Ahmadinejad spielt Sanktionen gegen Iran herunter

23. November 2011, 16:07
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Präsident will "keinen Jota" von Atomprogramm abweichen

Teheran - Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad ist von den neuen Strafmaßnahmen gegen sein Land wenig beeindruckt. "Der Iran wird keinen Jota von seinem Recht auf Kernenergie abweichen", sagte Ahmadinejad am Mittwoch in der Stadt Pakdascht, südlich von Teheran. In seiner Rede, die vom Nachrichtensender Khabar übertragen wurde, betonte Ahmadinejad: "Wir haben es mehrmals gesagt und sagen es nochmals: Wir haben keine Atombombe, wir wollen keine Atombombe, und wir brauchen keine Atombombe."

Die USA, Großbritannien und Kanada haben ihre Sanktionen gegen Iran in dieser Woche verschärft. Zuvor hatte die internationale Atomenergiebehörde einen alarmierenden Bericht veröffentlicht, wonach der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet haben soll. Erstmals zielen die USA dabei auf die petrochemische Industrie im Iran. Der iranischen Zentralbank werfen sie Geldwäsche vor. Großbritannien brach sämtliche Verbindungen zu iranischen Banken ab. Die Regierung Teherans hatte die Sanktionen scharf kritisiert.

Diplomatische Beziehungen zu Großbritannien herabgestuft

Nach den neuen britischen Sanktionen will das iranische Parlament die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien herabstufen. Das Parlament stellte am Mittwoch einen Gesetzesentwurf vor, wonach auch der britische Botschafter in Teheran ausgewiesen werden soll, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

Die verschärften Sanktionen gegen die iranische Zentralbank hätten den Iran in eine "neue und kritische Phase mit London versetzt", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Alaeddin Borujerdi. "Deshalb gibt es keine weitere Rechtfertigung mehr, normale Beziehungen mit diesem Land zu haben." Am Sonntag soll über die Gesetzesvorlage entschieden werden.

Der Chef der iranischen Zentralbank Mahmoud Bahmani sagte am Mittwoch, die Sanktionen würden keinerlei Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Zudem habe Iran Geschäfte mit der britischen Zentralbank schon seit längerem beendet. (APA)

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    Die Zuschauertribüne im iranischen Parlament.

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