Regierungschef Kib: Ich werde alle Libyer vertreten
Tripolis - In Libyen ist am Donnerstag die neue
Übergangsregierung vereidigt worden. Die Minister um Regierungschef
Abdul Raheem al-Keeb (Abdurrahim al-Keib, al-Kib) legten in Tripolis
vor dem Vorsitzenden des Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul
Jalil, ihren Amtseid ab. Sie schworen dabei, die "Unabhängigkeit,
Sicherheit und territoriale Einheit Libyens zu bewahren" und "den
Zielen der Revolution vom 17. Februar treu zu sein". Der 17. Februar
markiert den Beginn des Aufstandes gegen den langjährigen Machthaber
Muammar Gaddafi. Einige Minister, etwa die für Verteidigung und Öl,
waren nach Angaben Keebs bei der Vereidigung nicht anwesend, sie
sollen ihren Amtseid in einigen Tagen ablegen.
Keeb hatte seine Übergangsregierung am Dienstag vorgestellt, sie
soll die Geschicke des nordafrikanischen Landes bis zur Ausarbeitung
einer neuen Verfassung und zu freien Wahlen führen. An der Wahl der
Minister war sofort Kritik laut geworden, so fühlte sich der Osten
des Landes, lange Zeit Hochburg der Aufständischen, nicht ausreichend
vertreten.
Keeb versprach am Donnerstag, die Interessen aller Libyer
vertreten zu wollen. "Ich sage allen meinen Brüdern in Libyen: Ich
stehe in ihren Diensten und ich bin ihr Vertreter in dieser
Regierung." Alle Gruppierungen sollten an der Macht beteiligt werden,
und vom Reichtum des Landes sollten alle Libyer profitieren. (APA)