Sondierungsgespräch der Verhandlungsspitze

24. November 2011, 13:08
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Ein internes Treffen soll das Prozedere festlegen, weiter verhandelt wird aber erst am 29. November

Wien - In die Gehaltsverhandlungen für die etwa 520.000 Handelsangestellten kommt wieder etwas Bewegung. Heute, Donnerstag, gegen 13.00 Uhr treffen einander die vier Spitzenverhandler - Franz Georg Brantner und Manfred Wolf auf Gewerkschaftsseite sowie Peter Buchmüller und Rene Tritscher auf Arbeitgeberseite - zum Sondierungsgespräch. Dabei sollen das weitere Prozedere und inhaltliche Schritte festgelegt werden. Verhandelt wird aber erst wieder am kommenden Dienstag (29. November).

Bei dem Gespräch heute handelt es sich um ein internes Treffen der Verhandlungsspitze. Es sei nicht vorgesehen, dass danach etwas an die Öffentlichkeit gelange, hieß es sowohl seitens der Gewerkschaft als auch der Arbeitgeber zur APA.

Die dritte Verhandlungsrunde wurde vergangenen Mittwoch (16. November) nach wenigen Stunden abgebrochen, ein für den darauffolgenden Tag vorgesehener Termin wurde sogar abgesagt. Das Klima hatte sich deutlich abgekühlt, Knackpunkt war die aus Sicht der Arbeitgeber viel zu hohe Gehaltsforderung der Gewerkschaft. Diese möchte für die Handelsangestellten eine Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent durchsetzen, die Arbeitgeber hatten 2,9 Prozent geboten. Die Arbeitnehmervertreter ließen daraufhin ihre Muskeln spielen und drohten mit Aktionen wie Betriebsversammlungen, Betriebsrätekonferenzen sowie einer Unterschriftenaktion unter Konsumenten. Schon einen Tag später kehrte wieder Weihnachtsfrieden ein und man einigte sich auf das Sondierungsgespräch.

Bei dem vierten Verhandlungstermin am 29. November wird es darum gehen, einen Kompromiss bei den Prozenten zu finden. Beim Rahmenrecht (Karenzanrechnung, Auszahlungstermin für Sonderzahlungen) haben die Arbeitgeber bereits Zugeständnisse gemacht. Die Gewerkschaft fordert die Anrechnung der Karenzzeiten auf die Vorrückungszeit für die Gehälter sowie eine um einen Monat frühere Auszahlung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Die Arbeitgeber boten bisher eine frühere Auszahlung des Urlaubsgeldes sowie die Anrechnung der Karenzzeiten im Ausmaß von zehn Monaten für das erste Kind auf die Berufsjahre und auf die Jubiläumsgelder, weiters die Anrechnung von zehn Monaten für Hospizkarenz.

Die Karenzanrechnung steht bei den diesjährigen Verhandlungen nicht nur im Handel im Fokus. In der Metallindustrie haben die Sozialpartner ausverhandelt, dass künftig 16 statt bisher zehn Monate Elternkarenzzeit auf die Vorrückungszeit für Löhne und Gehälter angerechnet werden. Und das nicht nur - wie bisher - für das erste Kind, sondern auch für jedes weitere. (APA)

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