Die Fahnen wehen wieder

25. November 2011, 09:34
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Das Hissen von Fahnen gegen Gewalt an Frauen ist inzwischen für viele Einrichtungen zur Tradition geworden

Das Hissen von Fahnen anlässlich der Aktion "16 Tage gegen Gewalt" wird von vielen Institutionen und Organisationen inzwischen traditionell begangen. Damit sollen am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, sichtbare Zeichen gegen Gewalt gesetzt werden.

Im Landhaus in Eisenstadt etwa wurde die Fahne bereits am Donnerstag hochgezogen. Gleichzeitig wurden folgende Zahlen veröffentlicht: Im Burgenland kam es im vergangenen Jahr nach Fällen von häuslicher Gewalt zu 532 Interventionen durch Beratungs- und Betreuungseinrichtungen. Rund 150 Frauen wandten sich nach Vorfällen in den eigenen vier Wänden an die Polizei. Insgesamt wurden 123 Betretungsverbote verhängt beziehungsweise Wegweisungen durch die Polizei ausgesprochen.

Der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM) weist darauf hin, dass es noch immer Länder gibt, wo bis zu 70 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens Opfer physischer oder sexueller Gewalt werden - in der Mehrzahl durch vertraute Partner und im häuslichen Bereich. Zudem erfahren Frauen Gewalt in Form von Frauenhandel, Zwangsprostitution, Vergewaltigung und Genitalverstümmelung.

Alarmierende Zahlen

Die Zahlen seien alarmierend, betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in einer Aussendung. "Wir haben in Österreich gute Gewaltschutzgesetze und einige Einrichtungen zur Krisenintervention." Die Frauenhelpline bietet unter der Nummer 0800/222555 rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr anonyme und vertrauliche Beratung. Zu bestimmten Zeiten gibt es auch muttersprachliche Hilfe für Migrantinnen in Arabisch, Englisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Rumänisch, Spanisch und Türkisch. Peter Trakowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie & Homosexualität), fordert, dass auch "bei uns Gewalt an Frauen kein Kavaliersdelikt sein darf".

"Frei leben ohne Gewalt"

Am Freitag wurde in Wien durch Stadträtin Sandra Frauenberger und Polizeipräsident Pürstl die Fahne "Frei leben ohne Gewalt" am Wiener Rathaus aufgezogen. Auch das Frauenforum Salzkammergut hisst alljährlich die Flagge "Gegen Gewalt an Frauen", ebenso zeigen PolitikerInnen in Graz, gemeinsam mit der unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz, Maggie Jansenberger, Flagge.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird seit 1981 begangen. Die offizielle Initiierung des Aktionstages wurde 1999 durch die Vereinten Nationen vollzogen. Der Hintergrund des Tages geht in das Jahr 1960 zurück. Die Schwestern Mirabal wurden durch Militärangehörige der Dominikanischen Republik entführt, vergewaltigt und gefoltert. (red/APA)

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    Stadträtin Sandra Frauenberger mit Polizeipräsident Pürstl.

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    Die Fahne "Frei leben ohne Gewalt" in Wien.

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