Krebs-Schnellerkennung

Spezialspray lässt Tumore grün aufleuchten

27. November 2011, 12:15
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    foto: science/hisataka kobayashi/molecular imaging program/national cancer institute/national institutes of health

    Grün leuchtende abgesiedelte Ovarienkrebs-Herde im Bauchraum. Der neue Farbstoff macht die Metastasen für den  behandelnden Chirurgen gut erkennbar.

Farbstoff hilft Chirurgen bei der raschen und einfachen Identifizierung und Entfernung von Krebszellen

Tokio/Berlin - Ein Spezialspray könnte Medizinern künftig dabei helfen, Tumore schnell zu identifizieren und restlos aus dem Körper zu verbannen. Der Farbstoff lasse Krebszellen kurz nach dem Aufsprühen grünlich leuchten und könnte Chirurgen auf diese Weise zeigen, ob an der operierten Stelle noch Krebsgewebe oder wenige Millimeter große Metastasen übrig geblieben seien, berichteten Wissenschaftler im Fachjournal "Science Translational Medicine".

Das binnen Sekunden bis Minuten wirkende Spray sei an menschlichen Eierstockkrebszellen in Mäusen getestet worden, schrieben die japanischen und US-amerikanischen Forscher. Bisherige Färbeverfahren, etwa mit fluoreszierenden Antikörpern, nähmen mehrere Stunden oder gar Tage in Anspruch.

Die Mediziner um Yasuteru Urano von der Universität Tokio stellten einen Farbstoff namens gGlu-HMRG her. Er wird von einem Enzym aktiviert, das in den Zellen vieler Krebsarten aktiv ist: der sogenannten Gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT). In Kulturen menschlicher Zellen und bei den Versuchen mit Mäusen habe gGlu-HMRG rasch fluoresziert. Der Kontrast zwischen Krebszellen und normalem Gewebe sei sehr deutlich gewesen, schreiben die Forscher.

Nicht bei allen Tumorarten wirksam

In einem Begleitkommentar erläutern Mediziner aus San Diego (Kalifornien/USA), dass klinische Versuche mit anderen Farbstoffen bereits zeigten, dass sich markierte Tumore besser entfernen lassen. Vorteile der neuen Methode seien ihre simple Anwendung und das rasche Ergebnis. Die gGlu-HMRG-Fluoreszenz halte zudem mindestens eine Stunde an, schreiben Michael Bouvet von der Universität Kalifornien und Robert Hoffman vom Biotechnologie-Unternehmen AntiCancer. Die Methode sei aber auf Tumore mit hoher GGT-Aktivität beschränkt. (APA, red)

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12 Postings
bläh! bläh!
00
29.11.2011, 20:24

"Die Methode sei aber auf Tumore mit hoher GGT-Aktivität beschränkt."

und das sind welche?

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
28.11.2011, 15:23
Wie sprüht man im Bauchraum ?

hab's nicht verstanden - man sprüht außen auf die Haut oder wie ?

DD1981
00
1.12.2011, 15:27

Du hast es schon verstanden - IM Bauchraum => man wird aufgeschnippelt vom Chirurgen, der schneidet mal weg was er sieht, dann sprüht er rein und schneidet dann noch alles weg was grün ist.

So erwischt er auch garantiert alles.

wuca
00
30.11.2011, 13:04

ein chirurg macht was mit tumoren?... ;)

Columbo_der_neue
00
28.11.2011, 12:20
Tokio/Berlin

Ich hoffe es kommt nicht aus dem AKW Fukushima, der Farbstoff.

M L3
01
28.11.2011, 01:55
Könnte man den Farbstoff nicht irgendwie mit einem Stoff koppeln,der die Krebszellen gleich zerstört?

Wenn die schon so schön markiert sind, dann müßte das doch möglich sein. Oder dann mit Laser der passenden Wellenlänge bestrahlen, der Farbstoff absorbiert die Energie und brutzelt die Krebszellen.

PatriotInnen sind IdiotInnen
00
28.11.2011, 14:43

Daran wird bereits geforscht/gearbeitet aber Medikamenten-Entwicklung ist ein sehr sehr langwieriger Prozess. Es wird wohl noch etwas dauern damit so Krebs zerstört werden kann. Die Idee, mithilfe von z.b Antikörper-Fragmenten (den Bindestellen) + daran gekoppelte Therapeutika Krankheiten gezielter bekämpfen zu können gibt es aber schon sehr lange. Ich find nur leider grad keinen gut verständlichen Artikel zum Thema :(.

bildungsoffensive
00
28.11.2011, 11:27

wenn es so einen stoff gäbe, der NUR krebszellen angreift, dann würde so einer längst verwendet werden, unabhängig von der sichtbarmachung.

der "farbstoff" wird ja nur an den krebszellen sichtbar, wird aber in weit größeren regionen im körper verteilt.
verstanden?
da dürfte dieser wirkstoff nur dann seine wirkung entfalten, wenn der "farbstoff" für den menschen zu leuchten beginnt.

ich denke die weltherrschaft zu übernehmen ist einfacher.

M L3
00
1.12.2011, 16:21
Also mit einem zuverlässigen Mittel gegen Krebs wäre man der Weltherrschaft schon ein gutes Stück näher :-)

Macht, Geld, Getreue,.... könnte man damit sicher bekommen, mindestens so leicht wie wenn man zB große Mengen Erdöl besitzt.
Aber es muß nicht so schwierig sein, einen Wirkstoff an den leuchtenden Zustand zu koppeln. Ob das Molekül leuchtet bzw. fluoresziert, hängt mit seiner inneren Struktur zusammen, mit der Anordnung von Elektronen und elektrischen Ladungen. Genau diese Eigenschaften beeinflussen auch die Fähigkeit des Moleküls zu chemischen Bindungen. Es ist durchaus möglich, daß man hier einen Arzneistoff an das Molekül koppelt, der nur unter diesen Bedingungen spezifisch freigesetzt und wirksam wird. Man muß "nur" sicherstellen, daß die überschüssigen, gebundenen Molküle nicht später im Rahmen eines Abbaues unkontrolliert freigesetzt

PatriotInnen sind IdiotInnen
00
28.11.2011, 17:50

Toll, das was unserer Körper täglich unzählige Male macht ist also schwieriger als die Weltherrschaft zu übernehmen ... hmm ...

Martin Beckmann
00
27.11.2011, 17:20
Hautkrebs

Wäre interessant, ob dies auch bei Melanomen funktionieren kann.

Nerd Nr. 5
00
28.11.2011, 07:50

Das wär tatsächlich der nächste Hit. Mindestens genau so eine gute Geldmaschine wie der Schwangerschaftstest.

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