"Heute"-Chefredakteur kündigt, Dichand bestreitet Zwistigkeiten

23. November 2011, 14:51
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Nach STANDARD-Infos geht es um Auffassungsunterschiede bei Interventionen und Inseraten - Dichand: Private Gründe für Rückzug

Aufgrund inhaltlicher Differenzen kündigte "Heute"-Chefredakteur Wolfgang Ainetter am Mittwoch intern seine Kündigung an. Nach STANDARD-Infos geht es um Auffassungsunterschiede bei Interventionen. Ainetter habe vor seinen Mitarbeitern gegen 14.00 Uhr intern seinen Rückzug bekanntgegeben. Dies erfolgte dem Vernehmen nach im Anschluss an ein klärendes Gespräch mit Herausgeberin Eva Dichand, in dem die beiden einander puncto Layout, Interventionen und der Kennzeichnung von Inseraten nicht näher kamen. Ainetter war für eine Stellungnahmen nicht erreichbar.

Getrennte Wege

Ainetter war erst im Februar zu der Gratiszeitung gestoßen, als Eva Dichand überraschend die Trennung vom bisherigen Chefredakteur Richard Schmitt bekanntgab. Nach wenigen Monaten lag die Herausgeberin aber offenbar auch mit dem von der deutschen "Bild" abgeworbenen Redaktionsleiter derart über Kreuz, dass man nun beschloss, getrennter Wege zu gehen. Ainetter wird dem Vernehmen nach noch drei Monate bleiben.

Kolumne als Inserat

Mit der dieswöchigen Berichterstattung über die SPÖ-Affäre um falsche Internetfreunde von Kanzler Werner Faymann, die unter falschem Namen auch lobhudelnde Leserbriefe für den Parteichef schreiben sollen, habe der Streit aber nichts zu tun, hieß es. "Heute" gilt als eines jener Blätter, das besonders von der Inseratenvergabepraxis roter Ministerien profitiert. Immer wieder war auch über eine geheime Teilhaberschaft der SPÖ spekuliert worden. Ainetter habe sich geweigert, ein als Kolumne gestaltetes Inserat ins Blatt zu rücken, weil er es nicht ausreichend ausgeschildert sah. Auch über das Layout soll es wiederholten Streit gegeben haben. 

Dichand: Private Gründe für Rückzug

Die Herausgeberin der Gratiszeitung "Heute", Eva Dichand hat am Mittwoch den Rückzug von Chefredakteur Wolfgang Ainetter bestätigt. Dieser habe "aus privaten Gründen" gekündigt, sagte Dichand. "Er möchte zurück nach Deutschland gehen." Die kolportierten Zwistigkeiten bestritt sie. "Wir versuchen gerade, herauszufinden, wer das verbreitet. Wir vermuten, dass es sich dabei um einen Ex-Mitarbeiter handelt."

Mit Ainetters Arbeit sei sie zufrieden, so Dichand. "Ich finde, die Zeitung ist positiver geworden." Über die Nachfolge gebe es noch keine Entscheidung, man habe aber bereits einige Leute im Auge. Die Entscheidung müsse erst bis Ende März fallen, da Ainetter bis dahin noch im Haus sei, erklärte die Herausgeberin. (fid/APA)

Einserkastl RAU
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