Devisenhändler malen Teufel an die Wand

23. November 2011, 15:11
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Ein Ende der Eurokrise ist nicht absehbar, die EU plagt sich durch den Medizinschrank, um die richtige Arznei für den Patienten Eurozone zu finden. Den kompletten Crash will man auf alle Fälle vermeiden. Banken malen aber offensichtlich schon einmal den Teufel an die Wand, und spielen Szenarien durch, in denen die Eurozone auseinanderbricht. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) in seiner Mittwochausgabe.

Die CLS Bank International bereite sich bereits für den absoluten Notfall vor und führe Stresstests in diese Richtung durch, heißt es in dem Bericht. Die New Yorker CLS betreibt eine Plattform, über die 63 Banken weltweit den Großteil ihrer Währungsgeschäfte abwickeln. Die Banken sind Eigentümer der CLS sollen ähnliche Stresstest durchführen. Analysten und Händlern zufolge sei der Zusammenbruch der Eurozone "ein sehr reales Risiko", und "nicht mehr unvorstellbar". Es sei ein Worst-Case-Szenario. Ob es tatsächlich eintrifft, sei reine Spekulation, beruhigen auch einige Devisenhändler.

Doch die Stimmung unter den Investoren ist jedenfalls schon auf dem Tiefpunkt, sie sind pessimistisch was die Eurozone betrifft. In einer Umfrage von Barclays Capital wurden laut WSJ 1.000 Investoren befragt, fast die Hälfte geht davon aus, dass mindestens ein Land aus der Eurozone austreten werde. Die meisten tippen auf Griechenland als Exit-Kandidat, fünf Prozent glauben, dass gleich die ganze klamme Euro-Truppe rausfällt - also Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien. Allerdings gebe es kaum ein Übereinkommen, was so ein Auseinanderbrechen der Eurozone letztlich bedeuten würde. (rom, derStandard.at, 23.11.2011)

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