Lehrerdienstrecht

Finanzministerin: Junge Lehrer sollen teilweise unbezahlt länger arbeiten

23. November 2011 16:58

Fekter will von "exorbitanten Lehrergehältern" weg kommen

Wien - Die Verhandlungen um das neue Lehrerdienstrecht laufen. Wie "Die Presse" berichtet will die Bundesregierung, dass Junglehrer künftig deutlich mehr arbeiten. Sie sollen durchschnittlich 27 und nicht wie bisher rund 21 Stunden in der Woche unterrichten. Von den zusätzlichen sechs Stunden sollen sie vier Stunden - also zwei Drittel - auch extra abgegolten bekommen, zwei Stunden aber nicht. Dieses Drittel sollen sie unentgeltlich leisten. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sagt zur "Presse": "Zwanzig Prozent mehr Gehalt, dreißig Prozent mehr Arbeit."

Sie macht sich für höhere Einstiegsgehälter starkt, sieht aber nicht ein, dass es diese um jeden Preis und für gleich viele Wochenstunden geben solle, wie sie bisher in Österreich im Durchschnitt geleistet werden. Dass künftig nicht alle sechs Extra-Stunden extra bezahlt werden sollen, begründet die Finanzministerin damit, dass Österreich "weg von den exorbitanten Lehrergehältern“ kommen müsse.

Quin kann sich Mehrarbeit "nicht vorstellen"

Die Lehrervertreter erteilen dem Ruf nach einer Anhebung der Arbeitszeit erneut eine Absage. Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger hielt den Vorstoß Fekters "selbst in Krisenzeiten für eine leichte Skurrilität" und verwies gegenüber der "Presse" darauf, dass sich Arbeitszeit nicht nur auf den Unterricht beschränke. Auch AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin kann sich Mehrarbeit für Lehrer "nicht vorstellen".

Aktuell gibt es zwei Arbeitszeitmodelle: Landeslehrer haben eine Normarbeitszeit von 1.776 Stunden pro Jahr, die auf verschiedene "Töpfe" (Unterricht, Vor- und Nachbereitung, sonstige Tätigkeiten) aufgeteilt ist. An den Volksschulen beträgt die Unterrichtszeit 22 Wochenstunden, an Hauptschulen 21. Bei Bundeslehrern (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) liegt die Wochenarbeitszeit je nach Fach zwischen 18 und 22 Stunden. Dazu kommt die nicht in Stunden angegebene Vor- und Nachbereitung des Unterrichts.(red, derStandard.at, 23.11.2011)

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http://zeichnemit.at/
15.02.2012 14:37
noch etwas

Lehrer können die Schule gar nicht so effizient und mit Qualität gestalten wie sie möchten, es wird von der Politik bestimmt, wie das System zu rennen hat.
Das wäre so, als würde die Politik eine BANK managen.

http://zeichnemit.at/
15.02.2012 14:32
weiterer Vergleich

ein Jungakademiker verdient in der Privatwirtschaft in etwa 1.800 EUR, mit guten Aussichten auf Lohnsteigerungen. Wenn man gut verhandelt sind auch 2.500 EUR möglich.

Wer weiterhin auf "Beamte" der neuen Generation schimpft, sollte wissen das ein ASVG-Versicherter dem Staat wesentlich mehr Geld kostet!!!

http://zeichnemit.at/
15.02.2012 14:29
Ein Vergleich zwischen einer Ministerin und einer Lehrerin

Minister verdient in etwa 14.000 EUR
Eine Lehrerin verdient 1.300 EUR

Was ist da beim Gehalt exorbitant?

"Fekter will von "exorbitanten Lehrergehältern" weg kommen"

Dr_Olaf
 
12.12.2011 18:07
Im Prinzip ist es ganz einfach.

GUTER Unterricht braucht Zeit außerhalb der Klasse. Zum Organisieren, Planen, Vorbereiten, Reflektieren, Korrigieren und zum Erstellen / Suchen / Adaptieren von Materialien verschiedenster Art, aber auch zum Beurteilen, Weiterbilden, Vermitteln oder zum Vernetzen.
SCHLECHTER Unterricht braucht das in der Regel nicht, auch nicht im ersten Berufsjahr.
Nun gibt es freilich einige wenige schlechte Lehrer welche schlechten Unterricht machen, weil sie nicht bereit sind, diese zusätzliche Zeit zu investieren, aber deshalb ALLE Lehrer zu demselben schlechten Unterricht zu ZWINGEN indem man ihnen effektiv große Teile der Zeit außerhalb der Klasse streicht, kann die Unterrichtsqualität ja nur senken.
Aber erklär das einem Basher.

marion52
 
25.11.2011 05:22
294 oder 374?

in einem Zwei-Stundenfach habe ich dann statt der 294 Schüler und Schülerinnen (2011/12) halt 3 Klassen mehr, dass sind ca 80 dazu. Klar, das fängt die drohende Lehrerknappheit auf. Von so einer Zahl träume ich: 374!

Mr. Bubbles
25.11.2011 00:40

dieses forum bestätigt meine verblasste erinnerung aus der jugend, dass die meisten lehrer einfach vollpfosten sind.
und jeder der sich jetzt angegriffen fühlt sollte besser nachdenken, ob der job lehrer wirklich die beste wahl war. 80% von "meinen" von damals hätten jedenfalls in dem job einfach nix verloren gehabt...
now what?

KomplexeAmoebe
27.11.2011 23:20
Schon mal daran gedacht dass das am System liegt?

und nicht an den personen selber? da ich gerade junglehrerin bin, habe ich es sozusagen richtig vor augen. es gibt solche die engagiert sind, und solche die es weniger sind. natürlich bleiben in einem schulsystem, in dem man fast unkündbar ist, auch mehr "koffer" übrig. ich bin selbst für eine aufnahmeprüfung für lehramtsstudenten (wobei ich selber eine machen musste).
und wie soll man ein guter lehrer werden wenn die ausbildung so sch... ist? hab gottseidank pädagogische erfahrung aus anderen bereichen.

D/E
25.11.2011 14:02
Ich sag's ja ungern:

Aber die meisten Menschen, die überall Vollpfosten sehen, tragen die Balken im eigenen Auge.

http://atomausstieg.at/
24.11.2011 18:14

man kann ja zukünftig die Unterrichtsvorbereitungen direkt in den Unterrichtsstunden machen, dann haben halt die Schüler weniger davon.

Kelbo
24.11.2011 16:51

Ich bin dafür, dass die Lehrer mal in der Maturazeit 6 Wochen die Arbeit nieder legen. Dann wird man ja sehen...

odin63
24.11.2011 19:30
Ob das jemand merkt?

Arbeitsverweigerung wird ohnehin schon von vielen betrieben. Da brauchens nicht noch hetzen.
So viel Freizeit wie ein Lehrer hat sonst keine Berufsgruppe außer vielleicht freischaffende Künstler.
Warum sind den viele Zusatzämter wie z.B. Gemeinderäte in kleineren Orten oft mit Lehrern besetzt die eben nebenbei noch einen Vollzeitjob haben?
Die vielgestressten Lehrer können nebenbei noch Nachhilfeunterricht geben, natürlich nicht versteuert (= Schwarzarbeit)!

WikiPeda
24.11.2011 19:36
und wieviele

maurer, mechaniker, steuerberater, friseure pfuschen sich noch was dazu obwohl sie auch vollzeit arbeiten? das gehört quasi zur österreichischen kultur. aur den anderen reiten sie ja auch nicht herum.

wie siehts bei ihnen selber aus? noch nie schwarz gearbeitet, oder vom chef die überstunden im kuvert überreicht bekommen?

wasser predigen - wein trinken?

odin63
24.11.2011 19:50
Das kann ich ruhigen Gewissens mit "Nein" beantworten

Ich habe noch keine Stunde "schwarz" abgerechnet.

http://zeichnemit.at/
15.02.2012 14:39

wahrscheinlich verdienen Sie auch gut genug, um nicht schwarz arbeiten gehen zu müssen

clangi
25.11.2011 10:34
kann natürlich auch sein...d

dass sie einfach nichts können, für das jemand schwarz bezahlen würde!?
was arbeiten sie denn so?

clangi
25.11.2011 10:32
kann nat

WikiPeda
24.11.2011 21:14
ich senke mein haupt und zolle ihnen respekt.

ich verneige mich vor ihrer integrität und anständigkeit. in so verluderten zeiten findet solche menschen nicht oft.

oder haben sie ein bisserl geflunkert?

während der lehr-/studienzeit nie den service für ihre karre von einem freund machen lassen? die neuen fliesen fürs bad und klo von einem handwerker am wochenende legen lassen? die satellitenschüssel vom baumarkt vom nachbarm, der fürs kabelfernsehen arbeitet aufstellen lassen? während des präsenzdienstes sich eine bordsteinschwalbe gegönnt?

mit ihrem leuchtenden vorbild sehe ich sie als nächsten bundespräsidenten, nein, ein seligsprechungsverfahren noch zu ihren lebzeiten muss eingeleitet werden!

santo subito!!

Sche
24.11.2011 20:36
Und ich kann mit...

...selbigem ruhigen Gewissen sagen, dass ich noch keine einzige Stunde Nachhilfe gegeben habe, und mir daher von Ihnen nicht sagen lasse, ich wäre ein Schwarzarbeiter - und Sie haben von ALLEN gesprochen!!!!

Folgendes...
 
24.11.2011 16:23
Losgelöst davon, dass nicht wenige Lehrer fristlos gekündigt gehören...

die Ministerin steht ihnen aber um nichts nach.
Ich mein, toll, Lehrerhetze - Los gehts! Auf die überbezahlten, unterqualifizierten Hirnwixxer!!

Bleiben wir doch realistisch:
Jeder, der sudert, dass es Lehrern sooo super geht - warum macht der nicht ein Studium nach und wird selbst Lehrer? Ich mein... Lehramt... Ist nun echt nicht so die Challenge.

Erwachsene unterrichten - mache ich gelegentlich. Aber Kinder unterrichten - da würde ich keine 10 Minuten überstehen :-D.

Ich finde daher den derzeitigen Lohn der Lehrer gerechtfertigt - Eigentlich recht wenig Schmerzengeld.

Eine Lohnreduktion hingegen wird uns kaum besseres Personal bringen - und ich hätte gerne gutes Personal für die Kinder... Besseres als jetzt.

odin63
24.11.2011 19:57
Es geht doch nicht um Lohnkürzungen

Es soll jeder das Gehalt bekommen, das er auch verdient. Nur ist es bei vielen Lehrern eben nicht verdient. Viele machen es sich wirklich leicht. Kaum Hausübungen und diese werden dann in der Unterrichtsstunde gemeinsam verbessert - was soll das denn? Das Wichtigste ist ein Feedback über das Gelernte sonst bringt das alles nichts. Ich frage mich immer wieder, wie die Lehrer vor 30 Jahren es geschafft haben bei meist mehr als 30 Schülern pro Klasse jedes mal die HÜ zu kontrollieren und sich auch noch auf den Unterricht vorzubereiten. Heute haben ja schon viele ein Burnout, wenn sie pünktlich an ihrem Arbeitsplatz sein müssen.

magdazeini
24.11.2011 21:23

Viele Lehrer machen es sich leicht. Ich liebe Sätze, die so gern so vieles verallgemeinern!
Viele Mechaniker pfuschen, viele Ärzte sind unfähig, viele Reinigungskräfte sind faul, ... könnte man nicht auch etwas für Ihren Beruf finden?
Schwarze Schafe gibt es überall, das lässt sich nicht abstreiten. Denken Sie davon mal weg und an die Lehrerinnen und Lehrer, die großartiges leisten, den Kindern helfen, sich in ihrer Freizeit mit den Eltern Sorgen machen (und da meine ich NICHT Elternsprechtage o.ä.), die pflichtbewusst verbessern, die sich immer wieder neues ausdenken um die Schüler zu motivieren, ...
Am frühen Nachmittag nach Hause zu kommen heißt nicht, dass der Arbeitstag beendet ist!

odin63
25.11.2011 08:17
Freud mich für Sie wenn sie noch so engagiert sind

Wenn dann irgendein überbezahlter Lehrergewerkschafter noch eine Jahresarbeitszeit von 1880 Stunden für einen Volksschullehrer veröffentlicht kommt mir die Galle hoch. So viel Unfug muss man mal errechnen. Da muss man schon Politiker sein um so viel Unsinn verzapfen zu können. Ich kenne einige Lehrer aber keiner bringt diese Stunden zusammen, geben auch viele zu, manchmal halt unter vorgehaltener Hand.
Aber wer will sich schon selbst ins Fleisch schneiden.

Sche
24.11.2011 20:38
Interessiert Sie die Antwort wirklich?

Folgendes...
 
24.11.2011 16:28
Gleichzeitig sei aber darauf hingewiesen...

Dass die Lehrergschicht "sooo viel Vorbereitungszeit" keiner abnimmt - also ich nicht :-D.

Jeder, der mal unterrichtet hat, kennt das (ich von FHs). Für deine erste Klasse brauchst pro Stunde Unterricht ca. 5-6h Vorbereitung. Beim zweiten mal für dasselbe Fach... vielleicht 2h. Dann geht es in den Minutenbereich... Zumindest meine Erfahrungen.

Lehrern, die täglich Hausübungen vergeben und diese auch korrigieren - ist wirklich ein ordentlicher Mehraufwand zuzugestehen. Allen anderen (Ich denke da an Fächer wie "Sport/Geo/Bio/Physik/Chemie/Bildnerische Erziehung/...") hingegen...

jana_einsteinova
01.12.2011 21:52
Dann geht es in den Minutenbereich...

werden dann referatsthemen ausgeteilt und angehört?

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