Gute Laune ohne Lederhose

Maik Novotny, 23. November 2011, 13:22
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    foto: andreas wimmer

    Beton, Naturstein und Weißblech als Echo: die Talstation der Dorfbahn Königsleiten.

Ulrich Stöckl und Michael Egger machen Baukultur am Rande Tirols und haben viel Spaß dabei

Kitzbühel - Die Region Kitzbühel gilt nicht gerade als Hort modernen Bauens. Auch das in den 1960er-Jahren gegründete Feriendorf Königsleiten (5000 Betten) zeigt sich als Sammlung ins Monströse aufgepumpter Rustikalität. Seit einem Jahr jedoch hat Königsleiten ein schnittiges Stück alpiner Baukultur: die Talstation der Seilbahn von Stöckl Egger und Partner (SEP).

"Wir haben den 17.000-Kubikmeter-Bau landschaftsschonend in den Berg integriert", erklärt Michael Egger. "Auch das Material greift dessen Schichten auf: Sichtbeton, Naturstein und weißes Blech stehen für Fels, Geröll und Schnee." Darüber hinaus löst der Bau gleich noch das Park-, Fußweg- und Verkehrsproblem des Retortenortes. Sichtbeton statt Geranienbalkone? Kein Problem in Tirol, die Resonanz war positiv, sagt Egger. "Bei technischen Gebäuden wird Modernität hier sogar erwartet. Bei Wohnhäusern ist die Akzeptanz viel geringer."

Nichtsdestotrotz haben Stöckl und Egger zusammen mit aufgeschlossenen Bauherren schon mehrere detailliert ausgetüftelte Wohnbauten geplant und gebaut. "Für das, was wir tun, gibt es in der Region eben wenig Konkurrenz. Wer etwas Modernes will, kommt zu uns. Die anderen machen dann die Lederhosenarchitektur."

Gegründet würde das Büro 2004, als die beiden Schulfreunde (Jahrgang 1970) nach dem Studium in Graz zurückkehrten. "Am besten funktionieren wir eben im Gebirge", lacht Ulrich Stöckl. Raum fand sich in einer alten Garage im Hofe der Egger'schen Tischlerei, die man mit Lamellen aus Holzresten des väterlichen Betriebs kostengünstig verkleidete.

Eine Freude am Material, die sich durch alle Bauten des jungen Büros zieht. Kein Wunder, denn das Arbeitsmotto lautet: gute Laune, lockere Atmosphäre. "Man verbringt ja mehr Stunden im Büro als in der Freizeit. Das geht nur, wenn es Spaß macht. Das kostet zwar Geld, aber am Ende ist das Ergebnis besser, und es zahlt sich immer aus." (Maik Novotny, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.11.2011)

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David-Lauritz
30
23.11.2011, 18:05
Riesige bezahlte Immobilienbeilagen im Standard!

Kein einziger, kritischer Artikel. Wie groß sind hier die Verflechtungen zwischen Bauwirtschaft und Presse?

Ruben Weil
21
23.11.2011, 17:32
Was uns der Abgang der Architekturuniversitäten

Österreichs in den letzten Jahren so beschert wird noch in Jahrzehnten die Abrissbagger beschäftigen!

David-Lauritz
30
23.11.2011, 18:03
Hoffentlich!

Grizzlybear
21
23.11.2011, 15:13
Wenn Ihr

Naturstein aufgreifen wollt, dann verwendet ihn doch, aber BITTE keinen Sichtbeton mehr! Die 80er-Jahre sind vorbei, Kinder!

Hafniumcarbid
02
23.11.2011, 14:20
Netter Artikel.

Nur eine Frage: Man kann Königsleiten, obwohl im Land Salzburg gelegen, aufgrund der Zugehörigkeit zu einem Zillertaler Skiverbund durchaus mit Tirol in Verbindung bringen. Aber was die Region Kitzbühel damit zu tun haben soll, hat sich mir noch nicht erschlossen.

--: SID :--
62
23.11.2011, 14:16

Mir fällt da spontan ein neuer Begriff ein:
"Schirchitektur"

Kayjay _
01
26.11.2011, 00:41

eine subjektive beertung sollte man mit argumenten unterlegen: Schirch gehört nicht dazu.

Jonathan Tiberius Doe
11
23.11.2011, 17:33
mir gfallt's.

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