Plagiatsaffäre

Guttenberg kommt mit einer Geldstrafe davon

23. November 2011, 19:07
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    foto: oliver lang/dapd

    Guttenberg heute.

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    Neues Outfit, neues Buch.

Verfahren eingestellt: Guttenberg muss 20.000 Euro an Kinderkrebshilfe zahlen - Schließt Rückkehr in die Politik nicht dezidiert aus

Berlin - Das Verfahren gegen den ehemaligen deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen Verdacht auf Verletzung des Urheberrechts wird eingestellt. Das gab die Staatsanwaltschaft Hof am Mittwoch bekannt. Guttenberg muss 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe überweisen.

Nur 22 Seiten selber geschrieben

Das Urteil der Universität Bayreuth war vernichtend: Karl-Theodor zu Guttenberg habe weite Teile seiner Doktorarbeit planmäßig abgeschrieben und "vorsätzlich getäuscht". 48 Passagen listete die Uni auf, die Guttenberg wörtlich übernommen hat, ohne die Autoren eindeutig zu zitieren. Der Bericht stützt sich dabei auf Hinweise der Internetplattform "GuttenPlag Wiki". Die Plagiatsjäger zählen über 1.200 Fundstellen auf 371 Seiten der Arbeit. Damit hat Guttenberg gerade einmal 22 Seiten seiner Dissertation komplett selbst geschrieben.

Schon in der Einleitung fanden die Plagiatsjäger Fälschungen. Der Text enthält mehrere Passagen aus einem Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" - ohne Hinweis auf die Autorin. Für seine Arbeit soll Guttenberg auch den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages missbraucht haben: Nach Angaben von "GuttenPlag Wiki" hat der Dienst für etwa 12 Prozent der Arbeit die Vorlage verfasst. Zudem habe Guttenberg bei der Website der US-Botschaft, dem früheren Verteidigungsminister Rupert Scholz und Bayerns ehemaligem Ministerpräsidenten Edmund Stoiber abgeschrieben. Teile eines Hefts der "Informationen zur Politischen Bildung" habe Guttenberg an mehr als 20 Stellen zum Teil wörtlich übernommen.

"Vorerst gescheitert"

Kommenden Woche - neun Monate nach seinem Rücktritt als deutscher Verteidigungsminister - steht Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals Rede und Antwort zur Plagiatsaffäre. Nächste Woche Dienstag erscheint ein Interview-Buch, in dem "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo den CSU-Politiker über seinen steilen Aufstieg ins Bundeskabinett, seinen tiefen Fall und ein mögliches Comeback befragt. Der Titel lautet: "Vorerst gescheitert"

"Habe Blödsinn selber verfasst"

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" hat Guttenberg den Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung in seiner Doktorarbeit zurückgewiesen. "Wenn ich die Absicht gehabt hätte zu täuschen, dann hätte ich mich niemals so plump und dumm angestellt, wie es an einigen Stellen dieser Arbeit der Fall ist", sagte er in einem . Er wies auch Spekulationen über einen Ghostwriter zurück. "Ich habe den Blödsinn wirklich selber verfasst, und ich stehe auch dazu." Die zahlreichen Plagiate in seiner Arbeit begründete er erneut mit Überforderung. "Das politische Leben hat mich nicht überfordert, wohl aber die parallele wissenschaftliche Arbeit", sagte er.

Der wegen einer Plagiatsaffäre Anfang März zurückgetretene deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schließt eine Kandidatur bei der Bundestagswahl 2013 nicht aus. "Ich schließe nichts aus, aber es gibt bisher keine konkrete Intention. Aber ich werde mit Sicherheit in mein Heimatland zurückkehren und ein politischer Kopf bleiben", sagte Guttenberg.

Guttenberg war Anfang März zurückgetreten, nachdem zahlreiche ungekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit entdeckt worden waren. Der Doktortitel wurde ihm aberkannt. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in den USA. Am Samstag war er auf einer Sicherheitskonferenz in Halifax erstmals wieder öffentlich aufgetreten.

Gel-frei und neue Frisur

Der Herder-Verlag in Freiburg teilte am Montag mit, dass das Buch am 29. November erscheint. Guttenberg ist auf dem Titel schon im neuen Outfit zu sehen - mit Gel-freier neuer Frisur und ohne Brille. Der CSU-Politiker habe mit di Lorenzo unter anderem über seinen Umgang mit den eigenen Fehlern geredet, über die Zeit nach dem Rücktritt - und über die Voraussetzungen für eine Rückkehr in die Politik, heißt es in der Verlags-Mitteilung.

Das Buch erscheint eine Woche vor dem 40. Geburtstag Guttenbergs.

Dass "Die Zeit" den Zuschlag für den ersten Interviewtermin bekommen hat, war schon länger bekannt. Guttenberg hatte bereits bei seiner Verabschiedung mit einem großen Zapfenstreich angedeutet, das er ein Buch schreiben wolle. Nun ist es zunächst ein Interviewbuch geworden. (APA)

Kommentar posten
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herr hell
00
12.2.2012, 20:29
...

Guttenberg gibt Fehler zu: ich hätte mich halt nicht erwischen lassen dürfen.

feuerball100
10
30.11.2011, 16:07

Jeder der schon eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat weiß, dass es ohne "abschreiben" nicht wirklich geht - man kann bei vielen themen einfach nicht jedesmal das Rad neu erfinden.
Habe dieses Thema mit einigen Uni-Kollegen besprochen und von denen hat JEDER zugegeben "ein bisschen abgeschrieben zu haben" - was mich mehr stört an der Geschichte ist, dass beim Abgeben der Arbeit niemand dahintergekommen ist - sowas muss davor aufallen - nicht danach groß reden!

gekaufter poster
00
11.2.2012, 00:18
was ist dann der raison d'etre davon?

der sinn einer wissenschaftlichen arbeit ist doch neue erkenntinisse zu liefern. wenn ich das nicht ausreichend kann, brauch ich dann, nur um mich damit schmücken zu können und die nase hochtragen zu dürfen einen dr.-titel?

probe loy
 
00
2.12.2011, 09:10
Genau....

so seh ich das auch! Der Doktorvater oder wer auch immer diesen Doktortitel vergeben hat, hat ebenso `schlampig´ gearbeitet und muesste noch mindestens 20000€ drauflegen fuer einen guten Zweck!
Der Niedersaechsische Minister Althusmann dagegen darf seinen Doktortitel behalten, was in der Begruendung auch auf Maengel bei der Durchsicht zurueckgefuehrt wurde. Dabei fiel die Bewertung dieser Arbeit mit `genuegend´ auch noch sehr knapp aus.
Vielen Dank!
Pete J Probe

Nr.3645
00
1.12.2011, 14:11

da frage ich mich natürlich wie ich meine arbeit OHNE abschreiben zustande gebracht habe? sollte ja nicht vorkommen dürfen lt. posting ober mir. und ich kenne genügend die ebenso keine zeile abgeschrieben haben was mitunter auch daran liegen mag, dass die digitalen abgaben mit immer besseren programmen geprüft werden.

GUTES
00
30.11.2011, 19:18
Die Frage dabei ist

wieviel man "abschreibt" und ob man es überhaupt selbst schreibt.
2 km/h zu schnell finde ich lächerlich

GUTES
01
30.11.2011, 09:47
Ein Mensch von

wie Guttenberg sollte sich schämen statt grosse Sprüche zu klopfen.
Aber diese Leute denken, SIE können sich alles erlauben

feuerball100
00
30.11.2011, 16:11
Lieber Günter!

Nur weil er Adlig ist heißt es noch lange nicht, dass er das Vorbild der Nation sein muss - große Sprüche klopfst du nämlich auch gerade - ich hoffe du erlaubst dir auch nichts - und macht z.B aus schlechtem Gewissen eine selbstanzeige wenn du 2km/h zu schnell gefahren bist!

probe loy
 
00
29.11.2011, 12:14
Zu Guttenberg forever?

Ich habe mich etwas ausfuehrlicher zu diesem ganzen Guttenberg-Debakel geaeussert und ich denke, wir sollten bei kleinem mal Schluss machen mit zu Guttenberg. Leider habe ich zu meinen Artikeln keinerlei Feedback.
Falls gestattet ein link dahin:
http://www.news4press.com/Guttenber... 23930.html
Vielen Dank!
Pete J. Probe

Trash-Flegel
01
29.11.2011, 22:53
verdient diese umnachtete Verteidigung für

den Hochstapler auch net.

Tarkan Coban
 
02
28.11.2011, 22:03
alleine der titel "VORERST" gescheitert ....

zeigt wie gefährlich solche typen sind ...... sie können von der macht des stuhles nicht ablassen...... sie werden nur ihre eigenen interessen vertretten ! ihm gehört eigentlich ein politverbot ausgesprochen ! einmal plagiat hunky immer plagiat junky

Thyristor
01
29.11.2011, 09:53

Solche Schleimtaschen wie Guttenberg, sozusagen die deutschmögliche Berlusconi-Version, sind genau die richtigen Gestalten, um in Krisenzeiten das verwirrte, apolitische Kleinbürgertum einzusammeln.

Man weiß gar nicht so genau, ob man darüber lachen oder kotzen möchte.

ciao4zampe
 
00
27.11.2011, 10:37
kurz&gut. das buch hätte ein bestseller werden können: hätte er im titel das "vorerst" schlicht weg gelassen... ;-p

WiKaBot
01
25.11.2011, 13:06
Er hätte sogar seinen Doktortitel behalten können …

… ganz ohne Probleme. Dazu hätte die Uni nur eine neue Fakultät einrichten müssen (was mit einem Guttenberg'schen Zuschuss wohl locker hätte möglich sein sollen), sagen wir mal eine „Copy & Paste“ Fakultät. Dann wäre er mit Gewissheit der erste Dr. c.p. mit maxima cum laude geworden, da bin ich mir sicher … :)

http://qpress.de/2011/02/1... -behalten/

… wären da halt nicht immer diese dummen und unkreativen Neider des Pöbels, die dem Adel auch noch das letzte Hemd nehmen wollten …

Stephan Schaefer
 
01
25.11.2011, 12:14

--- "Wenn ich die Absicht gehabt hätte zu täuschen, dann hätte ich mich niemals so plump und dumm angestellt, wie es an einigen Stellen dieser Arbeit der Fall ist", sagte er in einem

Da fragt man sich, wie dumm dieser doch ist!!
Der merkt selbst nicht, wie er mehr als die ohne Referenzangabe abschreibt.
Wenn r wieder zurück in die Politik kommt ist dies ein eindeutiger Beweis, dass die "sichtbaren" Politiker zu nichts und vollkommen nichts taugen!

moulin rouge
10
24.11.2011, 19:14
Warum hat man dem denn nicht ....

als Strafe etwas zum 100 mal Abschreiben gegeben? Anonsten schau ich doch lieber dem Pendler zu: http://www.youtube.com/user/00derpendler

Neutraler
00
24.11.2011, 17:27
Was noch nicht geklärt ist: war das Abgeschriebene nicht auch schon Abgeschriebenes von Abgeschriebenem ...?

Frodo Der Hobbit
00
24.11.2011, 15:55
die leut im publikum sind für sachargumente so offen

wie das publikum von big brother oder starmania.

ist ja auch die selbe promomaschine. die bild liefert home stories wie gewohnt.

diese seilschaft hat vergessen einen gegner aufzustellen, sonst könnten die leut einfach um 70 cent voten, dass er zurück kommen soll, und mit welcher frisur um weitere 30 cent.

Entfesselter Prometheus
02
24.11.2011, 14:16
Früher hätten sie ihn als Hochstapler am Dorfplatz angekettet und mit faulen Eiern beworfen

Heute darf so jemand, nach einer kurzen Schampause und einem lächerlichen Obolus, sein bescheidenes Wissen in Interviews zum Besten geben.

O tempora, o mores!

Herbert Prikopa1
11
24.11.2011, 14:02
Guttenberg hat eine 2. Chance verdient!

Quelle: http://bit.ly/tl9UWB

Frodo Der Hobbit
00
24.11.2011, 16:08
sprach die geprügelte gattin

nein sorry das hab ich jetzt mit einem anderen zweitchancenritter verwechselt.

aber dass grade in dem artikel lauter bilderberg namen (come-back promis) genannt werden, ist schon lustig, wanderer..

quo_vadis_austria
00
24.11.2011, 13:59

Wow - man beachte die überdimensionale Werbung für Guttenbergs Buch ! Da werfen sich doch gleich zwei Fragen auf:

1. bezahlt Guttenberg für diese Werbung?

2. hat er das Buch selber geschrieben? *kicher*

Kofi2k
00
24.11.2011, 13:02
aber wirklich

am besten gleich lebenslang hinter gitter!

tom krishan1
 
01
24.11.2011, 12:51

"land der ideen"

http://www.land-der-ideen.de/de

hat sich seine glaubwürdigkeit selbst entzogen und einmal mehr bewiesen, wer und was in wahrheit herrscht. nämlich ein geflecht aus polit-verbrechern, corporate-mafiosis und kriegsverbrecher-scheindemokraten.

rechtsstaatlichkeit ist es jedenfalls auf keinen fall.

man müsste nun eigentlich all die vereine, einrichtungen und institutionen aktivieren, die für gewerblichen rechtsschutz und urheberrechte ihrer mitglieder einstehen, denn mit diesem schändlichen urteil wird einmal mehr den kapital-mächtigen der weg freigeräumt.

denn die message lautet:

ihr müsst im zweifelsfall eures lug und betrugs mit einer spendenzahlung rechnen, dann is wieder gut.

Thyristor
00
29.11.2011, 10:17

Solche schleimigen PR-Aktiönchen, um Schönwetter zu machen für die Wirtschaft, gab's ja schon einige in jüngerer Vergangenheit.

Ob solch eine krampfhaft auf Li-La-Launebär gemachte Wellness-Show wirkt? Offenbar muss sie das, denn die sowas in die Welt setzen, geben keinen Cent umsonst aus in der Regel.

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