Auftritt im "Fetznleiberl"

24. November 2011, 17:19
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Die Gratulanten taten sich schwer mit den Glückwünschen

Wenn es als Geschenk gedacht war, den Grünen zum 25. Geburtstag einen ganzen Club 2 zu widmen, fiel die Party zumindest in diesem Rahmen zur Gänze aus: Die Gratulanten taten sich schwer mit den Glückwünschen.

Andreas Khol spielte anfangs auf lieb und schmunzelte über den "neuen Dresscode", den die ausgeflippten Ökos damals ins Parlament mitbrachten: "Sie san mitn Fetznleiberl dahergekommen! Mit Koffern. Mit Sonnenblumen." Dergleichen Milde - Zeit heilt offenbar selbst bei konservativen Politikern viele Wunden - überraschte nicht nur Johannes Voggenhuber, der sich fast verängstigt von Khol distanzierte: Die Grünen werden "ganz sicher keine zweite ÖVP". Gott bewahre!

Den von ihm eingeforderten frischen Wind brachte Blogger Andreas Unterberger herein, indem er gewissermaßen für sich in Anspruch nahm, der geistige Vater der Grünen zu sein: Er habe Anfang der 80er-Jahre ein Buch "über die Alternativ-Bewegung geschrieben, da war von Hainburg noch keine Rede". Damit konnte nun wirklich niemand rechnen.

Dass aber auch so noch viel zu tun ist, bewies schließlich die nachfolgende Debatte, in die sich (klein-)bürgerliche Empörung mischte, ganz so wie damals, als die Grünen noch in "Fetznleiberln" auftraten: Das "Entsetzliche" an gendergerechter Sprache, die "Überbetonung" der Minderheiten: "Was ihr aufführts!", erboste sich der bürgerliche Seniorenvertreter. Wenigstens den Diskutanten schien das gut zu gefallen. Der Club 2 überzog die übliche Stunde um knapp 30 Minuten und endete schließlich mit einem Zornesmonolog Voggenhubers über versumpfte Parteienfinanzierung. Immerhin ein versöhnliches Ende. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 25.11.2011)

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