Was freier Wille für Zwangspatienten bedeutet

24. November 2011, 15:43
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Eine Studie zeigt wie die tiefe Hirnstimulation den freien Willen von Patienten beeinflusst

Was bedeutet freier Wille und Kontrolle über die eigenen Handlungen für Menschen mit Zwangsstörungen? Beeinflusst das Verfahren der Tiefenhirnstimulation zur Behandlung von Zwangsstörungen den freien Willen? Diesen Fragestellungen geht Ursula Spitzer in ihrer Masterarbeit „From free will to freedom of agency" nach, die nun mit dem DGPPN-Förderpreis für Philosophie in der Psychiatrie ausgezeichnet wurde.

An einer Pilotstudie nahmen über zwanzig Patienten mit Zwangsstörungen teil, die entweder medikamentös oder mit der Tiefenhirnstimulation behandelt wurden. Bei der Tiefenhirnstimulation handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, bei dem den Patienten Elektroden ins Gehirn gepflanzt werden und die regelmäßig elektrische Impulse abgeben. Dadurch sollen die Krankheitssymptome wie Zwangsgedanken und -handlungen wirksam unterdrückt werden. Die Studie zeigt, dass das Verfahren der Tiefenhirnstimulation von den Betroffenen nicht als Eingriff in ihre Persönlichkeit, sondern im Gegenteil als befreiend und hilfreich bei der Ausübung ihres freien Willens empfunden wird. (red)

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