Gaddafi-Sohn darf in Libyen vor Gericht gestellt werden

23. November 2011, 12:44
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Chefankläger verlangt aber Einbeziehung des Internationalen Strafgerichtshofs

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, ist für ein Gerichtsverfahren gegen den Sohn des libyschen Ex-Machthabers Muammar Gaddafi in dessen Heimatland. Es sei sehr wichtig für Libyen, dass Saif al-Islam dort vor Gericht gestellt werde, sagte Moreno-Ocampo am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Tripolis. Allerdings müsse der IStGH in das Verfahren gegen Saif al-Islam einbezogen werden.

Dieses Verfahren dürfe ihn aber nicht vor einer internationalen Strafverfolgung schützen. Moreo-Ocampo sagte auch die Unterstützung des ICC in rechtlichen Angelegenheiten zu. Der Strafgerichtshof hat Saif al-Islam wegen des Verdachts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Fahndung ausgeschrieben. Saif al-Islam wurde vergangene Woche im Süden Libyens gefasst. Er soll auf der Flucht nach Niger gewesen sein. In Libyen droht ihm die Todestrafe.

Moreno-Ocampo drückte der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber übrigens seine Zweifel an den Berichten über die Gefangenahme von Gaddafis Geheimdienstchef Abdullah al Senussi aus. Auch der designierte Ministerpräsident des nordafrikanischen Landes, Abdurrahim El-Keib sei nicht sicher, ob Al Senussi tatsächlich festgesetzt worden sei. Gegen Al Senussi wurde ebenfalls ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen. Luis Moreno-Ocampo ist derzeit in Tripolis, wo er mit der neuen libyschen Führung spricht. (red)

  • Moreno-Ocampo auf einer Pressekonferenz in Tripolis.
    foto: epa/sabri elmhedwi

    Moreno-Ocampo auf einer Pressekonferenz in Tripolis.

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