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Menschenhändler zwangen Opfer in Wien zu Prostitution

Michael Möseneder , 26. November 2011, 12:28
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    foto: standard/corn

    In der Heimat wurde das große Geld im Westen versprochen, in Wien wartete dann der Strich. Menschenhändler lockten dutzende junge Frauen unter Vorspiegelung der "großen Liebe" nach Österreich

  • Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und österreichische sowie bulgarische Behördenvertreter bei der Pressekonferenz

Schlag gegen bulgarische Gruppe - Auch Minderjährige und Behinderte unter den Opfern

Wien - Tagsüber mussten sie auf den Straßenstrich gehen - in der Mariahilfer Straße, in der U-Bahn-Station Westbahnhof, wo die Stammfreier zu ihnen kamen. Wurde es dunkel, brachten die Zuhälter sie in schmuddelige Bordelle - waren dort zu viele Frauen, mussten sie im Auto schlafen. "Sie" sind die Opfer eines Clans bulgarischer Menschenhändler, die mindestens 28 Frauen aus ihrer Heimat in Wien zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Eineinhalb Jahre ermittelte die Exekutive beider Länder für die "Operation Montana", am 14. November schlugen die Fahnder ab fünf Uhr morgens zu. Sieben mutmaßliche Haupttäter - alle Mitglieder einer Familie - wurden festgenommen, insgesamt sind es 22 Beschuldigte, dazu kommen 34 Kontaktpersonen, die teils kleinere Aufgaben im Rahmen des Menschenschmuggels erledigten. 31 Opfer sind bekannt, neben den Frauen auch drei Männer, die zum Betteln gezwungen wurden. Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt schätzte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, dass es rund 100 Betroffene gibt.

Benannt ist die Operation nach einem verarmten Landstrich im Nordwesten Bulgariens. Mehrere der Opfer stammen von dort, in die Prostitution wurden sie mit der "Lover-Boy-Methode" gelockt. Die männlichen Verdächtigen spielten den Frauen - eine davon minderjährig, eine behindert - die große Liebe vor. Schirmten sie immer mehr von der Familie ab, versprachen Verdienstmöglichkeiten im Westen. In Wien mussten sie dann um 20, 30 Euro ihren Körper verkaufen. Gezwungen mit Schlägen, Vergewaltigungen und Drohungen gegen die Familie.

Dreijähriger als Pfand

In einem Fall war der dreijährige Sohn eines Opfers in der Hand eines mutmaßlichen Täters, schildert Claudia Dannhauser von der Wiener Polizei. Die Frau sorgte dennoch für einen Durchbruch bei den Ermittlungen: Sie vertraute sich bei der vorgeschriebenen Kontrolluntersuchung einer dortigen Mitarbeiterin an - was ungewöhnlich ist. Denn viele der Frauen sahen sich bei der Befragung durch die Polizei zunächst nicht als Opfer. "Es hat erst dann ,Klick' gemacht", sagt Dannhauser. Viele waren bis zuletzt überzeugt, für ihren Freund für eine bessere Zukunft zu arbeiten.

"In einem Fall hat eines der Opfer zu Hause von ihren Erlebnissen erzählt. Doch ihre Schwester war überzeugt, dass ihr das nicht passieren könnte, und ließ sich mit einem Verdächtigen ein", erzählt Tatzgern. Möglichkeiten zum Ausbruch hatten sie kaum. "Die meisten sprechen weder Englisch noch Deutsch und können lateinische Schrift nicht lesen."

Als Illustration für die Forderung der Grünen, Menschenhandel als Asylgrund zuzulassen, sieht Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Fall nicht. "Wir haben in Österreich bereits einen sehr hohen Schutz für Opfer." EU-Bürgerinnen stehe frei, ob sie in die Heimat oder hierbleiben wollen, manchmal bekämen sie auch eine neue Identität. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 24.11.2011)

Hintergrund: Montana - die ärmste Region der EU

Die Stadt Montana liegt im Nordwesten Bulgariens und damit in jenem Landesteil, der laut Eurostat 2008 die ärmste Region in der EU war. Das BIP pro Person machte lediglich 28 Prozent des EU-Durchschnitts aus. "Eckpunkte" sind die Städte Montana, Vraza und Vidin. Die Region grenzt an Rumänien und Serbien. Die Nordwestecke Bulgariens ist seit der Wende als "rote" Hochburg bekannt, da sich die Linke dort behauptete. Das Region wird im Land spöttisch als "nordverfallene" bezeichnet. Laut Nationaler Statistik ist es der Landesteil mit der geringsten Beschäftigungsquote, mit der raschesten Alterung der Bevölkerung und der niedrigsten Geburtenrate. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell nur zwölf Prozent, wird aber weit höher geschätzt, da sie lediglich die registrierten Arbeitssuchenden ausweist.Bemühungen der Regierung, durch Programme und finanzielle Anreize Investoren anzulocken, haben wenig Erfolg gebracht. Gewisse Hoffnungen sind mit dem Bau einer Donaubrücke bei Vidin und damit einer direkten Verbindung nach Rumänien verbunden. Deren Fertigstellung lässt allerdings noch auf sich warten. (APA)

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lästermaul
65
24.11.2011, 18:49

Prostitution gehört verboten und die freier bestraft, punkt aus.

LCD
00
1.12.2011, 10:00

Auf das hin war ich bei 5 Prostituierten und muss sagen dass der Zuhälter nicht brutal genug war beim kassieren. Der hat sie ja nicht mal geohrfeigt. Bin enttäuscht [Sarcasm].

Marlon62
22
25.11.2011, 14:05
Menschen,

die anderen Menschen vorschreiben wollen, was sie mit dem eigenen Körper machen dürfen, was nicht, gehören entmündigt und in geschlossene Anstalten gesteckt, punkt aus!

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13
25.11.2011, 06:49

Freier, Spender und Süchtler halten Prostitution, Bettelei und Drogenhandel am Leben.
Deswegen muss man dort ansetzen und den Markt austrocknen.

ma29
00
24.11.2011, 17:28
bin ich froh,

dass nach über einem jahr intensiver ermittlungen die schlagzeilen gerade recht zum prostitutionsthema kommt. frage mich nur, was daran über 18 monate dauerte. waren die polizisten der tannengasse und am westbahnhof so mit dem beziehen von gratisstunden bei den damen beschäftigt, dass sie ansonsten beim vorbeifahren blind waren.

fahrenheit 451
00
24.11.2011, 19:54

anschauen und die webinhalte von sf lesen. dann wissen warum es so lange dauert...

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=... b7f110165a

uhhhlala
10
24.11.2011, 16:42

ich glaube ja das ist ein Einzelfall
und keines Wegs die Regel, also ruhig blur und die mädls wieder im 15. stehen lassen!

oiso
00
27.11.2011, 11:54

traurigerweise meinens das wahrscheinlich ernst und nicht sarkastisch. die naivität oder absichtliche ? blindheit mancher leute ist schon erstaunlich.

uhhhlala
00
27.11.2011, 12:10

Tod ernst mein ich das, sie Nase!;-)

werwolfi
04
24.11.2011, 14:10

Und glaubt jemand, dass sich durch das neue Prostitutionsgesetz an derartigen Schweinereien etwas ändert?

oiso
12
24.11.2011, 13:56

und freier machen sich moralisch natürlich niiicht mitschuldig. nein, natürlich nicht. sieht man den frauen etwa an, ob sie dazu gezwungen werden oder nicht??

keywords
01
24.11.2011, 14:24

nein, die blauen flecken könnten doch auch von einem treppensturz stammen.

weiss man ja nie.

Am Punkt
10
24.11.2011, 13:31

hallo liebe menschenrechtler,

ich fordere den steinbruch, wasser und brot.
wie wo was?? meschenrecht???

verspielt!!!!

LCD
00
1.12.2011, 10:03

Ja ja, anonym kann man viel fordern. Vielleicht auch dass sich 14-Jährige prostituieren dürfen?

Antonia Strauß
72
24.11.2011, 13:13
Auser Rechtsanwälte, Zahnärzten und Schönheitschirurgen, Spitzenpolitiker und Berufskriminelle

Kenne ich keine andere Berufsgruppe die mind. 130€ für die halbe Stunde kassiert

ma29
10
24.11.2011, 17:45
liebe antonia

100,-- für die stunde inkl griechisch und ohne schutz ist momentan so der tarif. da darf man(n) auch zweimal, wenn erkann.

LCD
00
1.12.2011, 10:07

Mit Gesundheitszeugnis in einem schönen Umgebung kann die Stunde schon ein paar hunderter kosten. Ich leiste mir eben Edelfleisch und nicht die Strassendirnen. Zu strassendirnen gehe ich nur wenn ich sichergehen will dass ich Fleisch aus Käfighaltung bekomme.

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00
25.11.2011, 06:51

Und mit dem Transsexuellen geht es sogar beidseitig

keywords
13
24.11.2011, 14:26

"In Wien mussten sie dann um 20, 30 Euro ihren Körper verkaufen. "

nicht 230.

wie zynisch. abgesehen davon, die wird verprügelt und muss das wider rausrücken.

machtnix
10
24.11.2011, 13:57

Die 130€ bleiben ihr ja nicht...

LCD
00
1.12.2011, 10:09

Die anderen müssen ja auch Steuern zahlen.

Mathias Steinlaus
 
01
24.11.2011, 12:58
Menschenhändler zwangen Opfer in Wien zu Prostitution

Wo ist jetzt Frau Innenministerin und stellt sich mit einer Stopp-Tafel vor den Menschenhändlern??

Für das Internet war das ja die ÖVP-Lösung, aber was gedenkt jetzt unsere langjährige Regierung zu tun?

Die Täter sind jetzt nicht anonym und irgendwo im unbekannten Ausland, die Täter sind gefasst.

Bin gespannt, welche Kreise von diesen Zwangsprostituierten profitieren konnten ... medial wird sicher bald der Mantel des Schweigens darüber gedeckt.. wie schon in den Jahren davor ...

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22
24.11.2011, 11:57

Wer diesen Bettlern etwas gibt, macht sich mitschuldig am System.
Ohne die Spender kein Menschenhandel mit Bettlern.

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212
24.11.2011, 11:55

Nennen wir die Dinge beim Namen.
Es geht um die türkische Minderheit in Bulgarien und deren Tischmädchenlokale in Wien.
Durch die offenen Grenzen können sie das ganz einfach machen, denn nachweisen kann man selten etwas.
In diesem Licht muss man auch die Diskussion über den vollständigen Schengen-Beitritt Bulgariens sehen.

ruderfrosch
01
24.11.2011, 14:06

glaubens ernsthaft dass von der politik (quer durch alle farben) bis zu div sondereinheiten auch nur eine ahnung über die existenz von diesen tischmädchenlokalen haben?
funkstreifen ja aber je weiter nach oben in der hierarchie desto mehr fragezeichen was das ist.

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