Handyfreie Zugwaggons

Italiens Bahnen führen "Relax-Waggons" ein

24. November 2011, 11:50
  • Artikelbild
    foto: grey59 / pixelio.de

    Telefonieren in Zügen gehört zumindest in einigen Waggons der italienischen Bahn der Vergangenheit an.

    Foto: Grey59 / pixelio.de

Offensive gegen nervende Telefongespräche in Zügen - Angebot erlesener Literatur statt telefonieren während der Zugfahrt

Rom - Italiens Staatsbahnen (FS) starten eine Offensive gegen nervende Telefongespräche in den Zügen. Erstmals weltweit werden in den Hochgeschwindigkeitszügen "Frecciarossa" sogenannte "Relax-Waggons" eingeführt, in denen Mobiltelefone und laute Unterhaltungen streng verboten sind. Die Waggons sollen Passagieren gewidmet werden, die sich während der Reise ausruhen, in Ruhe lesen oder schreiben wollen.

"Viele Passagiere beschweren sich wegen Telefongesprächen mit Handys oder lauter Unterhaltung anderer Reisender", erklärte der Geschäftsführer der italienischen Staatsbahnen, Mauro Moretti, nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica". In den "Relax-Waggons" werden die Lautsprecher leiser gestellt. Außerdem will man den Passagieren eine erlesene Auswahl literarischer Meisterwerke anbieten. Die Waggons sollen somit zu kleinen Bibliotheken werden.

Die "Relax-Waggons" sollen vorerst auf den Frecciarossa-Zügen eingeführt werden, die auf der rentablen Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Rom flitzen. Danach sollen sie in allen anderen Hochgeschwindigkeitszügen eingeführt werden.

Die Appelle, im Zug die Mobiltelefone leiser zu schalten, werden häufig ignoriert. Die Erfahrung zeige, dass Handy-Besitzer im Falle eines Anrufs nicht immer auf den Gang gehen, um in Ruhe zu telefonieren, betonte ein Sprecher der italienischen Bahnen. Die wenigsten Fahrgäste stellen den Klingelton im Zug leiser. Immer mehr Passagiere fühlen sich vom Geschwätz der Telefonierenden belästigt. (APA)

Kommentar posten
23 Postings
Herzerzog Johann
01
25.11.2011, 13:27

Solange die Bambini dort noch hinein dürfen wird es nicht viel werden mit dem relaxen.

norwegian blue
01
25.11.2011, 12:53

Könnte man so etwas bitte auch in den Pendler-Schnellbahnen einführen? Z.B. einen handyfreien letzten Waggon - BITTEBITTEBITTE!!!!

Kummerl1
00
27.11.2011, 23:20

das gibt es sogar in S-Bahnzügen; nur - wer stellt die sich zudröhnenden mp3-player-Typen und die Dauertelefonierer mit beschränktem Unterhaltungswert in den schaffnerlosen S-Bahnzügen ab?

norwegian blue
00
28.11.2011, 11:37

tatsächlich? ja wunderbar - dann läge es an den öbb, dies wirkungsvoll zu kommunzieren. wie wär'S mit einer kleinenaufklärungskampagne mit ihren beiden aktuellen testimonials? ;-) nachdem derzeit sogar flyer gedruckt werden, dass die öbb schinkensemmerl verkaufen, wär das sicherlich eine sinnvollere aktion, in die die pr-abteilung ihre energie stecken könnte.

SoSo99
24
25.11.2011, 09:08
Absolut der Nachahmung wert!

Die Unsitte überall lauthals Telefongespräche/Unterhaltungen zu führen, müsste generell massiver eingeschränkt werden!

Wie kommt es, dass Staat Regeln/Gesetze schaffen muss, damit sich Bürger respektvoll und angemessen in der Öffentlichkeit benehmen?

Die Erziehungsmethoden/-inhalte, mittlerweile mehrerer Generationen, haben versagt!

Die Generation des 2. Weltkrieges wollte wohl alles neu und anders machen, ihre Kinder sollten es gut haben. Dabei vergaßen sie darauf, dem Nachwuchs Regeln des Miteinanders und sozial gutem Zusammenlebens, samt Rücksichtnahme und Respekt vor dem Anderen, zu vermitteln.

Erziehungsdefizit ist ein Fakt - gut, dass die Politik sich nun dieses Themas annimmt und Erwachsene erzieht.

Bitte auch hier!

sterngucker
 
01
25.11.2011, 11:51
Die "Regeln des Miteinanders und sozial gutem (sic!) Zusammenlebens"

hat die Generation des 2. Weltkrieges vor und während desselben ja eindrücklich veranschaulicht.

Gerhard56
04
25.11.2011, 06:07
Wenn es soetwas auch in ÖBB-Waggons gäbe

.... könnte ich mir auch vorstellen, mit der Bahn innerhalb Österreichs in den Urlaub zu fahren. Leider ist das Problem so, daß eben die meisten Menschen in Österreich nicht die geringsten Benimmregeln haben bzw. anerkennen. Auch wenn es in Railjet's so einen Bereich gibt, wird er von rücksichtslosten Dauerquatschern ad absurdum geführt.

Miklaus Röchlinger
00
25.11.2011, 12:52

Das gibt es - jedenfalls im Railjet. Nur leider hält sich keiner dran. Wäre an der Zeit, dass das Zugpersonal diees Handyverbot in den entsprechenden Waggons auch anwendet!

Michael B
04
25.11.2011, 00:44
Genial sind die japanischen Ruhewaggons,

wo es sogar in der Sitzlehne ein kleines Täschchen gibt, in das man die Fahrkarte steckt, damit einen der Schaffner nicht aufwecken muss.
Dort ist es übrigens auch in ALLEN anderen Waggons üblich, dass man zum Telefonieren das Abteil verlässt.

Franz Bim
 
01
24.11.2011, 21:58
Gibt es in S-Bahn-Steiermark-Talenten auch

bin letztens sogar in einem solchen Ruhebereich gesessen. Hab die Schilder allerdings erst beim Verlassen bemerkt. Da hab ich dann leider schon telefoniert gehabt.

Landbus Bregenzerwald
00
24.11.2011, 20:29

Ruhewaggons gibts im Railjet auch, hält sich nur keiner dran. Aber wenigstens gibts bei uns viele Tunnels ;)
Sehr gut gefallen hat mir in der Hinsicht der TGV, dort werden Passagiere gebeten in den Einstiegsbereichen zu telefonieren.

wassis anderer Nick
00
24.11.2011, 18:52
In England gibts sowas schon länger

Dort gibts aber auch noch Diesellocks, die wirklich laut sind und klugerweise war der Relax oder Silent Waggon der erste nach der Lok, wirklich leise wars nicht, obwohl keiner telefonierte oder laut redete.

Observer 20
00
24.11.2011, 18:18
die Sache hat was

Wer längere Strecken mit dem Zug fährt - ist schon froh ob so einer Lösung.

py rx
13
24.11.2011, 15:32

wunderbare idee, ich geniesse in den ices auch immer die ruhe ... und muss wohl je fahrt 2-3 unsoziale telefonbrüllleute (meistens äußerst wichtige geschäftstelefonierer) mit nachdruck maßregeln bzw. aus dem abteil werfen lassen. hm, ansonsten tuts natürlich auch ein störsender, der garantiert einem auch noch eine hetz, sag ich ;)

godwin
02
24.11.2011, 13:26

Es wäre sinnvoller, Störsender in den Ruhezonen zu installieren.

Lex Barker jun.
00
24.11.2011, 12:40
Ich buche einen Platz im RELAX-Waggon,

Reisende steigen in St.Pölten, Linz, Salzburg zu und suchen einen Sitzplatz. Die neckischen Zeichen, daß es sich um einen "Ruhigen Waggon" werden nicht einmal ignoriert. Die Schnaffner/innen sind machtlos.
- Kennzeichnung auf jedem Platz
- Hinweise über die Info-Screens

py rx
01
24.11.2011, 15:33

ach geh, den leuten ordentlich auf die nerven gehen und ihnen genauso die zugfahrt versauen wie die das ja umgekehrt auch völlig ungeniert machen!

sfb
00
24.11.2011, 12:06
erstmals weltweit?

in der theorie gibts das auch bei uns (ohne bibliothek), in der praxis auch in der schweiz.

alfred issendorf
00
24.11.2011, 14:47

und in der NL gibt es die "Stilte"-Abteile....lustig wird es, wenn jemand trotz des Verbotes laut zu reden es nicht unterlassen kann und dann von den Mitreisenden lautstark ;) zurechtgewiesen wird.

Chukche
00
24.11.2011, 15:00

Das Problem ist halt, dass die in diesem Fall wohlverdiente Watschen (die "Schelle, gar saftig und frisch", Wiglaf Droste) als gesellschaftlich verpönt gilt.

Chukche
01
24.11.2011, 12:24

Gibts in vergleichbarer Art auch bei der Deutschen Bahn. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass in Italien irgendwer länger als, sagen wir, 5 Millisekunden, auf das Handy verzichten kann.

godwin
12
24.11.2011, 13:30

Die versteht man immerhin nicht ;-). Der typische österreichische Mundart-Dummfasel (Handypause <2 Millisekunden) wiegt da schon schwerer.

sfb
00
24.11.2011, 18:29

was hat das mit mundart zu tun?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.