Farbstoff hilft Chirurgen bei der raschen und einfachen Identifizierung und Entfernung von Krebszellen
Tokio/Berlin - Ein Spezialspray könnte Medizinern künftig dabei helfen,
Tumore schnell zu identifizieren und restlos aus dem Körper zu verbannen. Der
Farbstoff lasse Krebszellen kurz nach dem Aufsprühen grünlich leuchten und
könnte Chirurgen auf diese Weise zeigen, ob an der operierten Stelle noch
Krebsgewebe oder wenige Millimeter große Metastasen übrig geblieben seien,
berichteten Wissenschaftler im Fachjournal "Science Translational Medicine".
Das binnen Sekunden bis Minuten wirkende Spray sei an menschlichen
Eierstockkrebszellen in Mäusen getestet worden, schrieben die japanischen und
US-amerikanischen Forscher. Bisherige Färbeverfahren, etwa mit fluoreszierenden
Antikörpern, nähmen mehrere Stunden oder gar Tage in Anspruch.
Die Mediziner um Yasuteru Urano von der Universität Tokio stellten einen
Farbstoff namens gGlu-HMRG her. Er wird von einem Enzym aktiviert, das in den
Zellen vieler Krebsarten aktiv ist: der sogenannten Gamma-Glutamyltranspeptidase
(GGT). In Kulturen menschlicher Zellen und bei den Versuchen mit Mäusen habe
gGlu-HMRG rasch fluoresziert. Der Kontrast zwischen Krebszellen und normalem
Gewebe sei sehr deutlich gewesen, schreiben die Forscher.
Nicht bei allen Tumorarten wirksam
In einem Begleitkommentar erläutern Mediziner aus San Diego
(Kalifornien/USA), dass klinische Versuche mit anderen Farbstoffen bereits
zeigten, dass sich markierte Tumore besser entfernen lassen. Vorteile der neuen
Methode seien ihre simple Anwendung und das rasche Ergebnis. Die
gGlu-HMRG-Fluoreszenz halte zudem mindestens eine Stunde an, schreiben Michael
Bouvet von der Universität Kalifornien und Robert Hoffman vom
Biotechnologie-Unternehmen AntiCancer. Die Methode sei aber auf Tumore mit hoher
GGT-Aktivität beschränkt. (APA, red)