Schweizer Bahn

"Bahnen verdienen ihre Infrastruktur nicht"

Interview | Luise Ungerboeck, 24. November 2011, 17:38

SBB-Chef Andreas Meyer über notorische Defizite im Schienen-Güterverkehr, teure Bahninfrastruktur und Subventionen

Standard: Die Schweizerische Bundesbahn (SBB) fährt Gewinne ein, und verlangt trotzdem mehr Geld für den Unterhalt des Schienennetzes. Können Bahnen die laufenden Investitionen für ihren Betrieb grundsätzlich nicht erwirtschaften?

Meyer: Unterhalt heißt, das Inordnung-Halten einer Strecke. Das sind Reparaturen, Ausbesserungen und Reinvestitionen zum Beispiel im Schienenkörper.

Standard: Für diese Aufwendungen muss ein normales Unternehmen Rückstellungen bilden so wie Abnützung und Wertminderung in der Bilanz berücksichtigt werden. Warum haben Staatsbahnen eine derartige Sonderstellung?

Meyer: Eisenbahnen in Europa verdienen ihre Infrastruktur nicht. Das ist so in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz.

Standard: Das ist in gewisser Weise auch bequem, weil die Allgemeinheit zahlen muss. Warum ist das so?

Meyer: Weil Eisenbahnen, wenn Sie so wollen, politisch gefördert werden. Es ist gewünscht, dass es ein Grundangebot gibt, das bezahlbar ist. Müsste man den Preis für eine Bahntrasse in den Ticketpreis inkludieren, dann würde sich nicht die gesamte Breite der Bevölkerung das Zugfahren so leisten können, wie das der Fall ist.

Standard: Warum sind die Kosten für Erhaltung und Betrieb so hoch?

Meyer: Es ist auf der anderen Seite auch so, dass die anderen Verkehrsträger nicht alle Kosten bezahlen, die sie tatsächlich verursachen. Nehmen Sie den Flugbetrieb oder gerade die Straße: Diese Verkehrsträger tragen die externen Kosten, die Umweltschäden, die volkswirtschaftlichen ja auch nicht selbst.

Standard: In Österreich stehen Zuschüsse für Erhaltung und Betrieb des ÖBB-Netzes ständig in der Kritik. Wie viel dieser Kosten kann SBB stemmen?

Meyer: Neu- und Erweiterungsinvestitionen werden samt und sonders von der öffentlichen Hand bezahlt, vom normalen Betrieb trägt die SBB rund 30 Prozent der Gesamtkosten, 70 werden vom Staat finanziert. Aber wir haben genau dieselbe Diskussion in der Schweiz. Ich musste deutlich machen, dass man im hochbelasteten Netz mehr tun muss im Unterhalt, auch mit großen Belastungen für den öffentlichen Haushalt.

Standard: War Erhaltung in der Vergangenheit nicht ausreichend dotiert? Es ist von fast zehn Milliarden Franken die Rede, die in wie vielen Jahren investiert werden sollen?

Meyer: Es sind zwei Milliarden. Bei der Dauer kommt darauf an, wie viel Geld für diesen Nachholbedarf bei Stromversorgung, Oberleitungen, Ersatz von Schienen etcetera zur Verfügung steht. Ich rechne damit, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, um diesen Nachholbedarf abzubauen.

Standard: So gut wie im Personenverkehr läuft es im Güterverkehr der SBB nicht, wenngleich SBB Cargo ihr notorisches Defizit von jährlich gut 60 Millionen Franken im ersten Halbjahr deutlich reduziert hat.

Meyer: Aber auch wegen außerordentlichen Effekten, etwa durch die Auflösung von Rückstellungen und den Verkauf eines Anteils am internationalen Verkehr. Operativ haben wir uns schon verbessert, liegen aber immer noch ordentlich in den negativen Zahlen.

Standard: Ihr Vorgänger Benedikt Weibel hat einmal gesagt: "Fix it or close it." Was man nicht dauerhaft in die Gewinnzone bringt, sollte man weggeben. Was ist das Problem der SBB im Güterverkehr?

Meyer: Auf der einen Seite haben wir widersprüchliche Ziele. Wir haben den Auftrag ein flächendeckendes System anzubieten und gleichzeitig eigenwirtschaftlich.

Standard: Versteht der Eigentümer, also die Politiker nicht, dass das nicht zusammengeht?

Meyer: (lacht) Sehen Sie, es gibt so viel Interpretationsspielraum, was ist das eigentlich, dass man das eine oder das andere tun kann? Das erste ist daher, Klärung der Ziele. Da haben wir aus meiner Sicht Fortschritte gemacht, denn der Eigentümer sagt heute klar: flächendeckendes Netz im Rahmen der Eigenwirtschaftlichkeit. Das wurde aber nicht immer so verstanden - auch in unserem Unternehmen.

Standard: Wie verstehen Sie das?

Meyer: Ja, völlig klar, wir haben auch in diesem Geschäft schwarze Zahlen zu schreiben. Der zweite Punkt ist, und das unterscheidet uns von Österreich, wir haben in der Schweiz keine langen Distanzen, auf denen der Güterverkehr prädestiniert ist, seine Erfolgsfaktoren auf die Schiene zu bringen. Wir haben eine Ost-West-Ausdehnung von 200 bis 300 Kilometer nicht von rund 600 wie Österreich. Ab 600 Kilometer sind Ganzzüge bei gleichen Rahmenbedingungen gegenüber der Straße so richtig wettbewerbsfähig. Also, die langen Distanzen haben wir nicht, aber wir haben den politischen Willen, dass im Binnengüterverkehr viele Lasten von der Straße auf die Schiene bewegt werden. Nur: Bisher hat man es nicht gewagt zu sagen, dass das auch seinen Preis hat.

Standard: Sie wollen also noch mehr Geld vom Staat?

Meyer: Gerade das Einzelwagenladungsverkehrsnetz ist sehr aufwändig, nicht sehr flexibel, mit hohen Fixkosten, einem aufwändigen Betrieb, denken Sie an Trassenbestellungen, Rangierteams und Rangierbahnhöfe und so weiter. Für unregelmäßige Kleinsendungen, etwa ein Wagen mit Baumstämmen aus irgendeinem Tal oder einen Marmorblock aus einem Werk. In diesem Segment ist die Bahn schlicht nicht wettbewerbsfähig. Wenn man diese Transporte trotzdem will, muss es entweder der Kunde oder die öffentliche Hand bezahlen.

Standard: Wissen Sie schon, wer dafür bezahlen wird?

Meyer: Nein, in diesem Prozess stecken wir. Wir werden aufzeigen, welche Relationen betriebswirtschaftlich nachhaltig gefahren werden können - und welche nicht. Dann hat die öffentliche Hand, sofern es zu wesentlichen Bedienungseinschränkungen kommen sollte, die Möglichkeit, diese Verkehre zu bestellen.

Standard: Das heißt, die öffentliche Hand muss sich darauf einstellen, noch mehr Geld zu zahlen?

Meyer: Das ist eine politische Diskussion, ob man den Schienengüterverkehr auf diese Art und Weise subventionieren will.

Standard: Was empfehlen Sie?

Meyer: Wir haben eine klare Gewaltentrennung: Ich führe das Unternehmen und die Politik legt die Rahmenbedingungen fest. Im Moment ist in den präzisierten Zielen klar: Wir müssen ein positives Ergebnis erzielen und wir können sagen, was das bedeutet. Bevor wir das tun, hat die Politik die Möglichkeit zu sagen, was sie will.

Standard: Vielleicht sollten sie die Cargo-Sparte verkaufen oder einen Partner suchen, um längere Distanzen und Rentabilität zu schaffen?

Meyer: Das ist überhaupt nicht die Frage! Wenn das jemand anderer besser könnte, könnte man darüber sprechen. Aber sagen Sie mir, welches Land hat Unternehmen, die den Güterverkehr besser machen als wir? Das ist ja nicht eine strukturelle Frage. Ich sage, der Wagenladungsverkehr muss saniert werden - in Zusammenarbeit mit den Kunden. Und wir müssen uns auf der anderen Seite auf die Zukunft vorbereiten im kombinierten Verkehr, also den Containerverkehr. Wir als Bahnen dürfen nicht in alten Strukturen verharren und müssen die letzte Meile vielleicht mal mit Lkw machen, weil es die Bahn eben nicht so flexibel kann, wie es die Kunden bezahlen können.

Standard: Könnte es ein Anbieter mit einem größeren Netz und Einzugsgebiet schaffen? Er könnte ausgleichen zwischen Langstreckentransporten mit hohen Margen und aufwändigen Einzelwagen ...

Meyer: Da müssen Sie jetzt unterscheiden, es ging bisher um den Binnengüterverkehr, dem Wagenladungsverkehr, der die Schweiz versorgt. Den internationalen Teil haben wir bereits in eine Gesellschaft mit dem Partner Hupac gesteckt, da machen wir auf der Nord-Süd-Achse den Punkt-zu-Punkt-Verkehr.

Standard: Und das funktioniert?

Meyer: Der starke Franken drückt derzeit die Erlöse, wir müssen also uns etwas mehr anstrengen.

Standard: Aber das defizitäre Geschäft bleibt dem Steuerzahler?

Meyer: Der Wagenladungsverkehr ist ein Netzwerkgeschäft, eine andere Geschäfts- und Produktlogik. Deshalb haben wir es in eine separate Einheit gegliedert.

Standard: Die Rollende Landstraße (Rola) ist teuer und man führt mit dem Zug die Tara spazieren. Warum wird dieses absurde Geschäft mit Millionen subventioniert?

Meyer: Langfristig haben Sie sicher recht, insbesondere in einem hochbelasteten Netz, wo wir Mühe haben, Züge durchzubringen. Da ist der Containerverkehr sicher effizienter, weil mehr Fracht transportiert werden kann. Aber sie entspricht einem Kundenbedürfnis, sie wird vom Bund bestellt und subventioniert.

Standard: Haben Sie jemals einen Verkauf der SBB Cargo oder Hereinnahme eines Partners angedacht?

Meyer: Das steht nicht zur Diskussion. Wir hatten einmal Partner gesucht, aber nach dem Konjunktureinbruch war die Investitionsfreude beschränkt.

Standard: Die wollten SBB Cargo aber nicht einmal geschenkt, oder?

Meyer: Das stimmt nicht, aber wenn Sie investieren, wollen beide Seiten kalkulierbare Rahmenbedingungen. Erstens die Schweiz für ihre Unternehmen und zweitens der Investor. Diese kalkulierbaren Rahmenbedingungen muss man erst schaffen in diesem Geschäft. Sie wollen es sich schließlich als Großkunde oder Land nicht verscherzen, oder riskieren, dass eine wesentliche Logistik-Anbindung mit einem Schlag abgeknapst wird.

Standard: Fürchten Sie Auslastungsverluste auf der Neuen Alpentransversale, sollte der Brennerbasistunnel jemals fertig werden?

Meyer: Wollen wir einmal schauen, wann er durchsticht. Das gibt es ja auf österreichischer und italienischer Seite noch einiges zu tun. Grundsätzlich hätten wir nichts dagegen. Denn die Trassen, die wir vom Güterverkehr frei bekämen, könnten wir auch für den Personenverkehr nützen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 25.11.2011)

Andreas Meyer ist seit 2007 Chef der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Davor war der Jurist mit MBA von INSEAD bei ABB, Babcock Borsig und bei der Deutschen Bahn (DB Energie, DB Stadtverkehr). Der 50-Jährige ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

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sandor giczi
01
30.11.2011, 21:55
Autobahn statt Bahn?

Ich bin neugirig ,wieviele Pkw-s ohne die Pendlerpauschale herumdüsen würden.

bunter wimpel
00
28.11.2011, 17:33
ein "normales" unternehmen kassiert erstens auch alle arten von indirekter und direkter subvention,

nur sind diese daten schwer aufzufinden und werden nicht automatisch mitkommuniziert, trotz der orientierung an privaten profiten (so zb geben presseprodukte wohl nicht regelmäßig im impressum an, wieviel subvention sie erhalten). erstens.

zweitens sind güter und dienstleistungen von allgemeinem öffentlichem interesse wie eben der bahnverkehr nicht primär dazu da, um privaten profit zu erwirtschaften.

Fritz Gurgiser
01
28.11.2011, 18:35
Also der Kommentar ist cool ...

Güter und Dienstleistungen von "allgemeinem Interesse" ... Es geht doch nicht um Profit, sondern um massive Verschuldung der nächsten Generationen für Projekte, für die heute keine wie immer geartete Notwendigkeit mehr besteht. Denn wir haben Straßen und Schienenwege genug, wir brauchen einen anderen effizienteren Umgang mit der Mobilität und unser Steuergeld für Bereiche, die den nächsten Generationen dienen und sie nicht verschulden. Das, was mit Semmering-, Koralm- und Brennertunnel angesichts des internationalen Umfeldes geplant ist, ist grob verantwortungslos und fahrlässig und steht im Widerspruch zur sorgsamen Verwendung von öffentlichen Geldern.
LG, Fritz Gurgiser

Frorey Fire
01
9.12.2011, 16:46
Sehen Sie's mal so:

Wenn die Hyperinflation oder der Staatsbankrott kommen, sind die Schulden weg, aber die Tunnel bleiben da. ;-)

revisor69
 
00
26.11.2011, 21:01
Viel zu hohe Infrastrukturkosten

Die Infrastruktur kann sich deshalb nicht über das IBE refinanzieren, weil die Neubauten viel zu teuer und überzogen realisiert werden und aufgrunddessen eine zu hohe Afa entsteht.

Es fehlen die "italienischen Wochen" à la Draxler, der wirkungsbezogene Maßnahmen arbeitete und diese dann versuchte, umzusetzen.

JosyH1
22
25.11.2011, 12:24
Was man in der Diskussion immer zu wenig hervorhebt ist

dass auch die Infrastruktur und deren Erhalt für Straßenverkehr und Luftfahrt enorm subventioniert werden und sich nicht rechnen - siehe Asfinag.

Wolfgang Bodem1
 
00
14.12.2011, 16:03
warum da rote stricherl?

es ist tatsache, dass sich der strassenverkehr nicht selbst erhalten kann....ein LKW nutzt dien strasse 16000x mehr ab, als ein PKW. Erhaltung, Ausbessern, Schneeräumung, autobahn WC, Beleuchtung S1 usw, alle anfallendan Arbeiten, wer bezahlt denn das? Und jetzt bitte nicht bwieder das Märchen vom Autofahrer als Melkkuh der Nation. 1961 musste man für eine lt. Benzin ca. 60% mehr arbeiten als heute und 2011 wurden trotz der "hohen" Benzinpreise um 33% mehr SUVs zugelassen als 2010... weil alles so teuer ist??

x12r13
22
25.11.2011, 12:15
Mär vom Schädling Verkehr

2009 - ca 430 Mio EUR Nova
Ca 400.000 Neuzulassungen -
-> 1,3 Mrd MwSt
Möst: 4 Mrd
MwSt Sprit: 1 Mrd
320 Mio Versicherungssteuer
1,52 Mrd KFZ Steuer
1 Mrd: Roadpricing
Werkstatt - Ausgaben ca 500 EUR p.a. pro Fzg: -> 100 EUR MwSt pro Fzg * 6 Mio Fzg -> 600 Mio

Ca 10 Mrd DIREKT Einnahmen.

Ausgaben für den Verkehr: ca 5 Mrd Eur

Externe Kosten? Bei jeder Art von Mobilität gibt es Unfälle, Pferde = 10x gefaehrlicher als Autos.
Wer stellt die Arbeitszeitvernichtung durch öffentliche Verkehrsmittel volkswirtschaftlich in Rechnung (60min Stau pro Tag)?
Wer berücksichtigt KFZ gebundenen Arbeitsplätze (Werkstaetten, Handel, Zulieferer)?

Wolfgang Bodem1
 
00
14.12.2011, 16:05
geh bitte

der stau auf der tangente entsteht abersicher nicht durch die öffis!!!

Para Dox
21
25.11.2011, 14:06

Ich "liebe" Leute, die sich für g'scheiter halte als sämtliche Experten und Wissenschaftler zusammen.

Fritz Gurgiser
01
25.11.2011, 20:12
Experten?

Für die drei "Milliardenschuldentunnels" werden Sie keine Experten finden, die Ihnen die Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und hohe Beschäftigungswirksamkeit bestätigen. Höchstens ein paar "Experten", die Ihnen bestätigen, wie leicht es in der Republik Österreich ist, bei Pensionen, Bildung, Gesundheit, ländlichen Raum etc. den Rotstift anzusetzen, während gleichzeitig Milliarden an "amici" verteilt werden sollen. Für jedes Wort stehe ich persönlich gerade. mit dem "Faymannopolis-Weg" der "Vertunnelung der Zukunft der nächsten Generationen ist jedenfalls nichts mehr zu gewinnen. LAbg. Fritz Gurgiser

knecht ruprecht
22
25.11.2011, 13:44
:)))))))))))))))))))

"Externe Kosten des Straßenverkehrs? Pfff. Pferdereiten sind viiiiiiiel gefährlicher!!!!"
Sorry, aber das find ich sehr amüsant.
Freund google liefert zB das http://tinyurl.com/bu3w6dh und noch viel mehr.

Fritz Gurgiser
01
25.11.2011, 07:39
Das alte Lied.

Nun, nicht viel Neues, leider. Fakt ist: Nicht einmal die SBB sind trotz Transitabkommen mit der EU vom 30.11.98/01.12.98 imstande, ihre in der Verfassung verkankerten Ziele umzusetzen. Das Limit von 650.000 Transit-Lkw durch die Schweiz musste auf weitere 10 Jahre (!) verschoben werden. Dafür kosten Lötschber und Gotthard statt 13 nun vorläufig 32 Milliarden. Und Österreich? Semmering-, Koralm- und Brennertunnel als "Milliardentunnelschuldenrucksack" für die nächsten Generationen, obwohl die ÖBB schon heute von der Schiene auf die Straße "verlagern" - im Personen- und Güterverkehr. Weil Bundes- und vor allem EU-Politik zu feige sind, die notwendigen Rahmenbdingungen herzustellen. Tunnelbremse statt Schuldenbremse - www.transitforum.at

revisor69
 
00
26.11.2011, 21:05
Verfehlte Verkehrspolitik

Lieber Fritz!

Ich gebe Dir recht, daß
a) unserer Verkehrspolitik von Ahnungslosen und der ÖBB gemacht werden (sind die Einsager für die Bures),
b) wir nur ein Flickwerk an Neubauten haben, die wertlos sind,
c) kein anderes Land durch sinnlose Verkehrsbauten derart verschantelt wie in Österreich,
d) die europäische Verkehrspolitik nur aus Sonntagsreden besteht.

Para Dox
00
25.11.2011, 14:11

Der Semmering Basistunnel ist für die Südbahn unerlässlich. Die Fahrzeiten sind einfach nicht kunkurrenzfähig gegenüber den PKW. Der Güterverkehr würde ebenfalls billiger werden, weil man in Payerbach bzw. Mürzzuschlag nicht zusätzliche Loks ankuppeln müsste.

Facialbook
00
29.11.2011, 19:57
Ihr Problem:

Sie verstehen die Psychologie von Bahn- bzw. PKW-Fahrern nicht. Wer privat mit der Bahn fährt, der rechnet 30 Minuten plus/minus einfach in seinen Tagesablauf ein – dem ist das egal.
Wer beruflich mit der Bahn fährt, der arbeitet mit seinem Laptop eben 30 Minuten länger während der Fahrt. Ebenfalls egal. Ein PKW-Fahrer wird auch wegen 30 Minuten idR niemals umsteigen, Autofahrer finden immer irgendeinen logischen Grund, nicht wechseln zu können. Und selbst wenn man davon absieht: keiner streitet ab, dass der SBT SUPER oder zumindest NÜTZLICH wäre – aber leider stehen auf der anderen Seite der Rechnung die enormen Kosten. Budgetieren heißt Abwägen und für Generationen Entscheiden.

gigngogn
 
10
25.11.2011, 14:45

> Die Fahrzeiten sind einfach nicht kunkurrenzfähig
>gegenüber den PKW
Sind sie mit Tunnel aber auch nicht

Para Dox
00
25.11.2011, 16:17
Das stimmt nicht

1. Wäre die Strecke konkurrenzfähig 2h statt 2:30

2. Ist der SBT ist die Voraussetzung für einen weiteren Ausbau der Südbahn.

Nach Salzburg die die Fahrzeiten definitiv konkurrenzfähig. Die ca. 2:40 schafft man mit dem PKW kaum, selbst wenn man immer 10-20km/h schneller fährt als erlaubt. Klo- oder Kaffeepause ist da nicht einmal eingerechnet.

gigngogn
 
00
25.11.2011, 17:16

ad 1.) Nein, wäre sie nicht, es wären ~20Min Zeitersparnis, also 2:10 und mit dem Auto schaffen sie es real locker in 1:50, an guten Tagen, völlig legal, auch in 1:40

ad 2) Was wollen sie da ausbauen und wozu?

Was nützt ihnen der Semmeringtunnel für die Verbindung nach Salzburg? Nüsse!

Para Dox
00
27.11.2011, 01:19

Sämtliche Quellen, die man im Internet findet, sagen 30Min.

Die Südbahn ausbauen zu einer Hochleistungsstrecke.

Salzburg dient als Bsp. für konkurrenzfähige Fahrzeiten. Ich habe nie behauptet, dass hier der SBT etwas nützen würde. Lesen!

gigngogn
 
00
28.11.2011, 10:46
Selbst mit 30Minuten ist die Bahn immer noch langsamer als das Auto :)

>Die Südbahn ausbauen zu einer Hochleistungsstrecke.
Wozu? Die Auslastung ist schlicht nicht da, deswegen werden ja Strecken eingestellt weil die Bahn weder bei der Zeit, noch beim Preis und schon gar nicht bei der Bequemlichkeit mit dem PKW mithalten kann.

revisor69
 
10
26.11.2011, 21:07
SBT

Dieses Projekt ist der größte Schwachsinn, der in Österreich geboren wurde. Wir brauchen eine schnelle Verbindung von Wien nach Graz (meinetwegen eine Südostspange oder was auch immer), dann macht die Koralm und die Pontebba einen verkehrspolitischen Sinn. Alles andere sind nur teure und unnütze Flickwerke.

gigngogn
 
00
28.11.2011, 10:48
Wir *haben* eine schnelle Verbindung von Wien nach Graz, nennt sich A2

Wozu nochmal eine teure und offenbar nicht benötigte Infrastruktur bauen und erhalten?

Para Dox
00
27.11.2011, 01:21
???

Gerade der SBT schafft die schnelle Verbindung Wien-Graz. Die Südost Spange würde einen Umweg bedeutet. Auch wenn man schneller fahren könnte, als jetzt über den Semmering, wäre der Zeitvorteil durch den Umweg ca. egalisiert --> vollkommen nutzlos.

Chrifa
00
25.11.2011, 07:52
Richtig!

Ohne Lenkungsmaßnahmen wird es nicht gehen.
Die Schweiz hat ja - nicht zuletzt wegen Erpressung durch die EU - das Tonnagelimit seit 1.1.2001 von 28t ebenfalls auf 40t angehoben.
Die Wiedereinführung des 28t Limits Europaweit würde die ganze Transitproblematik lösen...
Die Politik geht aber genau in die falsche Richtung - Stichwort: Gigaliner

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