Migräne

Viele Schulkinder leiden unter Kopfschmerzen

24. November 2011, 12:42
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    foto: apa/arne dedert

    Kindliche Kopfschmerzen machen sich oft erst durch  Begleitsymptome bemerkbar.

Schulfehlzeiten werden häufig durch Kopfschmerzen verursacht - Eine frühzeitige individualisierte Behandlung verhindert die Chronifizierung

Wien - Zahlen der Medizinischen Universität Wien zufolge, haben bereits 60 bis 80 Prozent der Kinder in westlichen Ländern, mindestens einmal in ihrem Leben Kopfschmerzen gehabt. Drei bis fünf Prozent aller Drei- bis Elfjährigen leiden unter Migräne, Mädchen gleich oft wie Jungen. Erst in der Pubertät steigt die Anzahl der betroffenen Mädchen auf zwölf Prozent an, während der Anstieg bei Jungen bei etwa sieben Prozent liegt. Die gute Nachricht: Nur etwa die Hälfte dieser Kinder werden auch als Erwachsene unter Kopfschmerz-Attacken leiden. 

Kopfschmerz ist bei Kleinkindern lässt sich schwer erheben. Die Kinder äußern sich nicht, sind aber oft unruhig, quengelig oder weinen vermehrt. Erst ab dem Schulalter sind Kinder in der Lage ihre Kopfschmerzen auch zu benennen.

Teufelskreis Schulstress

Treten heftige Kopfschmerzen anhaltend oder sehr häufig auf, dann kann das zu wiederholtem Schulausfall und regelmäßiger Schmerzmitteleinnahme führen. Hinzu kommt oft mangelndes Verständnis der Lehrer und Mitschüler, die das betroffene Kind mitunter als Simulanten abstempeln, da Migräne keine offensichtliche Erkrankung ist. 

Neben Stress, Überforderung, Reizüberflutung oder seelischen Belastungen und der daraus resultierenden erhöhten Spannung der Kopf- und Nackenmuskulatur können auch Sehfehler, Entzündungen oder Kieferfehlstellungen kindliche Kopfschmerzen auslösen. Niedrige Blutzuckerspiegel, unregelmäßige Schlaf- und Wachzeiten, Wetterumschwünge und verschiedene Nahrungsmittel können den Prozess noch triggern. In manchen Fällen liegt auch eine familiäre Veranlagung vor. 

Kinder genau beobachten

Klagt das Kind über häufige, starke Kopfschmerzen, kann das ein Hinweis auf Migräne sein. Anders als bei Erwachsenen schmerzt der gesamte Kopf und die Attacken sind erheblich kürzer, machen  sich aber häufiger durch Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Licht- beziehungsweise Geräuschempfindlichkeit bemerkbar. Manchmal treten auch nur die Begleitsymptome in Erscheinung.

Die Betroffenen fallen durch Teilnahmslosigkeit, Antriebsschwäche, Müdigkeit oder Blässe auf. „Da Kinder ihre Schmerzen und Beschwerden nicht genau einordnen können, ist auch die Diagnose schwierig. Eltern sollten daher ihre Kinder genau beobachten", plädiert Christian Lampl, Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft, Leiter der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz. Hilfreich ist das Führen eines Kopfschmerz-Kalenders und das identifizieren von auslösenden Faktoren, so genannter Trigger.

Alice-im-Wunderland Syndrom

Das noch wenig erforschte Alice-im-Wunderland-Syndrom kommt bei Kindern häufiger vor, als bei Erwachsenen. Dabei können vor oder während einer Migräne-Attacke durch kurze und reversible neurologische Ausfälle im Gehirn verschiedenste Störungen der Wahrnehmung auftreten, wie bereits 1865 Lewis Carroll in seinem berühmten Abenteuerbuch „Alice im Wunderland" beschrieb.

Die betroffenen Kinder nehmen dabei sich selbst oder ihre Umgebung auf halluzinatorisch verfälschte Weise wahr, etwa indem sie sich selbst als riesig oder winzig empfinden. Auch veränderte akustische Wahrnehmungen, falsche Tastwahrnehmungen, Geruch-Halluzinationen oder ein verschobenes Zeitempfinden sind möglich. 

Kindgerecht behandeln

Nicht-medikamentöse Behandlungsansätze, wie sanfte Massagen oder kühle Stirn- oder Nackenauflagen zeigen bei einem Teil der betroffenen Kinder Wirkung. Ein ausgeglichener Lebensstil und ausreichend Schlaf kann die Häufigkeit und Stärke der Attacken reduzieren. Auslösende Faktoren gilt es zu erkennen und zu meiden.  

„Die Erkrankung sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Er kann eine Therapie empfehlen, die auf das Kind zugeschnitten ist", so Lampl. Oft verordnet er ein schmerzstillendes Medikament, das den Höhepunkt der Attacke mildert. Bei sehr starken Attacken oder wenn normale Schmerzmittel nicht wirken, können moderne Migränemittel (Triptane) Jugendlichen ab zwölf Jahren verordnet werden. Eltern sollten die Schmerzen ihres Kindes nicht bagatellisieren. Denn wird eine Migräne nicht frühzeitig und wirksam behandelt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung der Schmerzen, Schmerzmittel-Missbrauch und daraus resultierend schwierig zu behandelnde, durch die Medikamente ausgelöste Kopfschmerzen. Im schlimmsten Fall kann es zu Ängsten, Depression und sozialer Isolation kommen. (red)

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10 Postings
Fritz Meyer
00
25.11.2011, 08:25
Mein Vater hat Migräne nie ernstgenommen.

Er sah es immer als eine "gerechte" Strafe für meinen Lebenswandel an. "Alles nur Einbildung" und "mehr Sport" würden da schon "helfen".

Erst als ich schliesslich bei einem Augenarzt für meine erste Brille war, kam es (zufällig) heraus.

Mein Hausarzt hat über die Einstellung meines Vaters nur mit dem Kopf geschüttelt. "Das ist keine Strafe, die man erdulden muss, und Sie werden das wohl auch dann noch haben, wenn Sie so fit und gesund wie nur möglich leben!"

Als ich dann ENDLICH bei einem Neurologen war, wurde "klassische" Migräne diagnostiziert und entsprechende Medikamente verschrieben.

Jetzt habe ich immer noch gelegentlich Migräne, aber wenigstens geht es glimpflich vorüber, auch wenn ich es meinem schlimmsten Feind nicht wünsche.

\%
01
25.11.2011, 05:09

Kopfschmerzen hatte ich als Schüler leider auch oft. Jetzt im Nachhinein vermute ich, dass es an Koffein (bzw. Koffeinentzugsersch) gelegen haben könnte, der auch schon durch Cola trinken ausgelöst werden kann. Speziell bei Kindern die weniger Koffein vertragen als Erwachsene könnte dazu schon eine einzelne Dose reichen.
Eine andere Ursache könnte Glutenunverträglichkeit (bzw. auch wieder Entzugserscheinungen davon) sein, da Gluten im Gehirn ähnlich wie Opioide wirken.
Einfach ein bisschen genauer zu den zwei Themen informieren wenn Ihr Kind auch unter Kopfschmerzen leidet. Das mit dem Koffein ist auch einfach zu testen (Die Kopfschmerzen würde dann innerhalb der nächsten 2-3 Tage nach dem trinken einer größeren Menge auftreten).

ein mensch
03
24.11.2011, 23:22
Die luftqualität in schulen

mindestens 2 studien zeigen: die co2-konzentration steigt in den klassen auf unerträgliches niveau.

Folge:
die konzentration fällt (z.T) dramatisch ab.
Bei langen schularbeiten eine zumutung der sonderklasse.

Schlechte luftqualität ist mit sicherheit auch kein beitrag gegen migräne.

Die fensterlüftung ist zt. nur mangelhaft möglich - und wird aus sicherheitsgründen auch nicht im erforderlichen ausmaß durchgeführt.

Bei neu gebauten oder neu renovierten schulen wird aber immer noch auf den einbau einer lüftungsanlage (mit möglicher wärmerückgewinnung) verzichtet.

Wie lange noch ??

jodaflo
 
51
24.11.2011, 17:28
das kommt von den oft bescheuerten, ewig gestrigen lehrern...ausserdem weiss das internet viel mehr als jeder lehrer, von pädagogik ganz zu schweigen...

http://www.br.de/fernsehen... index.html

warum lernen spass machen sollte, zwang und muss kontraproduktiv sind und kinder kinder sind und keine kleinen, sich in ausbildung befindenden erwachsenen.

Tethys
00
25.11.2011, 09:37

Das Internet "weiß" gar nichts.

Angela80
11
24.11.2011, 21:33

Wäre schon toll, wenn sich der Grund für Migräne so leicht herausfinden lassen würde :-).
Meine drei Kinder haben in manchen Fächern sogar die gleichen Lehrer, gehen alle drei gerne in die Schule und einer hat (leider) manchmal Migräne - den Zusammenhang mit den Lehrern kann ich jetzt irgendwie nicht so direkt sehen ...

sowieso
01
24.11.2011, 13:46
wo kann man sich hinwenden?

meine mittlere hat selten, aber wenn dann sehr massive migräne-attacken (erbrechen, massive kopfschmerzen, lichtscheu, lärmempfindlich). von den ärzten erntet man schulterzucken und schmerzmedikamente (rektal, was der tochter gar nicht gefällt, aber oral bleibt nichts drinnen im kind :( )
gibts ev. einen tipp an wen man sich mit einer 8-jährigen wenden kann?

Toeris
12
25.11.2011, 00:01

Neurologe ist der Richtige.

Werner Auer
 
10
24.11.2011, 22:20
Vielleicht eine alternative Beratung suchen?

In Österr. gibt es auch Beratungen vom "Europäischen Zentrum für Umweltmedizin" (www.ezu.at). Vielleicht gibt es da Hinweise?

Angela80
00
24.11.2011, 15:42

Unserem Sohn wurde in der neurologischen Abteilung eines Krankenhauses geholfen - er war für verschiedene Tests 2 Tage stationär im Krankenhaus. Ich wohne allerdings in Belgien - nehme aber an, dass auch in Österreich die Neurologie die beste Anlaufstelle f. Migräne ist. Viel Erfolg auf jeden Fall""

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