Einsparungen im AKH

Ärztlicher Notruf: Sparoperation gelungen, Patient tot

Kommentar der anderen | 23. November 2011, 19:43

Ein Außenstehender würde die Einsparungen im AKH als systematische Zerstörung einer Qualitätsinstitution beschreiben

Nun ist es also so weit: Die von der Universitätsleitung angekündigten Einsparungen im medizinischen Betrieb des AKHs sind Realität. Noblerweise wurde den Institutsvorständen erlaubt, autonom in ihren Bereichen zu überlegen, welche Posten sie streichen, welche Dienste sie straffen und welche sie nicht mehr nachbesetzen wollen. - Wahrscheinlich verstehen Regierung, Finanzministerin und Wissenschaftsminister das unter universitärer Autonomie: "Schmeck's und schauts, wie's zurechtkommt's."

Die Folgen sind beängstigend. Der medizinische Betrieb im größten Krankenhaus Mitteleuropas wird ernsthaft gefährdet. Zahlreiche, vor allem akute Maßnahmen können nicht mehr durchgeführt werden, Wartezeiten verlängern sich, bald werden Patienten abgewiesen werden müssen.

Das ärztliche Personal arbeitet an den Grenzen des Zumutbaren, und das als Regel und nicht in Ausnahmesituationen, es gibt zu wenig kompetente Pfleger/-innen. Zudem kommen die Geräte und die gesamte bauliche Infrastruktur in die Jahre: Reparaturen häufen sich, technische Geräte geben den Geist auf.

Apropos Geist: Eigentlich sollte das AKH ja ein Haus der Forschung und Lehre sein - es ist verantwortlich für die Ausbildung von etwa zwei Dritteln der österreichischen Ärzte. Für Ausbildung bleibt angesichts der Sparmaßnahmen nun noch weniger Zeit als bisher, denn im Notfall geht die medizinische Versorgung natürlich vor die Lehre. Die Forschungsagenden können nur mehr mit zusätzlichem, persönlichem Engagement von Einzelnen in der Freizeit durchgeführt werden - noch dazu verbunden mit der Stigmatisierung der Unterstützung durch die Pharmaindustrie.

Ein Außenstehender würde das als systematische Zerstörung einer Qualitätsinstitution beschreiben. Das kann doch wohl nicht in der Absicht des Wissenschaftsministeriums und einer Regierung sein, die sich Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben hat - und eines Staates, der sich stets seines exzellenten Gesundheitssystems rühmt.

Eben dieser Staat aber ist nun offenkundig dabei, dieses System auszuhöhlen. Schutzschirme werden nicht gespannt. Vielleicht ist Menschlichkeit nicht "too big to fail". (Thomas Szekeres, DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2011)

THOMAS SZEKERES ist Vizepräsident der Ärztekammer für Wien und Vorsitzender des Betriebsrates für das wissenschaftliche Personal an der Med-Uni Wien

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Posting 1 bis 25 von 36
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1116er
00
29.11.2011, 20:14
"Das ärztliche Personal arbeitet an den Grenzen des Zumutbaren, und das als Regel und nicht in Ausnahmesituationen"

meinen sie damit jene ärzte-kollegen, die sich in der "goldenen meile" der privatspitäler (c by erhard busek) die hacken blutig laufen?

oder eh nur den nachwuchs vor ort, dem diese "karriere" als möhre vor die nase gehalten wird, damit er sich das unzumutbare zumutet?

wieviele der gestrichenen nachtdienste könnten stattfinden, wenn auch seine exzellenz ein bisserl weniger zeit für das melken seiner privatpatienten verwenden würde?

Physikus75
24
24.11.2011, 14:41
AKH Wien - das größte und vor allem teuerste Spital Europas

Vielleicht sollte der gute Herr mal überlegen, wie es sein kann, dass die Uni Kliniken in Innsbruck und Graz um 50% - 60% effektiver arbeiten.

Hauptsache ganz Österreich kann für die Geldverschwendung in Wien zahlen...

babyzloti
 
00
26.11.2011, 22:57

Ich gebe Ihnen ein paar Stichworte zu den von Ihnen genannten Kliniken - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde - Propofol und Frauenklinik (Chemotherapie auf Gangbetten) - sehr gut geführt dass die Kinderklinik eine interimistische Leitung sucht.

?und
00
24.11.2011, 16:17
grün von mir, aber anonym, sicher ist sicher

das hören die natürlich nicht gern - das wort effizienz ist dort das unwort des jahrtausend. intrigant, ignorant und arrogant - der steuerzahler wird`s scho richten.

alexS2011
30
24.11.2011, 13:34
Verschwendung

Ich habe acht lange Jahre im AKH auf der Unfallchirirgie als Arzt gearbeitet. Es wird so viel Geld verschwendet. Wir waren oft neuen Aerzte im Nachtdienst und nur einer war wach. Alle anderen haben tief und fest die ganze Nacht (meistens) geschlafen. Gestoert hat mich das nicht, denn wir wurden fuer das Schlafen gut bezahlt. Die Oberaerzte haben auch meist die ganze Nacht geschlafen. Das AKH hat viel zu viel Personal. Wenn keine drastischen Sparmassnahmen voergenommen werden, kann sich Wien und die UNi diesen Koloss nicht lange mehr leisten

A.B. Artig1
11
24.11.2011, 17:24

Sie lügen, dass sich für Balken biegen, Wetter Krampfposter.

Ich war oft genug bei Nachtdiensten im AKH zugegen, und von dem, wS Sie erzaehlen, Könnens nur zu Hause aufm Schlafbankerl geträumt haben.

Das medizinische Personal im AKH arbeitet knapp oder über der ertragbaren Belastungsgrenze.

alexS2011
10
24.11.2011, 18:47
Erklaerung

Wann und wo waren oder sind sie im AKH als Arzt tätig gewesen?

hot doc
00
25.11.2011, 20:13

was sie schreiben, ist für mich nicht nachvollziehbar. aber relativ gesehen haben sie nicht unrecht: in manchen anderen spitälern sind die nachtdienste noch unerträglicher als im AKH.

alexS2011
00
25.11.2011, 21:19

Unerträglich würde ich nicht sagen. Es war sehr angenehm sein Geld im Schlaf zu verdienen. Dem Steuerzahler freut dies nicht besonders. Es waren auch immer 2-3 Dermatologen im Nachtdienst. Niemand braucht einen Dermatologen um drei Uhr morgens. kostet alles viel Geld

D.S.1
10
30.11.2011, 09:24

"Niemand braucht einen Dermatologen um drei Uhr morgens. "
Und jemand mit großflächigen Verbrennungen soll Ihrer Meinung nach wahrscheinlich krepieren...

CinnamonGirl
00
30.11.2011, 12:51

jemand mit solchen verbrennungen kommt nicht in die dermatologie sondern zu den plastischen chirurgen..wenn die verbrennungen ausgedehnt sind und die situation lebensgefährlich ist zuerst die notaufnahme mit akutversorgung dran- während der dermatologe weiterschläft.

CinnamonGirl
00
2.12.2011, 06:09

dermatologische notfälle sind notfälle , bei denen die haut betroffen ist oder die von einer hautreaktion ausgehen. (z. b. verbrennung).
ein allergieschock wird nicht vom dermatologen sondern von einem notfallmediziner behandelt.
eine schwere akute verbrennung kommt niemals in die dermatologische abteilung
auch ihr link kommt von den anästhesisten und nicht von den derrrmatologen.sehen sie genau hin.
aber sie sind kein arzt und können es nicht wissen.

A.B. Artig1
00
24.11.2011, 20:08

Nicht Arzt, sondern langjähriger Begleiter, Besucher und auch selbst Patient.
Und druckens Ihre parteigefärbten Gschichtln woanders.

einkremser Winzer
04
24.11.2011, 11:56
Herr Szekeres, bitte wenden Sie sich auch an Ihre Kolleginnen und Kollegen,

die zeitlebens das AKH als Selbstbedienungsladen gesehen haben. Der Spaß ist eben vorbei. Oder wie erklären Sie sich, dass der ehemalige Primar der Anästhesie gekündigt wurde und daraufhin 20 Mio. Euro entgangene Sonderklassehonorare von der Stadt Wien eingeklagt hat.
Wenn man, wie der Ex-Primar, drei bis vier Nebenjobs hat, kommt man schnell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

hot doc
00
25.11.2011, 20:18

schon mal gecheckt, dass im AKH nicht nur primarärzte arbeiten?
und über die person des herrn zimper will ich mich nicht ausbreiten. der war der schlimmste unter den vielen raffzähnen der akh-primare.

A.B. Artig1
00
24.11.2011, 17:25

Der Furchschnittsarz im AKH verdient definitiv nicht das, was die Primarii einstecken, und an der Leistung dieser Aerzte steht und fällt der Betrieb.

Finn McCool
02
24.11.2011, 10:45

"Für Ausbildung bleibt angesichts der Sparmaßnahmen nun noch weniger Zeit als bisher, denn im Notfall geht die medizinische Versorgung natürlich vor die Lehre."

Das ist langfristig besonders gefährlich. Die MUW bildet zwei Drittel der Ärzte Österreichs aus, um kurzfristig 9 Millionen zu sparen wird die Ausbildung der kommenden Ärztegeneration aufs Spiel gesetzt. Es droht ohnehin schon ein Ärztemangel, wenn der Nachwuchs dann auch noch schlecht ausgebildet ist...

Ingrid Goeschl
01
24.11.2011, 10:28
Wenn ich mich recht entsinne, gab es im AKH Korruptionsskandale betreffend die Reinigungsfirma etc., bei denen es um sehr viel Geld ging.

Jetzt Sparmaßnahmen ausschließlich auf bestimmte Ärzte und die medizinische Versorgung zu legen und dann die Ärzteschaft aufzuwiegeln, statt das ärztliche Einkommen gerechter zu verteilen, ist natürlich Politik der Ärztekammer.

Mich wundert oft, dass Jung- und Hausärzte (das sind nämlich die, die unser Gesundheitssystem tragen) nicht gegen die Ärztekammerpolitik aufbegehren.

Wissenschaftliche Studien, für die jemand zeichnet, der sie gar nicht gemacht hat, ein Privatpatientensystem, bei dem die medizinische Grundversorgung von Pflichtversicherten abgezogen wird, während Privatpatienten manchmal sinnlosen Behandlungen unterzogen werden, und gleichzeitig bei jenen sparen, die die Arbeit machen, wird wohl nicht ewig funktionieren.

stf2win
 
30
24.11.2011, 01:28
Überschrift auf Krone-Niveau?

Oder eher ein Blick auf die Zukunft?

im Artikel selbst steht kein Wort davon, dass jemand gestorben sei
und das will die Überschrift einem weismachen (so hab ich zumindest das Gefühl)

Knochenmann
01
24.11.2011, 13:25

Die Unfähigkeit Metaphern zu verstehen ist ein Syntom des Asperger Syndroms. Wenden Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens!

bläh! bläh!
82
23.11.2011, 19:54

"THOMAS SZEKERES ist Vizepräsident der Ärztekammer für Wien und Vorsitzender des Betriebsrates für das wissenschaftliche Personal an der Med-Uni Wien"

gut, daß ich gleich nach unten gescrollt habe, so spare ich mir, von pr-agenturen feingeschliffene ärztekammer-propaganda zu lesen. die argumente kann ich eh nicht überprüfen, so was wie befangenheit scheints in österreich sowieso nicht zu geben und womöglich bleibt noch was hängen...

Gerhard Frank1
03
24.11.2011, 11:23

gut dass ich gleich ihren nic gelesen hab, so erspar ich mir ihr posting zu lesen.

hot doc
01
24.11.2011, 09:49
mäh! mäh!

jemanden zu disqualifizieren, ohne sich über seine agenda zu informieren, zeugt nicht gerade von einer weltoffenen persönlichkeitsstruktur.

Alexander Hanschitz
03
23.11.2011, 21:57

"befangenheit"? - ist ein kommentar

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