Klimafonds förderte Energieeffizienz-Projekte mit 58 Mio. Euro

24. November 2011, 13:15
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Infineon entwickelte marktfähige LED-Leuchten - voestalpine und U Wien analysieren

Seit 2007 hat der Klima- und Energiefonds rund 500 Projekte im Rahmen des Förderprogramms "Neue Energien 2020" mit insgesamt 138 Mio. Euro unterstützt. Dabei flossen 58 Mio. Euro in 127 Vorhaben, die sich mit Energieeffizienz auseinandersetzen. Für Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel zeigt das, dass das Thema in der Forschung angekommen sei und nun gezeigt werden müsse, wie die dabei gewonnenen Erkenntnisse an die Praxis herangeführt werden können. Bei einem Pressegespräch Mittwoch Abend präsentierte der Fonds drei bereits abgeschlossenen, vom Fonds geförderten Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz.

Vielversprechende Ergänzung

Kraft-Wärme-Koppelungen haben großes Potenzial, das Verhältnisses zwischen eingesetzter und nutzbarer Energie zu verbessern. Dabei wird die bei der Verbrennung von Energielieferanten zur Stromproduktion anfallende Abwärme ebenfalls verwertet. GE Jenbacher hat in Kooperation mit der Grazer Forschungsgesellschaft für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik (FVT) einen modernen industriellen Gasmotor entwickelt, der mit Hilfe von Abwärmerückgewinnung über 90 Prozent der eingesetzten Energie auch tatsächlich nutzbar macht. Der Großmotor ist für den Betrieb von dezentralen Kleinkraftwerken konzipiert. In solchen sieht Michael Wagner von GE Jenbacher eine vielversprechende Ergänzung zu erneuerbaren Energieträgern, wie Windkraft oder Solarenergie. Solche Kleinkraftwerke könnten flexibel ins Stromnetz zugeschaltet werden, wenn Wind und Sonnenlicht fehlen.

Marktfähiges Produkt

Mit der energieeffizienteren Gestaltung von Beleuchtungen setzte sich Infineon Austria in Zusammenarbeit mit der Zumtobel-Tochter Tridonic auseinander. Für Herbert Pairitsch von Infineon Austria gehört "die Zukunft der LED-Leuchte", da sie weit langlebiger und energieeffizienter als herkömmliche Glühbirnen sei. Im Zuge des Projekts wurde eine LED-Birne entwickelt, in der durch einen innovativen Schaltungsansatz nur etwa die Hälfte der Teile verbaut werden, die in vergleichbaren Produkten zum Einsatz kommen. Das Projekt hat ein marktfähiges Produkt hervorgebracht, von dem bis dato etwa 3 Mio. Stück verkauft wurden. Ziel sei, LED-Leuchtmittel noch deutlich billiger zu machen, wie Pairitsch betonte.

Einsparungspotenzial

Die voestalpine nahm zusammen mit dem Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Technischen Universität Wien Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz und Abwärmenutzung auf dem Werksgelände in Linz unter die Lupe. Das Projektteam identifizierte Einsparpotenziale innerhalb der komplexen Produktionsprozesse in der Stahlverarbeitung. Dabei sei es gelungen, den gesamten Produktionsprozess zu simulieren, so Karl Schaumlechner von voestalpine. Mit Hilfe der Simulation könne man Auswirkungen von Veränderungen am Computer analysieren, ohne direkt in die Produktion einzugreifen, was eine eindeutige Verbesserung der Analyse von Energiesparpotenzialen darstelle. In den vergangenen zwölf Jahren konnte das Unternehmen insgesamt etwa 13 Prozent seines Energieaufwands pro Tonne Stahl einsparen, wie viel davon auf das konkrete Projekt zurückzuführen sei, konnte Schaumlechner nicht sagen. (APA)

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