"Heute" und die Modallogik

Einserkastl23. November 2011, 18:18
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Die Gratiszeitung "Heute" braucht schon wieder einen neuen Chefredakteur

Laut Wikipedia ist "Die Modallogik derjenige Zweig der Logik, der sich mit den Folgerungen um die Modalbegriffe möglich und notwendig befasst. So lassen sich innerhalb der Modallogik nicht nur Aussagen wie ‚Es regnet‘ oder ‚Alle Kreise sind rund‘ analysieren, sondern auch Aussagen wie ‚Möglicherweise regnet es‘ und ‚Notwendigerweise sind alle Kreise rund‘."

Möglicherweise hilft uns die Modallogik bei der Interpretation jener Meldung, dass die erfolgreiche Gratiszeitung Heute schon wieder einen neuen Chefredakteur braucht. Berichten zufolge geht der erst seit Februar amtierende Chefredakteur Wolfgang Ainetter wegen Differenzen mit der dynamischen Herausgeberin Eva Dichand. Er selbst sagt nichts, Frau Dichand sagt, er wolle wieder nach Deutschland zurück.

Hier setzt die Modallogik ein: Heute bekommt viele, viele Inserate vom Bundeskanzleramt und der SPÖ nahestehenden Institutionen und Ministerien. Jetzt erschien in Heute ein Artikel, wonach für Kanzler Faymann günstige Leserbriefe, die mit Namen wie "Sabine Huber, Lisa Huber, Christoph Huber oder Johann Huber" gezeichnet sind, sich zur SPÖ zurückverfolgen ließen. Kaum ist der Artikel erschienen (zum nicht geringen Erstaunen mancher Medien-Logiker), will der Chefredakteur nach Deutschland zurückgehen. Die Modallogik sagt uns, möglicherweise besteht da ein Zusammenhang. Ob er auch notwendigerweise besteht, ist eine Frage der Logik. (DER STANDARD; Printausgabe, 24.11.2011)

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