IG Autoren fordert Verschiebung der Deutsch-Zentralmatura

24. November 2011, 18:20

Kritik an Stand der Vorbereitungen - "Gewaltig im Verzug"

Wien  - Nachdem kürzlich eine Allianz aus Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern eine Verschiebung der Mathematik-Zentralmatura gefordert hat, tritt nun die IG Autoren dafür ein, dass die standardisierte Reifeprüfung im Fach Deutsch nicht wie geplant mit dem Schuljahr 2013/14 an AHS starten soll. Die Verantwortlichen seien "mit der Erarbeitung gewaltig im Verzug", eine Verschiebung sei daher "ein Gebot der Stunde", so eine Arbeitsgruppe der IG aus Autoren, Pädagogen und Wissenschaftern in einer Aussendung.

Die IG bleibe zwar weiter bei der Einschätzung, dass sich die Zentralmatura "grundsätzlich nicht für das Fach Deutsch" eigne. Als eine von mehreren möglichen Änderungen könne jedoch die verpflichtende Zweitbegutachtung der Arbeiten "zu einer wesentlichen Verbesserung gegenüber dem momentanen, in der Tat unbefriedigenden Zustand beizutragen" beitragen. Die aktuellen Richtlinien zur Beurteilung der Prüfung sowie das Bewertungsraster würden "gerade durch ihre begrüßenswerte Textierung wenig an möglichen Subjektivitätsexzessen einzelner Lehrpersonen ändern".

Auch in den Bereichen von Vorsorge bei Schülern mit Legasthenieproblem sowie den unterschiedlichen Wissenshintergründen von Jugendlichen aus verschiedenen Schultypen ortet die IG offene Fragen. Eine Verschiebung des Zentralmatura-Starts sei jedenfalls unumgänglich, da es den Maturanten 2013/14 "nicht zugemutet werden" dürfe, "weniger gezielt und qualifiziert vorbereitet worden zu sein als frühere und (hoffentlich) spätere AbsolventInnen".(APA)

 

D/E
02
24.11.2011, 20:59
Ach, jetzt auf einmal ist es "eine Allianz aus Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern"?

Kürzlich waren es noch die bösen Lehrer ganz allein (O-Ton Dr. Koenne).

Aaaber wenn die pädagogischen Experten von der IG Autoren das sagen, hat die Kritik ja gleich Gewicht.

Chat long
00
24.11.2011, 21:44

Ich glaube, hier ist Häme unangebracht. VertreterInnen der AG Autoren waren schon immer recht skeptisch der Teilzentralen Kompetenzorientierten Reifeprüfung gegenüber eingestellt.
Grundsätzlich geht es der IG Autoren um den zukünftigen Stellenwert von Literatur im Rahmen der Zentralen Deutsch-Matura - und da ist ja immer, wenn "Kompetenz" angesagt ist, Alarmstufe Rot angebracht.
Literarische Themen, die auch Wissen um Autor, Entstehungszeit, literarische Analyseinstrumente und Aspekte der Rezeption verlangen, sollen ja in Zukunft nicht mehr gestellt werden. Wenn, dann soll man mit einem gegebenen literarischen Text (bekannt oder unbekannt) "etwas anfangen" können, und sei das Ergebnis (literaturwissenschaftlich) auch noch so fragwürdig.

D/E
06
25.11.2011, 08:33
Sie missverstehen mich grundlegend.

Die Anliegen der IG Autor/inn/en kann ich nachvollziehen.

Was mich giftet, ist die simple Tatsache, dass man ihnen als den nicht direkt Involvierten sofort und uneingeschränkt Glauben schenkt, während man denen, die das Ganze mitmachen und wissen, wie verfahren der Karren schon ist, unlautere Motive unterstellt.

Die Kaltschnäuzigkeit, mit der die berechtigten Sorgen der Schulpartner weggewischt werden ("Ende der Schwindelkultur"), lässt tief blicken: Hier sind verantwortungslose Selbstvermarkter am Werk, keine Schulreformer.

georg furtner1
10
24.11.2011, 21:40

Ach, in D wird sich die Sache schon ausgehen, zumindest in den Gyms. Dass die BHS die gleiche Matura in D machen sollen, ist aber heftig. M ist dagegen echt noch zu wenig vorbereitet.

Penelope11
00
28.11.2011, 21:38

Da bin ich nicht so sicher. Klar kann man mit Gewalt ein neues System überstülpen, aber die Herrschaften, die dieses System erarbeiten, sind sich noch nicht einmal einig, ob nun eine zentrale Leseliste vorgeschrieben sein soll (bei einem Seminar mit Herrn Taubinger von der AG Germanistik Ende September wurde verkündet, dass dies so sein soll) oder nicht (Seminar mit Herrn Staud, auch AG Germanistik, der dies dementiert). Abgesehen davon, dass eine quasi-Gleichschaltung der Lektüre mich zutiefst anwidert, sind auch die Vorgaben für die Textsorten noch nicht ganz klar und die Lehrbücher noch nicht entsprechend gestaltet - und das, obwohl die jungen Leute, die es betrifft, bereits in der 6. Klasse sitzen!!!

D/E
00
29.11.2011, 10:18
Und das ist noch gar nichts verglichen mit dem Chaos um die

Anforderungen für Mathematik.

Radio Eriwan
00
24.11.2011, 18:37
Vergebliche Liebesmüh.

Die Ministerin ist blind und taub. Das eint sie mit der ÖVP.

AttenTexter
 
01
24.11.2011, 19:09
...

Und der SPÖ.
Und der FPÖ.
Und dem BZÖ.
Und den Grünen.
Und so weiter.

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