Die Pläne des neuen Direktors Christoph Thun-Hohenstein

24. November 2011, 13:42
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"Positiver Wandel" für das Museum für Angewandte Kunst

Wien - Christoph Thun-Hohenstein, seit September Direktor des Mak, ist ein Kunststück gelungen: Er bekennt sich zur Positionierung des Museums unter seinem Vorgänger - und macht doch alles anders. Die Präsentation der Vorhaben am Donnerstag geriet im Vergleich zu den Noever-Shows wohltuend schlicht; einen Slogan aber gibt es weiterhin: "Veränderung durch angewandte Kunst".

Diese könne als Motor für einen "positiven Wandel" der Gesellschaft dienen. Thun-Hohenstein veranstaltet daher eine "Europäische Triennale für positiven Wandel", die 2014 erstmals stattfinden soll. Zudem will er ab 2013 biennal einen Schindler Award for Art and Architecture, dotiert mit zumindest 50.000 Euro, vergeben.

Noevers Projekt Contemporary Art Tower (Cat) ist Geschichte: Der NS-Gefechtsturm soll nicht mit einer Cafeteria "versüßt" werden, sondern unangenehm bleiben. Der Direktor will ihn aber besser nutzen: Für die Sommermonate kündigt er Ausstellungen im Bereich Kunst an; im dritten Stock wird eine Schausammlung österreichischen Designs ab den 1930er-Jahren eingerichtet.

Als Kompetenzzentrum profilieren will man sich mit der Wiener Moderne im Hauptgebäude: Die Schausammlung wird nach einem Konzept von Christian Witt-Dörring, der in den letzten Jahren anderswo kuratieren musste, erweitert. Intensiver bespielt werden die Hallen in der Weißkirchnerstraße: Ebenerdig sind große thematische Schauen vorgesehen (z. B. Made4You. Design für den Wandel ab 6. Juni), im ersten Stock finden parallele Präsentationen innerhalb eines flexiblen Wandsystems statt. Zudem plant Thun-Hohenstein eine Dynamisierung der Schauräume, eine Sichtbarmachung der Teppichsammlung, eine Neupositionierung des Design-Space und, und, und.

Vom Ministerium wurde ihm dafür ein Investitionsbudget in der Höhe von mindestens 2,5 Millionen Euro zugestanden. Stärker und ausgewogener sammeln will Thun-Hohenstein auch. (trenk / DER STANDARD, Printausgabe, 25.11.2011)

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    Direktor Christoph Thun-Hohenstein bei der Präsentation des MAK-Ausstellungsprogrammes 2012

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