Fahrlässigkeit bei Bohrung

Ölleck: Brasilien entzieht Chevron die Bohrlizenz

24. November 2011, 07:06
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    foto: reuters/rogerio santana/handout

    Bei einer Probebohrung im Frade-Feld vor Brasiliens Küste sind mehrere tausende Barrel Öl ausgetreten.

Informationen über das Ausmaß sollen verschleiert und die Beseitigung des Ölteppichs zu spät begonnen worden sein

Sao Paulo - Brasiliens Behörden haben alle Bohrarbeiten des US-Ölkonzerns Chevron im Land vorläufig gestoppt. Damit reagierte die Nationale Erdölagentur (ANP) auf mutmaßliche Nachlässigkeiten und Informationsmängel von Chevron Upstream Brasil beim Ölunfall vor Brasiliens Küste. Chevron selbst teilte mit, man habe alle derzeitigen und künftigen Offshore-Bohroperationen freiwillig suspendiert. Davon nicht betroffen sei die Produktion im Ölfeld Frade, die derzeit bei 79.000 Barrel (125.597 Hektoliter) am Tag liege.

Nach ANP-Angaben gilt der Bohrstopp so lange, bis die Ursache für den Ölaustritt geklärt und die Verantwortlichen gefunden sind. Die Entscheidung beruhe auf Analysen, "die aufseiten des Konzessionärs (Chevron) Fahrlässigkeit bei der Ermittlung fundamentaler Daten für die Bohrungen" zeigten. Chevron teilte am späten Mittwochabend mit, die Niederlassung in Brasilien sei noch nicht über die Entscheidung informiert worden, obwohl die ANP einen entsprechenden Text auf ihrer Internetseite eingestellt habe.

Konzern bittet um Verzeihung

Zugleich informierte der Konzern, dass bei der Bekämpfung des Ölteppichs nur Säuberungs- und Verteilungsmethoden angewandt worden seien, die von den brasilianischen Behörden anerkannt seien. Derzeit werden aber auch Vorwürfe geprüft, wonach Chevron Sand über den Ölfilm auf hoher See gestreut haben soll. Bei dem Unfall im Frade-Feld im Campos-Becken rund 370 Kilometer nordöstlich Rios waren hunderttausende Liter Rohöl ausgetreten. Chevron hatte für den Vorgang die volle Verantwortung übernommen.

Ursache des Ölunfalls sind möglicherweise Fehler bei der Druckberechnung für eine Bohrung. Der Präsident von Chevron Brasil, George Buck, sagte bei einer Anhörung im Parlament in Brasilia: "Ich bitte das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung aufrichtig um Entschuldigung." Er hoffe, dass Chevron Partner Brasiliens bleiben könne. Der Konzern wurde mit einer ersten Strafe von 50 Millionen Reais (20,1 Mio. Euro) belegt, muss aber mit weiteren Bußen rechnen, die die Summe mehr als verdreifachen könnten.

Auch mehr als zwei Wochen nach dem Ölunfall gibt es noch keine verlässlichen Daten über die Gesamtmenge des ausgelaufenen Öls. Chevron selbst berechnete, dass insgesamt 2.400 Barrel Öl (3.816 Hektoliter) ins Meer flossen, was in etwa einer anfänglichen Schätzung der ANP entspricht. Die Angaben basieren auf der Annahme, dass täglich zwischen 200 und 330 Barrel Öl ins Meer entwichen. Die US-Organisation Skytruth hatte das Tagesvolumen dagegen nach Auswertung von Satellitenfotos auf bis zu 3.738 Barrel geschätzt und damit auf mehr als Zehnfache. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 53
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dreyfusard
00
27.11.2011, 12:50

chevron war das nicht einer der gigantokonzerne, die damals in diese affäre verwickelt waren und wo alles bewesmaterial mit der sprengung des wtc7 verloren gegangen sind?
zeit wirds, das sie verschwinden, dieser erdölirrwitz endet und die erde ihre gelenksflüssigkeit behalten darf

carbonara
01
26.11.2011, 12:02
"Konzern bittet um Verzeihung"...

....Tschuidigung, des mit dem Öl-teppich woa net bes
g´mant.

jodaflo
 
13
24.11.2011, 17:20
gut das offshore drilling subventioniert wird, erneuerbare energie jedoch die strompreise in die höhe treibt. alles klaro.

Yanumáka-kumã
00
24.11.2011, 17:39

DIE UMWELTBELASTUNG WIRD NIE MIT EINGERECHNET, mit der Behauptung es wäre nicht zu berechnen, aber Märkte deklarieren diese pekunisten al berechenbar.
Manipulation gibt es bei diesen Gott betatschten Menschen nicht so wie es bei denen auch kein Diebstahl oder Korruption gibt.

patrese ricardo
20
24.11.2011, 15:24
Chevron war am Montag mit einer ersten Strafe in Höhe von 50 Millionen Reais (20,5 Mio Euro) belegt worden

Ich hätte die Strafe da schon auf 20 Milliarden Euro gesetzt, plus Todesstrafe für die verantwortlichen Manager !

Sägnüt
 
00
27.11.2011, 22:49
Das ist wieder mal Schwachsinn

Es ist eine reine politische Entscheidung Brasiliens, in der Tiefsee nach Öl bohren zu lassen.
Und die Risiken sind bekannt, aber solange die brasilianische Industriepolitik auf die zu erwartenden hohen Gewinne aus dem Offshore-Ölgeschäft baut, wobei man wohl auch neidisch auf Venezuela schielt, braucht es wohl größere Unglücke als leckende Ölbohrungen.

Peacefaktor
01
24.11.2011, 14:20
Bohrungen in dieser Tiefe sind immer sehr gefährlich von der Natur.

Nach den Erfahrungen vor der US-Küste hätte man das auch auf Seiten der brasilianischen Regierung wissen müssen. Meiner Meinung nach, ist ABER AUCH die bras. Regierung dieses Risiko eingegangen. Ganz aus der Verantwortung kann sich diese deshalb nicht wirklich stehlen, immerhin hat sie die Aufträge wohl vergeben.

Dass der US-Konzern Angst hat kein bras. Öl mehr fördern zu dürfen, glaub ich gerne: gibt es doch eine ganze Menge davon.
Soferne es sie nicht gibt, braucht es klare Regeln, wann, und unter welchen Voraussetzungen in derartigen Meerestiefen gebohrt werden darf. Die Natur ist zu kostbar.

NotUsed
10
24.11.2011, 14:48

die angst ist immer eine frage der gewinnspanne die man erreichen will.
zu not kann man gegen einwurf von münzen immer noch uncle sam gegen brasilien aufhussen...

woifmoa
11
24.11.2011, 16:05

uncle sam wird gegen brasilien nicht mehr viel sagen. dafür ist brasilien zu stark geworden

NotUsed
00
25.11.2011, 11:48

definieren sie stärke...

auch wenn es traurig ist, aber die usa kann noch immer jedes andere land ohne große probleme platt machen.

da haben sie verdammt viele möglichkeiten zur auswahl.

selbst ein konventioneller angriff mit landetruppen fallschirmspringern (was in der heutigen zeit sehr altmodisch ist) schaffens auch in brasilien, vermutlich ohne nennenswerte verluste.

andere varianten: cia putschversuche, investitionen ins organisierte verbrechen, erpressung, wirtschaftskrieg, wettermanipulation usw. brauchen zwar länger - sind aber billiger und unauffälliger um eine regierung zu brechen.

sowas soll ja schon einige male vogekommen sein...

Ben Leeb
00
26.11.2011, 21:29

vollkommener blödsinn zu glauben, die usa könnten heutzutage einen krieg gegen brasilien führen...schon mal in die grosse welt hinausgeschaut? da spielt sich einiges ab, würd ich sagen..vor allem träume von cia und wirtschaftskrieg ausgerechnet in brasilien sind lachhaft..wir schreiben 2011!!

woifmoa
00
25.11.2011, 16:04

natürlich könnte brasilien einen krieg nicht gewinnen. aber die usa könnten es sich auch nicht leisten, einen zu führen. cia-putsch halte ich für schwer durchführbar, die sitzen dort fest im sattel. und vom wirtschaftskrieg habe ich eigentlich gesprochen. ich denke, brasilien kann leichter auf europa ausweichen als die usa

Bossa Nova do Brasil
11
25.11.2011, 14:37

Die USA haben in Brasilien, schon aufgrund der langen Militärdiktatur, so viel an Ansehen verloren und Brasilien ist in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich dermaßen gewachsen, dass es für die USA schlicht und einfach UNMÖGLICH wäre, Brasilien heute zu brechen.

Brasilien ist zur Zeit nicht mehr weit davon entfernt, die nächste Supergroßmacht zu werden.

Harry Y.
 
02
24.11.2011, 13:42

Our world is being ruined by global players (who are only playing with us and our future: they never saw the need to grow up) vulgo sociopathic, dangerous lunatics.

Londo Mollari
 
00
24.11.2011, 13:35

recht so, bravo!

Schnabeltierfresser
11
24.11.2011, 13:25
Klingt,

als ob die militärische Befreiung Brasiliens kurz bevorstünde?

Spigola
00
24.11.2011, 13:22
Zu diesem Thema:

The Frade field is located 370km off the coast of Rio de Janeiro in the Northern Campos Basin, Brazil. The heavy oil and gas field lies at a water depth of 1,128m and is estimated to contain 200m-300m barrels of recoverable oil.

The field is operated by Chevron, which has a 51.74% interest. Other partners include Petrobras, with 30%, and Frade Japá o Petròleo, with 18.26%. The partners invested approximately $3bn in developing the field.

First production was in June 2009. In September 2010, production reached 65,000bpd. Peak output of 90,000 barrels of crude oil and natural gas liquids a day is expected in 2011. The field will be operational until 2025.

Discovery

The field was discovered in 1986 by Petrobras, following which an appraisa

Rent a Democracy
112
24.11.2011, 12:29
Der Entzug der Lizenz sollte so lange dauern, bis der gesamte Schaden plus eine empfindliche Strafe durch das Unternehmen vollständig bezahlt worden ist,

und auch alle diesbezüglichen Streitigkeiten ausgeräumt sind. Gerade letzteres würde das Unternehmen zwingen, garnicht erst zu prozessieren, sondern gleich ordentliche Entschädigungen zu zahlen. Und die dürfen ruhig richtig teuer werden.

Ansonsten: Bravo, genau das ist die einzige Sprache, die diese Halunken verstehen.

eknaDNovember
13
24.11.2011, 12:18
bravo!

"Das Verbot jeder weiteren Ölförderung im Land gelte solange, bis die Ursachen des Unglücks vom 7. November vollständig geklärt und die Verantwortlichen gefunden seien, teilte die Nationale Erdölagentur ANP am Mittwoch in Rio de Janeiro mit."

Antonia Strauß
30
24.11.2011, 12:51

Und warum geben Sie vollständige Textpasagen wieder? Können Sie Texte nur so verstehen, quasi mit Ihrer Eselsbrücke?

Johann Hunger1
10
24.11.2011, 11:56
Preise: Bei uns kostett der Liter ca.1,449 und in der usa 0,62 der Liter! Wieso?

sakreplo
01
24.11.2011, 15:50
schauen sie mal aus dem fenster in den himmel...

...da draußen wartet jetzt sicherlich schon eine demokratisierungs-drohne auf sie....

Johann Hunger1
01
24.11.2011, 11:51
Allen usa Firmen, die Bohrrechte entziehen, und das auf der ganzen Welt!!!!

Siehe Glof von Mexico: Da sagte man uns, dass es die BP war (auch nicht sehr gute Firma), aber es war eine usa Firma mit Sitz in der Schweiz!

Igypop83
81
24.11.2011, 11:12
So was kann halt passieren

Menschen machen nun mal Fehler. Beim nächsten Mal passen sie halt besser auf. Hoffentlich steigt jetzt der Ölpreis nicht!

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