Spendenstreit um Kunst-Adventkalender am Rathaus

23. November 2011, 12:29
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Zwischen "Licht ins Dunkel" und Betreiberagentur - Verbleib von 170.000 Euro umstritten

Wien - Bereits zum zweiten Mal wird heuer in der Weihnachtszeit kein Kunst-Adventkalender die Fassade des Wiener Rathauses zieren. Der Grund: Es gibt einen offenen Rechtsstreit zwischen den beiden ehemaligen Partnern "Licht ins Dunkel" und der Betreiberagentur. Laut einem Bericht der "Wiener Bezirkszeitung" wird Agenturchef Andy Gaiser vorgeworfen, Spenden in der Höhe von 170.000 Euro nicht an die ORF-Aktion überwiesen zu haben. Gaiser wies die Anschuldigung zurück.

Laut Anwalt Manfred Ainedter, der Licht ins Dunkel vertritt, kam es bereits 2007 zu Zahlungsrückständen. Damals seien Ratenzahlungen vereinbart worden, hieß es in einer Aussendung der Bezirkszeitung am Mittwoch. Diese seien nicht beglichen und daher 2009 der Vertrag mit der Agentur aufgelöst worden.

Mehr als 2,3 Millionen Euro

Agenturchef Gaiser betonte: "Die Sache stimmt hinten und vorne nicht." Licht ins Dunkel wolle den Adventkalender alleine machen, mutmaßte er: "Weil es ein sehr erfolgreiches Projekt ist." Er habe ein sauberes Gewissen und könne alles belegen. Der Agenturchef unterstrich, dass mit dem Projekt "Kunst-Adventkalender" in 16 Jahren "aus unseren eigenen Deckungsbeiträgen und Partneraktionen" mehr als 2,3 Millionen Euro für "Licht ins Dunkel" erwirtschaftet worden seien.

Er habe sogar mehr als eine Million Euro mehr gespendet, als vertraglich vereinbart gewesen sei. Er, Gaiser, habe keine Ahnung, wie man auf die 170.000 Euro komme. Nun liegt der Fall beim Handelsgericht Wien.

Landtmann als Standort

Die Causa Adventkalender am Rathaus beschäftigte heute zwischenzeitlich auch den Wiener Gemeinderat. Der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch kündigte in der Fragestunde an, dass es wie schon im vergangenen Jahr auch heuer keinen solchen Kalender geben werde. Es gelte den Rechtsstreit zwischen "Licht ins Dunkel" und jener Agentur, die den Kalender organisiert hat, abzuwarten.

Als Standort fungiert heuer wie schon 2010 die Fassade des in der Nähe des Rathauses gelegenen Cafes Landtmann. Dort feierte das Projekt 1996 einst Premiere, erst ab 1998 zierte es das Rathaus. Im Vorjahr wurde mit der Aktion die Initiative für Lungenhochdruck unterstützt, heuer ist es der Wiener Tierschutzverein. (APA)

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    Auch heuer wird es keinen Adventkalender am Wiener Rathaus geben.

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