Szene Salzburg präsentiert neues Festival

24. November 2011, 15:07
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Bei "Pneu" im Jänner mit Tanz, Theater und Performance

Salzburg - Das Programm eines neuen Festivals für Tanz, Theater, Performance, Film und Installation präsentierte die Szene Salzburg am Donnerstag. Die erste Ausgabe des Festivals mit dem Titel "Pneu" (Performing new europe) geht von 12. bis 15. Jänner 2012 über acht Bühnen der Stadt. Die 17 Künstler und Künstlergruppen, die ihre zum Teil mehrjährig konzipierten Projekte in Salzburg aufführen werden, stammen vom Künstler-Netzwerk "apap".

"apap-Künstler" und Kurator Emio Greco wird sein Stück "Hell" im Landestheater aufführen. "Hell" ist eine Collage aus zeitgenössischem Tanz, Musiktheater, Revue, und Film. Multimedial sind auch die Arbeiten der bereits bei den Wiener Festwochen und beim Steirischen Herbst erfolgreichen Formation "Berlin" aus Belgien. In ihrer Arbeit "Lands end" wird ein Kriminalfall mit den Mitteln von Dokumentarfilm, Installation, Theater und Performance aufgearbeitet.

Die Gruppe Fieldworks aus Norwegen versucht, Bewegungstheater mit realem Büroalltag zu vermischen. Die Künstler werden die Mitarbeiter der Szene an ihren Arbeitsplätzen vor Publikum performativ begleiten. Das in Salzburg entstandene Kollektiv "Studio 5" wiederum will die "Unmöglichkeit von Bewegung" mit filmischer "Stop-Motion-Technik" in einer Mischung aus Installation und Animationsfilm darstellen. Außerdem werden Philipp Gehmacher, Diego Gil & Igor Dobricic, Mette Ingvartsen , Felix Mathias Ott oder Dora Budor & Maja Cule ihre neuen Arbeiten zeigen.

Netzwerk von Berlin bis Zagreb

"apap" ist ein von der EU mit 2,5 Mio. Euro kofinanziertes Netzwerk unter der Leitung der Szene Salzburg. Insgesamt hat "apap" acht Mitglieder, darunter die Tanzfabrik Berlin, das Art Centre Buda aus Belgien, das Centrale Fies aus Italien oder das Student Centre Zagreb. Die Szene Salzburg hat 200.000 Euro aus dem fünf Mio. Euro schweren fünf-Jahres-Budget von "apap" genommen und damit das neue, viertägige Performance-Festival "Pneu" organisiert. Einige der Produktionen sind eigens für Salzburg entstanden, einige werden erstmals in Österreich gezeigt.

"Wir haben den Salzburger Kulturkalender nach Lücken durchforstet und festgestellt, dass Mitte Jänner eine gute Zeit ist für ein neues Festival dieser Art", erläuterte Szene-Intendant Michael Stolhofer. Einige der "Pneu"-Produktionen sollen auch beim Festival der "Sommerszene" im Juni und Juli gezeigt werden.

Was "Pneu" aber definitiv nicht sein will, ist ein Wanderfestival, das nach Salzburg in die anderen "apap-Städte" weiterreisen wird. "Das war so eine Schnapsidee der EU-Geldgeber. Aber Europa ist die Summe der Diversität, ein Konglomerat des Unterschiedlichen. Jede Stadt und jedes Land hat seine Eigenheiten, und daher sind andere Formate und auch andere Inhalte nötig, die auf eigenständige Art 'verortet' werden müssen", betonte Stolhofer. "In der EU gibt es keine kulturelle Kompetenz. Entscheidend für die Förderung ist so etwas wie europäischer Mehrwert. Und eine europäische Dimension hat apap auf jeden Fall", so Stolhofer, der nach seinem Abschied als Szene-Intendant Ende dieses Jahres im "apap"-Netzwerk, vor allem im neu gegründeten Berliner Produktionshaus, weiterarbeiten will.

Im Gegensatz zur Sommerszene ist "Pneu" kein Gratisfestival. Die Eintritte kosten von fünf bis 16 Euro. Geplant sind zudem Kooperationen mit der Tanzschule SEAD und dem Universitäts-Institut für Tanzwissenschaften. Es gibt einen Shuttleservice zwischen den acht Bühnen, sowie ein eigenes Festival-Cafe beim Republic.   (APA)

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