Verwirrende Bilanz der Berliner Umweltzone

24. November 2011, 18:10
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Tage mit Feinstaubbelastung gingen nicht zurück - Situation an Straßen besserte sich

Wien - Die Umweltzonen in Deutschlands Städten werden derzeit auch hierzulande gerne als Mittel gegen die Feinstaubbelastung gefordert. Doch: Sind sie auch erfolgreich? Ein Blick nach Berlin gibt Aufschlüsse.

Das Grundprinzip einer Umweltzone ist, dass die Autos in drei verschiedene Klassen eingeteilt werden, die an Plaketten an der Windschutzscheibe erkennbar sind. An den Rändern der innerstädtischen Umweltzonen finden sich dann Fahrverbotschilder mit dem Hinweis, welche Fahrzeugklassen trotzdem durch dürfen.

In Berlin sind das seit 1. Jänner 2010 nur mehr jene, die einen grünen Aufkleber haben. Auf den ersten Blick eine wenig erfolgreiche Maßnahme. Wurden im Jahr 2009 im innerstädtischen Bereich je nach Station 14 bis 20 Tage über dem Grenzwert registriert, waren es im ersten Umweltzonenjahr 2010 dann 31 bis 39, heuer hält man bei 31 bis 34.

Annette Rauterberg-Wulff von der zuständigen Stelle sieht allerdings dennoch einen Erfolg. "Was wir deutlich sehen können ist, dass die Zusatzbelastung durch den Verkehr für jene Menschen, die direkt an den Durchzugsstraßen wohnen, im Vergleich zu 2006 um 40 Prozent gesunken ist." Auch die Umrüstung auf abgasärmere Autos dürfte beschleunigt worden sein - selbst im angrenzenden Potsdam fahren mittlerweile mehr Neuwagen. (Michael Möseneder, DER STANDARD-Printausgabe, 25.11.2011)

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