Analysten sehen Schwarz für Nokias Windows Phones

Analyse23. November 2011, 10:58
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Kühler Marktstart in Europa lassen bei Analysten und Providern bisher keinen Enthusiasmus aufkommen

Nokia hat mit dem Lumia 800 im November sein erstes Smartphone mit Windows Phone in Europa auf den Markt gebracht. Für Mobilfunker Orange sei es in Großbritannien der beste Start eines Nokia-Handys bisher gewesen. Doch Enthusiasmus will sich dennoch nicht einstellen.

Verhaltenes Interesse und Xbox-Aktion

Die Nachfrage nach dem Lumia 800 liege weit hinter Apples iPhone oder Smartphones mit Android, erklärten zwei Manager von Telekomkonzernen gegenüber der Financial Times. Orange lockte zudem mit einer speziellen Aktion, bei der Kunden bei Vorbestellung eine gratis Xbox 360 zum Lumia 800 erhalten haben. Man rechne aber damit, dass das Kundeninteresse an dem Gerät langsam steigen werde, so ein anderer Provider gegenüber der Zeitung.

Nicht attraktiv genug

Analysten sehen die Zukunft für das Partnerschaftsexperiment Nokia-Microsoft weniger rosig. So meint James Faucette von Pacific Crest Securities laut einem Bericht der New York Times, dass es den Windows Phones von Nokia an Innovationskraft fehle. Das Lumia 800 und das ebenfalls vorgestellte Lumia 710 seien preislich nicht attraktiv genug und auch die Performance der Geräte könne nicht überzeugen. Beides wurde in Tests bisher allerdings auch durchaus positiv bewertet (siehe auch Hands-on des WebStandard). Faucette hat seine Erwartungen an die Lumia-Verkäufe jedenfalls für dieses Quartal von zwei Millionen auf 500.000 Geräte gestutzt.

Chance als Blackberry-Konkurrent

Der unabhängige Analyst Tero Kuittinen hingegen will sich mit Prognosen noch zurückhalten. Es sei noch zu früh über den Erfolg der Geräte zu resümieren. Vor allem die Probleme von Blackberry-Hersteller RIM könnten Nokia zu einem neuen Aufschwung verhelfen. RIM kämpft wie Nokia mit sinkenden Marktanteilen. NPD-Analyst Ross Rubin glaubt wiederum, dass es Nokia vor allem in den USA schwer haben werde, wo Blackberry traditionell stärker vertreten ist. US-amerikanische Smartphone-User seien grundsätzlich an Windows Phone interessiert, das habe sich jedoch noch nicht in den Verkäufen niedergeschlagen.

Schwache Windows Phone-Verkäufe

Auch andere Windows Phone-Smartphones haben bislang keinen überzeugenden Marktauftritt geleistet. Laut Gartner sollen im dritten Quartal 1,7 Millionen Smartphones mit dem mobilen Betriebssystem von Microsoft verkauft worden sein. Von Apples iPhone 4S gingen im Vergleich alleine am ersten Verkaufswochenende vier Millionen Stück über die Ladentische. Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte, dass man sich mehr erwartet hätte, aber dennoch optimistisch bleibe. (br)

Nokia hat die Lumias zunächst in einigen europäischen Ländern auf den Markt gebracht. In weiteren Ländern - darunter auch Österreich - den USA und Asien sollen die Geräte erst Anfang 2012 starten. (red)

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    Lumia 800

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