Für den Kanzler gelogen

Kommentar23. November 2011, 19:33
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Es wurde in Faymanns Namen und vermeintlich in seinem Sinne gelogen - Dafür sollte sich jemand entschuldigen, am besten der Kanzler selbst

Für den Kanzler nimmt der Versuch, im weltweiten Netz digital Fuß zu fassen, peinliche Ausmaße an. Werner Faymann stößt im Internet auf Spott und Hohn. Die Parteifreunde wollten nichts dem Zufall überlassen: Gefälschte oder gekaufte Profile sollen Faymann im Internet zujubeln. Sie wurden enttarnt. Blamabel.

Auch der Versuch, auf den Leserbriefseiten des Boulevards eine positive Stimmung für den Kanzler zu erzeugen, wurde gründlich geplant: Genossen verfassten unter dem Namen erfundener Persönlichkeiten Jubel-Leserbriefe für Faymann. Der Schwindel war so dreist, dass er aufflog und publik gemacht wurde. Blamabel.

In den Zeitungsredaktionen, in den Zentralen der anderen Parteien und selbst unter den eigenen Genossen wird schadenfroh gefeixt, wie man sich so blöd anstellen könne, dass der Schwindel auffliegt.

Blöd? Schwindel?

Betrug trifft es wohl eher. Hier wurde mit voller Absicht und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, die Öffentlichkeit gezielt zu manipulieren. Es wurde in Faymanns Namen und vermeintlich in seinem Sinne gelogen. Das ist kein Scherz, über den man schmunzeln könnte, keine harmlose Schwindelei, die halt blöderweise aufgeflogen ist. Das ist - selbst in der Politik - unanständig.

Dafür sollte sich jemand entschuldigen, am besten der Kanzler selbst, auch wenn man ihm zugute halten mag, nichts davon gewusst zu haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2011)

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