GNOME 3.3.2: Die "Boxes" geben ihr Debüt

25. November 2011, 11:09
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Neues Tool für Remote Desktop und Virtualisierung - GNOME Shell lässt Workspaces umsortieren - Documents mit neuem UI

Nach der Neugestaltung der User Experience in Form der GNOME Shell konzentriert man sich beim Desktop-Projekt derzeit vor allem auf die Entwicklung neuer "Kernanwendungen" - der WebStandard berichtete. Entsprechende Designs hat das dafür zuständige Team in den letzten Monaten eifrig entworfen, nun gilt es aber natürlich, das Ganze in real existierende Projekte zu verwandeln. Bereits im letzten Entwicklungszyklus hatten GNOME Documents und GNOME Contacts ihr Debüt gegeben, nun folgt der nächste Eintrag in dieser Reihe: GNOME Boxes ist in einer ersten Testversion erhältlich.

Funktionalität

Dabei handelt es sich um ein Tool zum einfachen Ausprobieren anderer Betriebssysteme bzw. dem Fernzugriff auf solche. Konkret unterstützt man derzeit VNC-Verbindungen, darüber hinaus können aber auch virtuelle Maschinen per KVM erstellt werden. Hierfür nutzt man zudem das von Red Hat entwickelte Spice-GTK-Protokoll zur Desktop-Virtualisierung, die libvirt sowie die neue libvirt-glib.

Ein erster Blick auf die Testversion zeigt, dass das Interface der Anwendung bewusst simpel gehalten ist: Vor dem Einrichten einer virtuellen Maschine reicht die Angabe eines Installations-Images, dann kann es schon los gehen. Bei einigen Betriebssystemen gibt es zudem die Möglichkeit des Quick Installs, um den installationsprozess vollständig automatisiert ablaufen zu lassen. Die einzelnen virtuellen Maschinen oder Remote-Desktop-Verbindungen werden per Miniaturgrafik in einer Übersicht dargestellt, wo diese auf Wunsch auch schnell wieder entfernt werden können.

Konzepte

In einem Blog-Posting betont einer der dahinter stehenden Entwickler, dass die Einstellmöglichkeiten bewusst simpel gehalten wurden. GNOME Boxes sei nicht als professionelles Administrations-Tool für den Unternehmenseinsatz gedacht, für solche Umgebungen empfiehlt man weiterhin den virt-manager. Da man hier möglichst viel an Infrastruktur zwischen virt-manager und GNOME Boxes teile, könne man auch die  Dopplungen auf einem sehr geringen Niveau halten.

GNOME 3.3.2

Parallel dazu gibt es aber auch wieder neue Versionen zahlreicher anderer Desktop-Komponenten, die in Form von GNOME 3.3.2 zusammengefasst werden. Die Test-Release bringt diverse Umbauten an GNOME Documents, so kann das Tool zur Anzeige von lokalen und entfernt abgespeicherten Dokument nun mit den "Sammlungen" bei Google Docs umgehen. Zudem hat man aber auch einmal mehr das User Interface umgebaut: Es gibt nun keinen Sidebar mehr, die Suche wird einfach aufgerufen, wenn die NutzerInnen zu tippen beginnen, das Management von Dokumenten erfolgt per Overlay-Grafik. Der gesamte Stil der Anwendung ist damit nun analog zu GNOME Boxes gehalten.

GNOME Shell

Eine weitere aktuelle Neuerung ist die Möglichkeit Anwendung in der Übersicht der GNOME Shell zwischen zwei Workspaces fallen zu lassen, womit an dieser Stelle ein neuer virtueller Desktop eröffnet wird. Konkret ermöglicht dies also das leichtere Umsortieren der Desktop-Aufteilung. Unter der Haube gab es ebenfalls einen wichtigen Umbau: Sowohl GNOME Shell als auch der Window Manager Mutter kommen nun ganz ohne das alte Konfigurationssystem GConf aus - womit auch die Abhängigkeit vom früher genutzten Fenster-Manager Metacity fällt.

Verfügbarkeit

GNOME 3.3.2 gibt es wie gewohnt in Form des Source Codes der Komponenten auf der Seite des Projekts zum Download. Das stabile GNOME 3.4 soll es Ende März 2012 geben, in den Wochen darauf werden dann wieder zahlreiche Distributionen mit der aktualisierten Ausgabe der Desktop-Software aufwarten können. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 25.11.11)

  • GNOME Boxes: In der Übersicht werden alle verfügbaren Remote Desktop-Verbindungen und virtuellen Maschinen angeboten.
    screenshot: andreas proschofsky

    GNOME Boxes: In der Übersicht werden alle verfügbaren Remote Desktop-Verbindungen und virtuellen Maschinen angeboten.

  • Die Virtualisierung basiert auf dem im Linux-Kernel verfügbaren KVM und diversen zusätzlichen Bibliotheken wie Spice-GTK
    screenshot: andreas proschofsky

    Die Virtualisierung basiert auf dem im Linux-Kernel verfügbaren KVM und diversen zusätzlichen Bibliotheken wie Spice-GTK

  • Neben der Anzeige einer virtuellen Maschine  gibt es auch einfache Einstellungen, die Auslastung wird ebenfalls dargestellt.
    screenshot: andreas proschofsky

    Neben der Anzeige einer virtuellen Maschine  gibt es auch einfache Einstellungen, die Auslastung wird ebenfalls dargestellt.

  • Die Einrichtung einer neuen virtuellen Maschine erfolgt über eine simpel gehaltenen Dialog.
    screenshot: andreas proschofsky

    Die Einrichtung einer neuen virtuellen Maschine erfolgt über eine simpel gehaltenen Dialog.

  • Bei GNOME Documents hat man das Interface umgestaltet.
    screenshot: andreas proschofsky

    Bei GNOME Documents hat man das Interface umgestaltet.

  • In der GNOME Shell kann per Drag & Drop ein neuer Workspace zwischen zwei bestehenden eröffnet werden.
    screenshot: andreas proschofsky

    In der GNOME Shell kann per Drag & Drop ein neuer Workspace zwischen zwei bestehenden eröffnet werden.

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