Begrüßt "Erasmus für alle"-Initiative der Europäischen Kommission, fordert aber bessere Rahmenbedingungen
Wien - 19 Milliarden Euro will EU-Bildungskommissarin
Androulla Vassiliou ausgeben, um ab 2014 doppelt so viele Studenten
und Auszubildende mit Mobilitätsprogrammen ins Ausland zu schicken.
Die Steigerung der Förderung sei "längst notwendig" gewesen, begrüßt
die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die "Erasmus für
alle"-Initiative am Mittwoch in einer Aussendung. Geringe
individuelle Förderung sowie bürokratische und finanzielle Hürden
stünden einem Auslandssemester jedoch weiterhin im Weg.
"Die Durchschnittsförderung ist mit monatlich 254 Euro eindeutig
zu gering und muss dringend angehoben werden", so Martin Schott
(Fachschaftslisten) vom ÖH-Vorsitzteam. Die Studentenvertreter
fordern daher "ein klares Bekenntnis dazu, auch die individuellen
Fördergelder zu erhöhen". Seit Jahren stagniert die Zahl heimischer
Studenten, die ins Ausland gehen; durch das Bolognasystem seien sie
weniger flexibel. "Ein Auslandsaufenthalt bedeutet für viele eine
Verlängerung ihrer Studienzeit, was gekoppelt mit der immer prekärer
werdenden finanziellen Lage für viele nicht leistbar ist", meint
ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter
Studierender, FEST).
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sei gefordert, "die
bürokratischen Hürden durch komplizierte Anrechenverfahren" abzubauen
und "gemeinsam mit Studierenden optimale Bedingungen zu schaffen", so
Grabuschnig. (APA)