Migranten haben es weiter schwer am Austro-Arbeitsmarkt

24. November 2011, 14:51
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Österreich hat sich zwar zuletzt bei der Integration von Migranten am Arbeitsmarkt verbessert, ist aber noch nicht wirklich gut

Wien - Österreich hat sich zuletzt bei der Integration von Migranten am Arbeitsmarkt verbessert, ist aber noch nicht wirklich gut, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Mit 17 Prozent der Gesamtbevölkerung habe Österreich mehr Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter als die meisten anderen OECD-Länder. Aber der politische Rahmen für deren Integration sei "weniger entwickelt als in einer Reihe anderer OECD-Länder".

Kritik gibt es dafür, dass in Österreich die Politik für Migranten auf viele verschiedene Institutionen aufgeteilt ist. Ein nationaler Plan zu ihrer Förderung und Integration fehle. Auch wird in Österreich noch nicht genau erhoben, wie es Migranten geht. Sehr kompliziert ist es, Arbeitsgenehmigungen zu erhalten, außerdem läuft die Anerkennung ausländischer Ausbildung nur schleppend. Die Wahrscheinlichkeit überqualifiziert zu sein ist bei Migranten wesentlich höher als bei gebürtigen Österreichern - sogar wenn sie österreichische Diplome haben.

Einige Verbesserungen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verwies im Rahmen der Präsentation des Berichts darauf hin, dass es nach Abschluss des Berichts Mitte 2011 einige Verbesserungen gegeben habe: Dazu gehören die Definition von Menschen mit Migrationshintergrund als speziell förderungswürdige Gruppe im AMS, das geplante "Jugendcoaching", bei dem Jugendliche aus der Schule abgeholt werden sollen, wenn sie nicht wissen, was sie nach der Pflichtschule weiter machen sollen. Auch wenn das Programm für alle offen sei, würden Jugendliche mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich stark davon profitieren. Auch von der Anfang September gestarteten Migrationsplattform erwartet sich Hundstorfer Hilfen, 2013 soll das Bundesamt für Asyl und Migration dann wieder einen Fortschritt bringen, die aufgeteilten Kompetenzen zu bündeln. Alle diese Maßnahmen seien im OECD-Bericht noch nicht berücksichtigt.

Die "Entwicklung geht in die richtige Richtung" bestätigte in der gemeinsamen Pressekonferenz auch der stellvertretende Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales in der OECD, Stefano Scarpetta: Die OECD sei sehr zufrieden mit der "Konvergenz" ihrer Forderungen und den neuen österreichischen Maßnahmen. Insgesamt seien Migranten in Österreich weniger oft arbeitslos als in anderen OECD-Staaten, was an der insgesamt niedrigen Arbeitslosigkeit in Österreich liegt. Und daran, dass Migranten in Österreich überdurchschnittlich oft aus reichen Ländern oder Ex-Jugoslawien kommen - und Migranten aus diesen Ländergruppen seien auch in anderen Zielländern überdurchschnittlich erfolgreich am Arbeitsmarkt.

Abstand bei der Beschäftigung

In Österreich lag die Arbeitslosenquote 2008/09 insgesamt bei 3,4 Prozent, während sie bei Menschen mit Migrationshintergrund 9,0 Prozent betrug. Menschen, die aus armen Ländern stammten, waren sogar zu 11,6 Prozent arbeitslos, hält die OECD fest. Anders herum gerechnet: während in Österreich 78,5 Prozent der "einheimischen" Männer arbeiten, sind es nur 73,7 Prozent der Männer mit Migrationshintergrund. Bei Frauen sind 68,1 Prozent der geborenen Österreicherinnen beschäftigt aber nur 57 Prozent der Migrantinnen. Allerdings ist der Abstand zwischen "Einheimischen" und "Migrantinnen" im OECD-Schnitt sogar noch größer: 69,2 Prozent zu 58,4 Prozent.

Migranten in Österreich sind auf der einen Seite überdurchschnittlich häufig besonders gut und auf der anderen Seite überdurchschnittlich häufig schlecht qualifiziert, erinnerte Hundstorfer. Die Mitte fehlt. Jedenfalls aber brauche Österreich seine Migranten. "Österreich ist und bleibt ein Einwanderungsland" sagte der Minister. Der OECD-Bericht bestätigt auch wieder, dass Zuwanderung zu keiner erhöhten Arbeitslosigkeit führe. "Migranten nehmen Keinem Arbeitsplätze weg." Dennoch sei die Integration von Migranten eine "Querschnittsmaterie", alle seien gefragt, nicht nur das Sozialministerium. Und die Pressekonferenz sei jedenfalls gemeinsam mit Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) geplant gewesen, doch sei dieser im Innenausschuss unabkömmlich, betonte Hundstorfer. (APA)

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