Heinrich C. Mayr als Rektor der Uni Klagenfurt vor Abberufung

23. November 2011, 12:41
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Mayr wehrt sich und will "Aufsichtsratsbehördliches Verfahren beim Bundesministerium"

Klagenfurt - Heinrich C. Mayr, seit 2006 Rektor an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, steht vor der Abberufung durch den Klagenfurter Universitätsrat. Im Hintergrund steht ein Konflikt über den Ausbau einer Universitätsfläche. Mayr gab sich am Mittwoch gegenüber der APA selbstbewusst und kündigte die Beantragung eines "Aufsichtsratsbehördlichen Verfahren beim Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung" an. Herta Stockbauer, Vorsitzende des Universitätsrates, wollte sich unter Berufung auf ihre Verschwiegenheitspflicht nicht konkret äußern.

Stockbauer bestätigte gegenüber der APA zwar, dass es bereits am Sonntag eine außerordentliche Sitzung des Rates gegeben habe. Zum Inhalt der Sitzung wollte sie unter Berufung auf "gesetzliche Vorgaben" nichts sagen. Die Ankündigung Mayrs, das Ministerium einschalten zu wollen, sei "sein gutes Recht", er werde wohl Gründe dafür haben, so Stockbauer. Sie betonte allerdings, der Universitätsrat handle grundsätzlich "nicht aus Jux und Tollerei".

Ministerium prüft

Im Wissenschaftsministerium hieß es auf APA-Anfrage, es handle sich um ein "universitätsinternes Abberufungsverfahren". Bestätigt wurde, dass Mayr ein Aufsichtsratsbehördliches Verfahren angeregt habe, nun werde eingehend überprüft, ob ausreichende Gründe für die Einleitung eines "Aufsichtsratsbehördliches Verfahren" vorliegen würden.

Mayr zeigte für die Abberufungspläne wenig Verständnis. Er argumentierte, korrekt gehandelt zu haben, räumte jedoch ein, dass es zwischen ihm und dem Universitätsrat "seit langer Zeit einen schwelenden Konflikt gibt, wie man eine Uni führt".

Entzündet hatte sich der Streit laut Mayr letztlich am Umgang mit einer vor Jahren vom Verbund abgekauften Fläche nördlich der Universitätsstraße. Der Rektor strebte "die Entwicklung der Fläche", samt der Errichtung eines "Group-House" für Universitätsangehörige an. "Der Universitätsrat war jedoch gegen diese Sanierung", erklärte der Rektor. Daraufhin habe er Drittmittel von der Stadt Klagenfurt lukrieren können und mit der Umsetzung des Projekts begonnen, was letztlich zum Bruch geführt habe.

"Keine Auswirkungen auf den Normalbetrieb"

Mayr hofft nun, "negative Konsequenzen für die Universität hintanhalten" zu können. Der Streit zwischen ihm und dem Universitätsrat werde "keine Auswirkungen auf den Normalbetrieb" haben.

In der kommenden Woche wird sich der Universitätssenat mit der Causa beschäftigen, da dieser in einem Abberufungsfall gehört werden muss. Der Universitätsrat tagt am 2. Dezember wieder, dabei könnte Mayr abberufen werden. Die Tagesordnung für die Sitzung ist laut Stockbauer noch nicht bekannt, die Frist für die Erstellung beträgt eine Woche. Letztlich könnte der Streit aber bis zum Verwaltungsgerichtshof gehen und Monate oder Jahre dauern. (APA)

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    Heinrich C. Mayr.

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