Studentenheime immer teurer

23. November 2011, 18:59

Kürzungen und Modernisierung treiben die Preise hoch

Wien - Ein von Generationen an Studentenfüßen benutzter Teppichboden und eine raue, dottergelbe Tapete. Die alte Matratze löst Schnupfreiz aus, keinen Meter entfernt schnarcht der Mitbewohner. So sieht ein Studentenheimzimmer im schlimmsten Fall aus, und diese Unterkunft ist auch billig: Ab 190 Euro kommt man im Rudolfinum unter, WC und Dusche am Gang inbegriffen.

Eine der vielen andere Möglichkeiten: Fast 20 Quadratmeter zur alleinigen Nutzung, ein großer Schreibtisch am Fenster und zur kollektiven Nutzung Übungsräume, Klavier und Dachterrasse. Um 473 Euro studiert und wohnt man im Wiener Musikstudentenhaus in der Neustiftgasse luxuriös.

Laut Studierendensozialerhebung leben zehn Prozent in Wohnheimen. Die Preise sind schon in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: 6,5 Prozent in drei Jahren. Durch die Kürzung der Förderung für Studentenheime - eine weitere Folge von Loipersdorf - planen Heimträger weitere Preissteigerungen.

Als einen Grund für die bisherige Verteuerung nennt Julia Hanser von der Akademikerhilfe die qualitative Aufwertung der Heimplätze. Der Heimträger, der österreichweit über 3000 Plätze anbietet, hat heuer das baufällige Lerchenfelderheim geschlossen und nach zweijähriger Umbauphase eines der drei Pfeilheime neueröffnet. Viele Studierende aus der Lerchenfelder Straße sind übersiedelt und wohnen nun - statt wie zuvor meist zu zweit in kleinen, muffigen Zimmern - in renovierten Einzelzimmern, mit Bad und Kochnische. Mit der Aufwertung der Wohnqualität wird der Heimplatz aber auch wesentlich teurer: Statt bisher 230 Euro kostet das neu renovierte Zimmer 310 Euro. (Stefanie Preiner,UNISTANDARD, Printausgabe, November 2011)

Taschenkalender
00
24.11.2011, 22:20
wo kämen wir denn sonst hin

wenn man den Studenten keine neuen finanziellen Hürden aufbaut..

metalwoman
01
24.11.2011, 22:36

Vielleicht in eine bessere, weil aufgeklärtere, weltoffenere, zufriedenere, weniger von Neid zerfressene Gesellschaft.
Ach, ich weiß, ich bin nur wieder so ein kleiner Träumer...

HansPeter10
00
24.11.2011, 17:51

Aufwertung der Wohnqualität? Lachhaft.

In Transdanubien ein riesiger Neubau mit einem Trakt als Studentenheim. Das Studentenheim dient als Schallschutzbau für die Bereiche mit Wohnungen, denn es liegt direkt an der der B3/ Donaufelderstrasse. Ohne Schallschutz. Traumhaft.

Harl-Geinz Krassers Friseur
00
24.11.2011, 16:25

zahle für eine 35m² wohnung im 5ten 400€ all in..
billiger mit einer wg oder wohnheim komme ich da auch nicht unbedingt

metalwoman
01
24.11.2011, 15:30
die Studenten"unterstützungs"vereine

Wohne in einem EZ Kategorie D mit WC, Dusche und Küche am Gang. Obwohl in dem alten Haus nichts (mehr) saniert oder verbessert wird, steigen die Preise jedes Jahr systematisch um 5 oder 10 Euro.
Wir träumen von einer echten Küche statt dem Sammelsurium von Kochplatten, aber daraus wird wohl nix. Manche Anschaffungen bezahlen wir schon aus der Studentenkasse, da der Heimträger nicht dafür aufkommen will.

Crescence
05
24.11.2011, 08:42

Das Studentenheim ist bzw. war für einen Provinzler wie mich eine gute Möglichkeit in einer neuen, fremden Großstadt sanft Fuß zu fassen. Nachdem mein Mitbewohner und ich aber für einen ca. 25m²-großen Studentenheimplatz mit zwei kleinen Einzelzimmern, einer Kochnische und einem Minibad nach zweimal in Folge steigender Mieterhöhung monatlich 540€ zahlen mussten, war die Option eine eigene Wohnung zu suchen nur logisch. Dort zahle ich nicht wesentlich mehr und habe das dreifache an Wohnfläche.

Vor zwei Wochen habe ich erfahren, dass der Wohnpreis in diesem Studentenheim pro Person seither wieder um 10 Euro gestiegen ist. Für das, was geboten wird, ist der Preis zu hoch.

datenbauer
01
25.11.2011, 12:24

Ich nehme an, bei den 540€ für 25m² ist der pizzo ("Schutzgeld") schon inbegriffen?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.