25 Jahre Grüne

Von der Erwartung, die Welt zu retten

23. November 2011, 18:02
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    foto: ap/punz

    Von Freda Meissner-Blau, der ersten grünen Klubobfrau, gab es Lob und Tadel und viele Anekdoten - auch in Gebärdensprache.

Die Grünen lassen sich im Parlament hochleben: Bei der 25-Jahr-Feier gab es aber nicht nur Lob - Von Freda Meissner-Blau setzte es auch Schelte

Wien - Diesen Gast hatte man bei der Festveranstaltung der Grünen zum 25-Jahr-Jubiläum als Parlamentspartei nicht erwartet: Martin Graf erschien am Mittwoch bestens gelaunt im Abgeordnetensprechzimmer, versuchte sich im Smalltalk mit seinem politischen Gegner - und das, obwohl der Dritte Nationalratspräsident der FPÖ vergangene Woche noch mehrfach von Grünen als "Rechtsextremist" attackiert worden war.

Die Gastgeber taten ihr Übriges, damit die Feier nicht zur Protestkundgebung mutierte. Störfeuer blieben aus. Graf, in die zweite Reihe verwiesen, musste nur ein paar Seitenhiebe einstecken - etwa als in einem Videobeitrag die Aktion des Abgeordneten Harald Walser gezeigt wurde, der 2009 gegen ihn mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Eure Schande heißt Martin Graf" protestiert hat.

Von vielen gern gesehener Gratulant wäre Bundespräsident Heinz Fischer gewesen, der war aber verhindert - eine Grußbotschaft musste genügen.

"Herzlich willkommen auf den Mühen der Ebene", begrüßte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) die Grünen und lobte in ihrer Rede deren Parlamentsklub als "immer seriösen Ansprechpartner". Besonders anerkennend nannte sie die Frauenpolitik der Öko-Partei.

So viel Lob gab es von der ersten Klubobfrau der Grünen nicht. Ihre Partei habe aus den Schwächen der anderen Fraktionen zu wenig Kapital geschlagen, setzte Freda Meissner-Blau zur Schelte an. Dabei sei ab der schwarz-blauen Regierung "ein richtiges Vakuum entstanden. Das haben wir zu wenig genutzt." Einen Grund dafür sieht sie darin, dass man es sich "vielleicht mit den Regierungsparteien nicht verderben wollte", um als möglicher Partner im Gespräch zu bleiben.

Meissner-Blau erinnerte aber auch an die Anfänge im Jahr 1986: "Da gab es schon die Erwartung, dass wir in zwei Monaten die Welt gerettet haben." Dies hätte man natürlich nicht erfüllen können. "Tadellos" seien die Grünen seit 25 Jahren in Frauenfragen geblieben, und es gebe den "saubersten Antifaschismus".

Von Beginn an bis heute seien die Grünen für Kontrolle und "schonungslose Aufklärungsarbeit" und inhaltliche Opposition gestanden, hielt die amtierende Klubchefin Eva Glawischnig fest, ohne auf die Kritik einzugehen. Als Beweis für die Bedeutung der Grünen führte sie das Umdenken in Sachen Umweltschutz an: "Eine Idee wird solange bekämpft, bis sie sich durchsetzt, und am Ende waren dann alle dafür", sagte Glawischnig. Angesichts der weltweiten Krisen stehe man aber vor der "schwierigsten Herausforderung seit Gründung", kehrte die Bundessprecherin in das Hier und Heute zurück. Es sei nun "wieder Zeit, dass gewählte Politiker die Regeln machen", sagte Glawischnig.

Nicht ganz so ernst ging Peter Pilz, der bereits 1986 Abgeordneter der Grünen war, auf Fragen zur Zukunft der Grünen ein. "Unser nächstes Projekt, und es wird ein einfaches sein, wird es sein, die Volkspartei bei den nächsten Wahlen zu überholen", sagte Pilz bei einer Gesprächsrunde. Und weiter: "Wir haben uns immer realistische Ziele gesetzt."

Dass die Partei den im Streit geschiedenen Ex-EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber zur Feier eingeladen hat, zeuge davon, "den politischen Mut bewahrt zu haben". Voggenhuber spöttelte wenig später, dass die Grünen in den 25 Jahren nicht nur ihre Kinderkrankheiten, sondern auch ihre Eltern loswerden mussten. (Peter Mayr, DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 35
1 2
Jax
00
30.11.2011, 10:19
Grün..

aber nur hinter den Ohren! Man errinnere sich noch an ein ORF Interview mit Frau Glawischnig, in dem der Kachelofen ihrer Eltern als Vorbild für den Umweltschutz herhalten musste.

Diese Frau ist bestenfalls ahnungslos.

Auch das gebetsmühlenartig vorgetragene Bekenntnis zu den Öffis ist rührend - nur, warum steht der Verzicht auf ein eigenes Auto, von den Dienstwägen ganz abgesehen, nicht in den Parteistatuten?

der der beim golf tanzt
11
24.11.2011, 12:01

also für mich stehen die so lange nicht auf der liste, solange frau "männersteuer" glawischnig an der spitze ist und dann auch nur, wenn vom nächsten ein klares nein zu diesem schwachsinn kommt

oft genug habens ja gute idee und dann kommt so ein arger blödsinn, dass man einfach die flucht ergreifen muss

und das mit der VP überholen, naja, das wirds nicht spielen, es gibt wohl in ganz österreich mehr jäger, landwirte und raika-mitarbeiter als potentielle glawischnigwähler

17+4
01
24.11.2011, 11:33
toller Foto,

aber der falsche Finger

THE MGT.
11
24.11.2011, 14:44

In Richtung Graf? Stimmt. Aber warum soll man sich von einem (ungebetenen) Gast die Laune verderben lassen?

Theo Dor
13
24.11.2011, 11:28
Beim gestrigen Club 2

wurde wieder deutlich, wie absolut selbstbeschädigend die Demontage von "Silberrücken" Voggenhuber war.

Die Grünen hätten solche leidenschaftlichen, intelligenten Querulanten nötig, wie einen Bissen Brot.

curieux
02
24.11.2011, 18:13
Wäre ich Frau Glawischnig, ich würde sofort mein Amt übergeben!

Für mich beweist die Tatsache, dass die Grünen einen Voggenhuber aufs Abstellgleis geschoben haben, dass diese Partei nicht beurteilen kann, wer gut ist.

Wenn der Voggenhuber wieder was wird, müßte ich mir überlegen, wieder Grün zu wählen!

cantanto
00
28.1.2012, 19:24
Es ist durch nur "menschlich", dass man jemanden absägt,

von dem man/frau sich bedroht fühlt.

Selbst im höchst alkoholisiertem Zustand reicht der dann noch verbleibende Intellekt eines Herrn Voggenhubers, um die gesamte Feministenpartie bei den Grünen unter den Tisch zu diskutieren.

Die Grüninnen sind zwar immer noch etwas niveauvoller als die Frau Rudas, doch die Hürde zu überspringen ist nicht wirklich schwer....

Mit Glawischnig und Vasilakou (oder wie immer man die Dame schreibt) schafft man maximal 8% 2013!

curieux
00
29.1.2012, 10:50
waren Sie im Winterschlaf?

Flame War II
01
24.11.2011, 15:34
Jaaaaaa!

Vor allem, wie er einen breiten Hals gekriegt hat und den Khol zur $au gemacht hat, war Weltklasse! Da warn's dann BEIDE schmähstad, der Khol UND der unaussprechliche Linkenfresser Unterberger ...

curieux
11
24.11.2011, 18:14
AAAAber,

ist Ihnen nicht aufgefallen, dass er die Grünen noch viel mehr kritisiert hat? Unfähig war da noch das schwächste Wort! Der macht sich wirklich Sorgen um diese PArtei!

Dass er Khol ujnd die ÖVP beschimpft, ist wohl wenig überraschend.

Für deppert gehaltener Wähler
04
24.11.2011, 11:16
So kann ich Euch nicht wählen

Habe gestern den Club 2 angesehen, der ein Spiegelbild der aktuellen Probleme der Grünen war. Statt den einstigen Widerstandskämpfern sitzen heute Mainstream-geformte Jungpolitiker in der Diskussionsrunde, die nur über die Schwierigkeiten und Notwendigkeit von Konsensfindung reden.

Auf die Frage, wie sich die Grünen in der Pensionsfrage positionieren und warum sie nicht für die Jungen Stellung beziehen, kam genau KEINE Antwort.

Auch sonst gab es keine inhaltliche Diskussion und keine Perspektiven (gut, daran waren vielleicht auch der misepetrige Kohl und der oberspiessige Hinter- äh Unterberger mit Schuld).

Stattdessen machte der Voggenhuber auf Vergangenheitsverklärung.

U-Bahn Steuer
12
24.11.2011, 13:24

dafür, dass das selige anderl die diskussion in eine altersstarrsinnige wahlkampfveranstaltung (tatblatt... willkommen im 21. jahrhundert, herr khol!) verwandelt hat, kann aber auch keiner was!

der hat doch jeden ansatz eines vernünftigen gespräches im keim erstickt - wobei ich mich frage, welches genie den zu diesem thema eingeladen hat

Für deppert gehaltener Wähler
00
24.11.2011, 16:12

Stimmt nicht ganz. Zu Beginn war er ganz handzahm, bis der Moderator ihn darauf angesprochen hat, dann ist plötzlich der Gaul mit ihm durch.
Der Voggenhuber hat dann zu lange zugschaut, wie sich der Lockl und die Ringerer auf die Diskussion der vertrockneten Bürgerlichen eingelassen haben. Ich hatte aber eher das Gefühl, dass die beiden Grünen froh waren, weil sie sonst nicht gewusst hätten, worüber zu reden.

17+4
00
24.11.2011, 11:35
das ist aber auch den ORF Diskussionsleitern anzurechnen

denn es ist manchmal mühsam, eine Antwort einzufordern.

Für deppert gehaltener Wähler
00
24.11.2011, 11:52

Ja, der war auch recht "lässig" unterwegs.

Aber als aktive und junge Grünpolitikerin versuche ich in so einer Sendung mal meine Visionen rauszulassen und mach das auch, wenn mich ein Kohl blöd anlässt und der Diskussionsleiter nicht nachfrägt.

curieux
02
24.11.2011, 18:16
also der aktivste und bei weitem jüngste Grünpolitiker

wahr wohl der Voggenhuber.

da Novak
01
24.11.2011, 11:15
lang ist's her...

... da schrieben die damaligen Altvorderen der Grünbewegung (Hofbauer u. co) , dass eine grüne Partei solange zu kandidieren habe, bis deren zentrale Punkte von den etablierten Parteien übernommen werden. Es war schon damals klar, dass die Position als erste über Bord geht, sobald der Einzug in NR bzw. LT geschafft war.

Briefmarkenkleber
23
24.11.2011, 11:03
Schön, dass der Grünen-Echtzeit-Ticker funktioniert.

Der Ludwig Hirsch ist schon seit Stunden kalt, wär das in der Sandart nicht zumindest eine Kleinstnotiz wert?
Schamloses Parteiblatt.
Es ist Do., 10.45 Uhr

Flame War II
00
24.11.2011, 15:37
Und? Wen juckt's?

Und hat das jetzt wirklich was mit den grünen Problemen zu tun?

curieux
02
24.11.2011, 11:29
Ich sag es ja immer: Presse lesen!

Franz Klug
41
24.11.2011, 10:23
Die Grünen: sie könnten und sollten stärker sein,

aber immer noch die gleichen Fehler. Am Beginn demonstrierte man jeden Tag auf der Strasse inzwischen, versteckt man sich in den Büros und kommt dann erst bei den Wahlkämpfen auf die Strasse. Die Wahlkämpfe, die anfangs zu schrill waren, sind jetzt zu brav und daher werden keine Wahlen gewonnen.
Dann vergibt man aufgelegte Elfmeter in der Öffentlichkeitsarbeit und reduziert diese auf Presseaussendung/Pressekonferenzen.
Statt ganz Österreich im Rahmen des 25er Parlamentsjubiliäum mit Grünideen zu durchfluten macht man halt eine Feierstunde im Parlament. Statt in allen Bundeländern mit kritischen Menschen den Zustand und die Zukunft der Grünen spannend zu diskutieren macht man gar nichts.
So wirds keinen starken Aufbruch geben.Leider:(

curieux
01
24.11.2011, 11:31
Vorsicht, die deutschen Grünen haben auch Probleme.

"Die Umfragewerte sinken, 14 Prozent würden die Grünen aktuell wählen, nicht 28 Prozent wie noch im Frühjahr. Die Piratenpartei liegt inzwischen bei acht Prozent. "

Quelle: http://www.zeit.de/politik/d... el/seite-1

Walter J. Ferstl
00
28.11.2011, 12:50
Sonntagsfrage Bundestagswahl Deutschland: Die jeweils aktuellen Umfragen der deutschen Institute,...

... schön übersichtlich in Tabellenform:

http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

FatFaceRicky
00
24.11.2011, 08:07

Da Wabl muss wieder her.

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