Ab Sommersemester

Neue Ausbildung: Psychotherapeut mit einem Schuss Psychoanalyse

23. November 2011, 16:42

Neues Psychotherapeutisches Propädeutikum soll einen Einblick in psychoanalytische Denkweisen geben

Die Wiener Psychoanalytische Akademie (WPAk) bietet im kommenden Frühjahr ein neues psychotherapeutisches Propädeutikum an. Das Propädeutikum ist die erste Stufe der zweiteiligen Ausbildung zum Psychotherapeuten/zur Psychotherapeutin. Sie ist eine notwendige Voraussetzung für den zweiten Teil, die psychotherapeutische Fachausbildung. Es erfüllt einerseits die gesetzlichen Vorgaben des Psychotherapeutischen Propädeutikums und will gleichzeitig psychoanalytisches Grundwissen an die TeilnehmerInnen herantragen.

Die WPAk ist ein Zusammenschluss der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse, die beide in klassischer Psychoanalyse ausbilden. In der Akademie wird neben dem Propädeutikum im Lauf des nächsten Jahres auch das Fachspezifikum "Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie" unterrichtet werden. Grundsätzlich werden im Fachspezifikum vor allem Beratungs- und Behandlungskompetenzen vermittelt, im Propädeutikum Urteils- und Reflexionskompetenzen. Das Psychotherapeutische Propädeutikum setzt sich aus einem theoretischen (765 Stunden) und einem praktischen Teil (550 Stunden) zusammen.

Die Ausbildung soll einen weiten Einblick in psychoanalytische Denkweisen geben. Die Mehrheit der Lehrenden sind PsychoanalytikerInnen, die im Unterricht eine psychoanalytische Haltung vermitteln wollen. (red, derStandard.at, 23.11.2011)

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23 Postings
piefkedeluxe
00
14.1.2012, 18:09

lieber standard,

wenn sie über diese kostenpflichtige ausbildung schreiben, sollten sie ggf. auch die preise beleuchten, damit der endverbraucher weiß woran er ist.
auch ein paar sätze über die gelinde gesagt ineffiziente wirkungsweise psychoanalytischer behandlungsmethoden wäre nett gewesen.

in der vorliegenden form ist der artikel unvollständig und eher mit einem broschürentext zu vergleich, womit ich natürlich auf keinen fall sagen möchte, dass etwa werbung gemacht werden würde... ;)

sb153
00
29.11.2011, 18:29
Gute Alternative

Ich bin der Meinung, dass diese Ausbildung eine gute Alternative zur SFU und zum herkömmlichen Psychologiestudium (mit anschließendem Propädeutikum) bietet.

Sukram's Panopticum
 
01
28.11.2011, 10:08

Im Übrigen möchte ich nur hinzufügen, dass dieses elende Pyramidenspiel "Psychotherapieausbildung" doch endlich sein Ende finden soll und eine gesetzliche Regelung zu den Ausbildungskosten verankert gehören!!!

Saskia Fabian
 
00
27.11.2011, 10:26
die titanic ist im sinken begriffen...

phorus
10
27.11.2011, 02:40

psychoanalyse? ist in etwa, wie wenn man die 4-säftelehre in der medizin als zeitgemäße methode anwenden würde.

Du bist der Teufel
00
5.12.2011, 15:14

Sind sie vom Fach?

parzenbua
00
24.11.2011, 17:26
die sind am absteigenden ast...

... hoffentlich

gewissengewissen
 
10
24.11.2011, 14:44
was "normales" Instrument aller PsychiaterInnen ist ...

(denn wer verbietet denen das denn???)

... wird jetzt als "Neu" eingeführt?

(dass PsychiaterInnen immer wieder "Therapie=MEDIKATION" gleichsetzen, ist simply Missbrauch ihres Autoritätsverhältnisses )

brigitte grossmann-garger
11
24.11.2011, 09:38
Wahlmöglichkeit ist positiv

zum Glück gibt es in einer Demokratie die Wahlmöglichkeit: mir gefällt dieses Profil. Es muss nicht immer alles minimalistisch sein.

Psychotherapeut
00
5.12.2011, 12:57

Dass gerade Sie das sagen, erstaunt aus mehreren Gründen.

V995
13
23.11.2011, 19:59
ein verein braucht geld

Der Chronist
60
23.11.2011, 17:18

Was soll das bringen? An der SFU kann man die gesamte Ausbildung in einer Institution machen und hat am Ende auch einen akademischen Titel. Es kostet insgesamt auch nicht mehr als Propädeutikum und Fachspezifikum und vermittelt sowohl Methodenvertiefung als auch eine Offenheit, die der klassischen Analyse abgeht.

chacun à son gout
13
24.11.2011, 12:25
also im vergleich zur ausbildung in psychoanalyse

mag es vielleicht keine rolle spielen, die ist ja die teuerste, die es gibt. aber im vergleich zu allen anderen richtungen sehr wohl.

ganz abgesehen davon unterrichtet die SFU psychotherapie-wissenschaft und das ist daher keine ausbildung zur psychotherapeutin. dazu muss man erst in ein curriculum der dort ausbildenden fachspezifika. und da ist es meist billiger, das dann direkt bei diesen vereinen zu machen.

gerade psychoanalyse ist übrigens die richtung, in der man sich an der SFU *nicht* ausbilden lassen kann. sigmund hätte das wahrscheinlich milde belächelt.

Der Chronist
00
25.11.2011, 00:05

Soweit ich weiß, kann man sich in der SFU auch in Psychoanalyse ausbilden lassen, die SFU kooperiert doch mit den Individualpsychologen und dem Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse.

Soweit ich weiß, kann man auch gar nicht Psychotherapiewissenschaften studieren, ohne zugleich ein Fachspezifikum zu absolvieren - schließlich geht es doch darum, schleichend das Studium als einzigen Weg zur Ausbildung al PsychotherapeutIn zu etablieren.

Und dann gibts es immer noch etwas, was kein Fachspezifikum bieten kann, zumindest in Westösterreich: Den akademischen Titel.

Es spricht also alles für die SFU. Die Tage der Fachspezifika sind gezählt.

Ich habe dazu keine Wertung, ich beschreibe nur die Entwicklung.

chacun à son gout
00
4.12.2011, 14:27
Ich teile Ihre Prognose nicht.

Immerhin braucht die SFU die Fachspezifika, um die Ausbildung zu Psychotherapeuten machen zu können. Der Versuch von Pritz, die SFU als akademische Ausbildungseinrichtung zur Psychotherapeutin machen zu können ist gescheitert. Daher hat er sich dann einzelne Vereine reingeholt und bildet nun teilweise gegen die Gesetzeslage zur Psychotherapeutin aus.

Das kann man gut finden, mutig oder auch gar nicht werten wollen. Fakt ist jedenfalls, dass man ziemlich viel Geld für den akademischen Grad zahlt und fragwürdig ist, ob der Unterschied am Ende des Tages so groß ist. Mir ist jedenfalls Wurscht, ob mein Psychotherapeut Doktor oder DSA ist.

Der Chronist
00
5.12.2011, 13:05
Ich bin ganz Ihrer Meinung, aber in einem Punkt verkennen sie die Situation - es geht hier um Politik, und die ist ja in Zeiten des Neoliberalismus Handlanger der Ökonomie.

Es wird kein Weg daran vorbeiführen, schon bald nur mehr akademisierte PsychotherapeutInnen zu haben, weil der Bildungssektor vermarktet wird. Das war er zwar schon früher, was Psychotherapie betrifft, aber das wird jetzt standardisiert: Akademische Ausbildung macht elitär und schafft neue Hürden - man reduziert den Output an KonkurrentInnen und verdient fett an den verbleibenden Auszubildenden.

Ich glaube wirklich: Die Fachspezifika werden teilweise von der SFU aufgesogen, ein Großteil des Lehrpersonals der Fachspezifika wird künftig nicht mehr ausbilden. Das ist der weltweite Trend, und das, obwohl wir mit unserem Psychotherapiegesetz - noch - eine weltweit vorbildliche Regelung haben.

chacun à son gout
00
6.12.2011, 17:11
Den weltweiten Trend sehe ich nicht.

Es gibt alleine in Europa sehr viele sehr unterschiedliche Trends. Und dass unser Gesetz so gut ist - Herr Dr. Kierein arbeitet gerade an einer Neuauflage, damit die SFU noch leichter ausbilden kann, es wird weitere Verschlechterungen geben. Schaumamal. Meist, wenn politiknah etwas verbessert wird, ist Skepsis angebracht.

Boris
13
24.11.2011, 11:44

Jeder, der an der SFU studiert, weiß, dass man dort über Psychoanalyse nicht viel erfährt. Nicht überall wo Sigmund Freud draufsteht, ist auch Sigmund Freud drin.

quack
00
24.11.2011, 19:20
?

Die besten Analytiker des Landes arbeiten an der SFU, aber was auch immer Sie meinen...

chacun à son gout
00
4.12.2011, 14:24
Grüß Sie Herr Pritz!

Der Chronist
00
26.11.2011, 08:40

Können Sie uns ein paar Namen verraten?

Der Chronist
11
24.11.2011, 09:05

Rotstriche sind ja okay - aber kann mir jemand bitte auch sagen, was daran so schlecht ist?

Oder ist das Teil der weißen Wand?

dakakadu
00
24.11.2011, 11:07

Nimm's nicht persönlich. Manche geben halt für alles Rotstriche. Ich sehe auch nicht was daran schlecht sein soll.

Am besten ist es aber, wenn für eine (ernst gemeinte) Frage Rotstriche statt einer Antwort gegeben werden ...

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