s-Immo mit starkem Neun-Monats-Ergebnis

24. November 2011, 08:27
1 Posting

Für 2011 gibt es erstmals eine Dividende

Wien - Die börsenotierte Sparkassen Immobilien AG (s immo) hat heuer bis Frühherbst ihre Ergebnis deutlich verbessern können und wird daher für 2011 erstmals eine Dividende - in Höhe von 10 Cent je Aktie - ausschütten, kündigt das Management an. Trotz der Veräußerung von Immobilien stiegen die Gesamterlöse bis September um ein Fünftel auf 152 Mio. Euro, darunter die Mieterlöse von 75,5 auf fast 92 Mio. Euro. EBITDA und Cashflow legten um 40 Prozent zu, das EBIT um 63 Prozent. Das Jahr 2012 soll noch besser werden als 2011. Zur Verbesserung der Rendite kauf die s Immo weiter Aktien zurück, die derzeit an der Börse zum halben Net Asset Value (NAV) zu haben sind.

Von der lahmenden Konjunktur und den bevorstehenden Rezessionsquartalen in Europa sieht sich die s Immo vorerst nicht negativ tangiert. Mietausfälle in Höhe von zwei, drei Mio. Euro pro Jahr wären leicht wegzustecken, mit mehr wird aufgrund der fundierten Vertragsstruktur im Büro- und Shopping-Bereich nicht gerechnet. sagt CFO Ernst Vejdovszky. Das langsame Wirtschaftswachstum mit niedrigen Zinsen und moderater Inflation sei im Gegenteil ein gutes Umfeld für die Immobilienbranche, betont Vorstandsdirektor Friedrich Wachernig.

Kredit-Verknappung in Osteuropa

Mit der Finanzierung kleinerer Projekte im Umfang von 15 oder 20 Mio. Euro gebe es keine Probleme, so Vejdovszky. Schwierig würden Finanzierungen bei Volumina von 100 Mio. Euro, wo man auf größere Banken angewiesen sei, die jetzt mit den strengeren Kapitalanlagen zu kämpfen hätten, im Gegensatz zu kleinen Instituten. In Osteuropa werde es eine Kredit-Verknappung geben, erwartet Wachernig, der dort das Immo-Asset-Management verantwortet. Die s-immo mit zum Beispiel den größten Center-Objekten in Bukarest und Sofia störe es aber gar nicht, wenn dort Konkurrenten nichts mehr errichten könnten. Insgesamt sei die Branche jetzt in einer Abwarteposition.

Die s Immo plant Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Rentabilität. Dies soll etwa durch weitere Immo-Verkäufe zu Preisen über den Schätzwerten erfolgen, wobei jährlich etwa 5 Prozent des Portfolios gedreht werden sollen. Derzeit verfügt man über ein fast 2 Mio. m2 großes Portfolio, wovon 1,76 Mio. m2 vermietet sind. 60 Prozent der Flächen liegen in Österreich und Deutschland, der Rest in Ost- und Südosteuropa. Die Brutto-Mietrendite wird mit 6,6 Prozent angegeben, der Vermietungsgrad mit knapp 92 Prozent. Ein Drittel der Verkehrswerte entfällt auf Büros, je ein Viertel auf Geschäfte und Wohnen, ein Siebentel auf Hotels.

Rückkauf von Genussscheinen

Neben Aktien kauft die s Immo auch weiter Genussscheine zurück, die man zu rund 20 Prozent unter dem NAV erwerben kann. Bisher wurden 12 Prozent der GS rückerworben, was etwa 23 Mio. Euro gekostet hat, wie Vorstandsdirektor Holger Schmidtmayr sagte. Die GS laufen noch bis 2029, ab 2018 haben Kunden oder auch die s Immo selbst ein Kündigungsrecht. Ein geplanter Tausch der GS in Aktien war im Vorjahr von der HV abgelehnt worden. Die s-Immo-Aktie hat heuer bis dato 23 Prozent verloren, der I-ATX aber schon 32 Prozent und der ATX sogar 42 Prozent. Der Aktienkurs hat aus Sicht des Managements starkes Aufholpotenzial aufgrund des doppelt so hohen NAV. Die für 2011 geplante Dividende ist eine Premiere seit Gründung der Rechtsvorgängerin Erste Immobilien im Jahr 1988. Derzeit entsprechen 0,10 Euro/Aktie einer Dividendenrendite von etwa 2,5 Prozent. Ende September waren rund 68,1 Mio. Aktien in Umlauf.

Die Mieterlöse stiegen im dritten Quartal um gut zehn Prozent auf 30,0 Mio. Euro nach 27,3 Mio. Euro vor einem Jahr. Das Betriebsergebnis sprang auf 22,7 nach 15,5 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss belief sich von Juli bis September auf 10,1 Mio. Euro nach einem Minus von zwei Mio. Euro zwölf Monate davor. "Wir blicken in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld auf ein sehr gutes drittes Quartal zurück", so Vejdovszky.

In den ersten drei Quartalen betrugen die Mieterlöse 91,8 Mio. (75,5 Mio.) Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 63 Prozent auf 74,0 (45,5) Mio. Euro zu. Nach Abschreibungen und einem positiven Ergebnis aus der Immo-Bewertung verblieb ein um 63 Prozent höheres Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 74,0 (45,5) Mio. Euro. Der operative Cashflow wuchs um 40 Prozent auf 74,0 (52,8) Mio. Euro. "Die mageren Jahre haben wir hinter uns. Für 2012 planen wir weitere Zuwächse, wobei die Zuwachsraten aber geringer sein werden", sagte Vejdovszky zu den Ergebniserwartungen.

Nach Finanz- und Genussscheinergebnis blieb in den ersten neun Monaten ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 23,9 (4,5) Mio. Euro, nach Ertragssteuern blieb ein Periodenüberschuss von 20,3 (1,3) Mio. Euro. Der EPRA-NAV lag per 30.9 bei 589 (568) Mio. Euro oder 8,64 (8,34) Euro je Aktie. Der NAV laut Bilanz betrug 484 Mio. nach 481 Mio. Ende 2010, je Aktie sind das 7,11 (7,07) Euro. Am Mittwoch hatten die Aktien an der Börse mit 4,10 Euro geschlossen.

Größte Einzelaktionäre der s Immo sind die VIG mit 10 Prozent und die Erste Group mit 9 Prozent. Weiters sind rund 26.000 Privataktionäre beteiligt. (APA)

Share if you care.