Lehrerarbeitszeit

Unterricht ist nur ein Drittel der Arbeit

24. November 2011, 15:01

Arbeitszeitstudie beruht auf Eigeneinschätzung der Lehrer

Wien- Geht es nach einem Vorstoß von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), sollen Junglehrer künftig sechs Stunden pro Woche mehr unterrichten, zwei davon ohne zusätzliche Bezahlung. Laut einer "Lehrer-Arbeitszeitstudie" aus dem Jahr 2000 haben jeweils rund die Hälfte der Lehrer an AHS und an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) eine Lehrverpflichtung von mehr als 21 Stunden pro Woche. 75 Prozent der Volksschul- und 73 Prozent der Hauptschullehrer müssen mehr als 23 Stunden pro Woche unterrichten. An den BMHS fallen 32 Prozent und an den AHS 23 Prozent in diese Kategorie. Dabei macht das Unterrichten selbst nach Eigeneinschätzung der Pädagogen zwischen 28 und 35 Prozent ihrer Arbeitszeit aus.

An der von der Unternehmensberatungsfirma Wentner und Havranek und dem Meinungsforschungsinstitut SORA durchgeführten Erhebung nahmen mit knapp 7.000 Lehrern rund sechs Prozent der österreichischen Pädagogen teil. Laut der Eigeneinschätzung arbeiten die Lehrer inklusive Überstunden an Hauptschulen im Schnitt 1.840 und an BMHS 1.973 Stunden pro Jahr, Volksschul-, Sonderschul- und AHS-Lehrer liegen dazwischen.

Von ihrer wöchentlichen Arbeitszeit wenden die Lehrer (alle Angaben bei voller Lehrverpflichtung) im Schnitt zwischen 35 (Volks-und Sonderschule) und 28 Prozent (AHS) für Unterricht auf. Die Vorbereitung des Unterrichts verlangt zwischen 19 Prozent (Hauptschule) und 23 Prozent (AHS) der gesamten Arbeitszeit, die Nachbereitung zwischen elf (Hauptschule) und 13 Prozent (AHS). In Summe kosten Vor- und Nachbereitung etwa soviel Zeit wie der Unterricht selbst.

"Große Unterschiede in der Arbeitszeit im Jahresverlauf"

Für "Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen" wenden Volksschullehrer zwischen sieben (Volksschule) und 16 Prozent (Hauptschule) ihrer wöchentlichen Arbeitszeit auf, für Fort- und Weiterbildung sind es über alle Schularten zwischen sechs und sieben Prozent. Der Rest der Arbeitszeit entfällt nach Angaben der Lehrer auf "weitere Tätigkeiten, die auf die Lehrverpflichtung zählen" und "sonstige täglich oder wöchentlich anfallende Tätigkeiten", wie etwa Gangaufsicht, Sprechstunden, etc.. Dazu kommen "sonstige Tätigkeiten", die von "Behörden- und Firmenkontakten" über die "Teilnahme an Konferenzen", "Betreuung von Fachbereichsarbeiten" bis zum "Studium von Schulgesetzen und Erlässen" reichen.

Klar hervorgestrichen wird in der Studie, dass es "den Lehrer" oder "die Lehrerin" nicht gibt. Auffällig seien die "großen Unterschiede in der Arbeitszeit zwischen den einzelnen Lehrern" und die "großen Unterschiede in der Arbeitszeit im Jahresverlauf". So hat laut Studie ein Viertel der Volks- und Sonderschullehrer angegeben, in der 18. Kalenderwoche des Jahres 2000 unter 37,6 Stunden gearbeitet zu haben, ein weiteres Viertel hat über 49,3 Stunden gearbeitet und die restlichen 50 Prozent liegen dazwischen. "Der tatsächliche Arbeitsanfall, das Engagement und die tatsächlichen Leistungen des einzelnen Lehrers finden aber keinen Niederschlag in der Besoldung", kritisiert die Studie. Aus diesem Grund wird in der mittlerweile elf Jahre alten Untersuchung gefordert, das "Lehrerdienstrecht zu überdenken". (APA)

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17 Postings
zawos
10
Sonstiges

Da fragt sich die/der Erwerbstätige:
wie geht das?
1/5 der Arbeitszeit für die Rubrik 'Sonstiges'

alles eine Frage der Effizienz, oder?

Weiterbildung: natürlich!!!
- natürlich außerhalb der Ferien, oder?

Jedes Unternehmen müsste bei derartigen MitarbeiterInnen ums Überleben bangen...

Wir bangen um unsere Zukunft...

A. Sieberer
17
25.11.2011, 10:38

Wie berechnet man Leistung im Lehrberuf?
Ist zwangsläufig der fleißige Vorbereiter der bessere Wissensvemittler?
Soll der Lehrer, der sich viel Arbeit macht, mehr verdienen als derjenige, der mit etwas weniger Aufwand den besseren Unterricht macht?

Bei aller zeitgeistigen Bösartigeit und Hetze gegen die Lehrer, einfach nur mehr Zeitaufwand zu verlangen ist dumm und schadet zuletzt nur unseren Kindern.

Alfred Moosbrugger
01
30.11.2011, 18:53
Tolle Polemik auf Kosten der Kinder

Implizit zu argumentieren, dass weniger Vorbereitungszeit besser ist, ist schon ein starkes Stück.

A. Sieberer
01
1.12.2011, 07:58

Das ist der Punkt an dem bei mir jedes Gespräch mit so manch einem Lehrer scheitert: implizierte Argumentation.
Das ist, was sich der Empfänger denkt, der Sender jedoch nie gesagt hat!

Ich habe nie behauptet weniger Vobereitung mache besseren Unterricht, ich habe nur gesagt, dass mehr nicht zwangsläufig besseren Unterricht bedeutet.

der gärtner
73
24.11.2011, 21:38

aja, die turnlehrer, die religionslehrer, die geografielehrer, die geschichtelehrer, die biologielehrer, die chemielehrer, die musiklehrer, die bildnerisch erziehungslehrer...

alle müssen sie sooo viele schularbeiten korrigieren,

der musiklehrer zerbricht sich täglich 1h lang den kopf was denn heute wieder gesungen werden soll und über welchen popstar aus dem 18.jh er reden soll

und dann muss das ja auch noch eine stunde lang nachbearbeitet werden

und weiterbilden muss man sich ja auch noch, weil die geschichte der antike und die einführung in die chemie sich ja andauernd ändern.

und es ist ja nicht so, dass die schüler sich leicht tun in geschichte, geografie, religion etc. die können sich das nicht 3 tage vor dem test selb

hannsib
 
01
18.12.2011, 09:24
Apropos Musiklehrer

Musiklehrer sind an Musikhauptschulen zB höchst gefordert, weil sie (auch an Wochenenden) viele Auftritte der Musikhauptschüler begleiten. Wenn sie einmal in einer Band oder im Chor für Auftritte geprobt haben wissen sie auch, wieviel "Vorbereitungsarbeit oder Probenarbeit" da notwendig ist und ob sies glauben oder nicht, das Leiten von solchen Proben ist nocheinmal ca 20- 50% mehr Energieeinsatz. Noch dazu sind Schüler keine "fertigen Musiker", womit ich ausdrücken will, dass extrem viel Probearbeit notwendig ist.

Nur weil für sie Musikunterricht offenbar uninteressant war, heißt das noch lange nicht, dass alle Musiklehrer nichts zu arbeiten haben.

Dr_Olaf
 
12
27.11.2011, 18:05
Ihr Post ist nur ein Beispiel

von vielen, welche eindrucksvoll demonstrieren, dass gerade jene Leute, die am wenigsten Ahnung von Lehrerarbeit haben, am lautesten mitreden. Vom Forumsuser bis zum politischen Bildungs"experten" hinauf.
Schon alleine dass sie Fortbildungsbedarf mit fachspezifischen Neuerungen in Relation bringen, mir schaudert…

murmler
00
25.11.2011, 19:33

und es hat ja auch jeder lehrer nur ein fach...

Radio Eriwan
00
24.11.2011, 15:43
Umgekehrt:

Vor- und Nachbereitung bereits die Hälfte der Unterrichtszeit.

her mit den Strichen!
104
24.11.2011, 15:42
1/3 für Vorbereitung/Nachbereitung...

...lass ich mir für einen Junglehrer im 1. Jahr noch einreden.

Aber nach 2-3 Jahren ist da wohl nicht mehr viel vor- und nachzubereiten.

Diese Lehrer in ihrer geschützten Werkstatt haben immer Zeit für ein Scherzchen ;-)

GoodieGoodie
06
24.11.2011, 20:37

Aber nach 2-3 Jahren ist da wohl nicht mehr viel vor- und nachzubereiten.

Weil nach 2-3 Jahren nicht mehr korrigiert wird?
Weil 25 Deutsch-Schularbeiten nach 2-3 Jahren in 10 Minuten verbessert und beurteilt werden können, da ja alle Schüler jedes Jahr wortwörtlich dasselbe schreiben?
....
Oder haben Sie ein echtes Argument für Ihre leider mehr als schwachsinnige Äußerung?

her mit den Strichen!
31
25.11.2011, 07:56
siehe Posting von 'der gärtner'

D/E
10
25.11.2011, 19:42
Wo hat der Argumente?

johnLEE
09
24.11.2011, 15:56
Es wird durch Wiederholung NICHT wahrer

Ihr Einwand ist stark verallgemeinert und grenzenlos dumm. In der Studie steht ausdrücklich, daß es DEN Lehrer nicht gibt. Ihre Argumente treiben einen Elektronik unterrichtenden Lehrer an einer HTL an die obere Blutdruckgrenze. Unsere Welt ändert sich immer schneller, aber Sie glauben was Sie vor ´zig Jahren gelernt haben bleibt ewig gültig. Wir leben zwar alle unter demselben Himmel, aber haben augenscheinlich nicht denselben Horizont.

srinivasa
02
24.11.2011, 18:30

habe auch in Mathematik noch kaum die gleichen Vorbereitungen verwendet. Jedesmal, wenn ich das trotzdem tu, wird der Unterricht eigenartigerweise unendlich fad.

D/E
09
24.11.2011, 16:22
Auch ein Deutsch- und Englischlehrer an einer HTL

kann nicht bestätigen, dass man einfach einmal vorbereitet und die Folien dann einfach weiterverwendet.

Aber das kann man diesen Lehrerbashern auch 1000 Mal sagen.

sainty1
60
24.11.2011, 15:28
wow..selbsteinschätzung..

kannst nen süchtigen auch fragen wie er drogen so findet..da kennst die Antwort auch gleich

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