist schon sehr großzügig bemessen)
25 - 45 mag wohl auf Ihre 2. Kategorie zutreffen
ab dann interessieren sie sich für die "Künstler" die sie herrichten, dass sie aussehen wie aufgeblasene 6-Jährige - wobei sie auch auf diesen Wahnsinn nicht mehr das alleinige Privilleg haben, wie zahlreiche enthirnte Teenager zeigen.

frank franki
11
27.11.2011, 12:15

Wen interessiert schon der Klunker.
Aber das Bild von ihr ist großartig.

Lilly Rush
 
11
27.11.2011, 13:32

Ja ich finde ihr Bild auch toll!

Und das Bild ist ohne den Klunker viel schöner - da kommt ihr Hals und das Dekolleté viel besser zur Geltung.

Lilly Rush
 
10
28.11.2011, 12:10

Rütli, heut ignorier ich dich ;-)

frank franki
01
27.11.2011, 14:04

Ich weiß nicht, ob es bei dieser artifiziellen Kopfhaltung ohne den Ohring nicht ein wenig leer aussehen würde.
Als Kontrapunkt, der den Blick aufs Zentrum fokussiert, ist er für die Komposition nicht unwichtig.

Lilly Rush
 
10
27.11.2011, 16:07

Nein ich hab nicht den Ohrring gemeint, der passt super.
Hab mich ungenau ausgedrückt:
Ich hab gemeint, wenn sie die abgebildete Kette tragen würde, dann wäre das Foto nicht so harmonisch sondern überladen.

frank franki
00
27.11.2011, 16:37

Ok, das hab ich dann falsch verstanden. ;-)

Ja, da habens natürlich recht, das wär dann eindeutig zu viel des Guten...

Lilly Rush
 
10
27.11.2011, 16:44

Die Kette hat sie dann vielleicht gebraucht als sie schon einige Kilo über der Schmerzgrenze zur Ästhetik hatte um wieder vom Körper abzulenken ;-)

Kontrahent1
01
27.11.2011, 11:04
Das stelle ich mir unter einer 'Diva' vor!

der schwitzbär der schwitzt sehr
41
27.11.2011, 01:09

Aber die Nutten sind nach Auhof verbannt. Was für ein Witz.

Schwefelmaus
00
27.11.2011, 09:37
haeh?

nitrofilm
00
26.11.2011, 20:50

Hört sich so an, als würde man auch die Ehemänner versteigern.

Paradeiser 7
00
26.11.2011, 20:39
Dazu Buch Elizabeth Taylor "My Love Affair with Jewelry"

Verlag Simon & Schuster 2002. Mit 175 Fotos.

post_it
07
26.11.2011, 19:38

Schöner Artikel mit schönen Anekdoten...!
...und dem "Hach..." kann ich mich nur anschließen :-)

Lilith Boessse
 
00
27.11.2011, 00:28
hm,

bezieht sich das "hach" auf "ich liebe dich" oder "ich will dir was kaufen" ;O)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.