Ausnahmezustand in Gorleben

Zusammenstöße beim Castor-Transport

23. November 2011, 18:48
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    foto: reuters/benoit tessier

    Mit Tränengas hielt die Polizei die Demonstranten in Frankreich von den Gleisen weg.

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    Proteste bei der Abfahrt des Atommüll-Transports in Valognes in Frankreich. Der Castor-Transport wird am Wochenende in Gorleben erwartet.

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    Die Route des Castor-Transports

Die Polizei versprühte aus einem Hubschrauber Tränengas über einem Protestlager in Frankreich

Lüneburg/Valognes - Wenige Stunden vor dem Start des letzten für Gorleben bestimmten Castor-Transports mit hoch radioaktivem Müll ist es in Valognes (Frankreich) zu ersten Zusammenstößen von Demonstranten und der Polizei gekommen. Der Castor-Transport rollt seit Mittwochnachmittag in Richtung Gorleben. Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setze sich der Zug gegen 16.00 Uhr an der Areva-Verladestation bei Valognes in Bewegung.

Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften drängte die Demonstranten schließlich unter massivem Einsatz von Tränengas zurück. Mindestens zwölf Demonstranten wurden nach Medienberichten festgenommen. Die Behörden hatten auf beiden Seiten der Bahngleise eine Art Sperrzone eingerichtet. Nach rund 1200 Kilometern Wegstrecke wird der 13. Castor-Transport am Wochenende im Wendland erwartet.

Französische Polizisten hielten nach Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM Atomkraftgegner am Mittwochmorgen mit Tränengas von den Bahngleisen fern. Auch über einem Protestlager der Atomkraftgegner nahe Valognes sei aus einem Hubschrauber Tränengas versprüht worden, berichtete ein Sprecherin des französischen Netzwerks für den Atomausstieg ("Sortir du Nucléaire"). "Wir konnten kaum noch etwas sehen", sagte sie.

Schienen besetzt

Ein Polizeifahrzeug steht nach Informationen des TV-Nachrichtensenders BFM in Flammen. Eine Sprecherin des Netzwerks Atomausstieg ("Sortir du nucleaire") betonte zudem, dass die Stromversorgung entlang der Schienen kurzfristig unterbrochen worden sei. "Die Polizei setzt massiv Tränengas ein", erklärte Sophie Morel. Mehrere hundert Aktivisten, die die Abfahrt des Zuges verhindern wollten, würden sich nun neu aufteilen und erneute Schienenbesetzungen versuchen.

Nur wenige Stunden zuvor hatten sie kurzfristig Gleise besetzt und offenbar auch beschädigt. Auf TV-Bildern waren Arbeiter beim Ausbessern des Gleiskörpers zu sehen. Die Bereitschaftspolizei ist mit einem massiven Aufgebot vor Ort und hat mindestens fünf Demonstranten festgenommen. Der Protest wird organisiert von einem Zusammenschluss französischer Atomkraftgegner namens "Valognes Stop Castor". Der Zug bringt aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague deutschen Atommüll nach Gorleben, wo er am Wochenende erwartet wird. Die Route ist noch unklar.

Die Behörden hatten entlang einer 70 Kilometer langen Strecke, über die der Castor-Zug fahren soll, alle Demonstrationen verboten. Teilweise wurden die Gleise und Zufahrtsstraßen mit Eisenstangen abgeriegelt. Den Atomkraftgegnern wurde untersagt, näher als 500 Meter an die Gleise heranzugehen.

20.000 zum Schutz des Transports

In Deutschland sollen rund 20.000 Beamte den Transport schützen. Anti-Atomkraft-Initiativen planen entlang der Strecke zahlreiche Proteste. Sorgen bereitet den Behörden die Kampagne "Castor schottern". Wie im vergangenen Jahr hat die Gruppe dazu aufgerufen, massenhaft Steine aus dem Gleisbett der Strecke zu entfernen.

2010 war es den Atomkraftgegnern immer wieder gelungen, den Zug zu stoppen oder Nachschubwege für die Einsatzkräfte zu blockieren. Mit 33,5 Millionen Euro hatte der Castoreinsatz auch Rekordkosten verursacht.

Gorleben: "Politisch willkürlich ausgewählt"

Nach Ansicht der Grünen wurde Gorleben nie in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren zum möglichen Endlager bestimmt. Zu diesem Schluss kommt die Partei in einem Zwischenbericht zum Bundestags-Untersuchungsausschuss, aus dem die "Berliner Zeitung" (Mittwoch) zitiert. Damit verbiete sich jeder weitere Transport nach Gorleben, sagte die Grünen-Obfrau im Ausschuss, Sylvia Kotting-Uhl, dem Blatt.

"Gorleben wurde politisch willkürlich und unter großem Druck ausgewählt", betonte sie. Da jeder zusätzliche Castor nach Gorleben den Druck erhöhe, den Salzstock zum Endlager zu küren, müssten die AKW-Betreiber die Zwischenlagerung des Mülls an den AKW-Standorten beantragen, forderte die Grüne.

Vor knapp zwei Wochen hatte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen nach einem Treffen mit Vertretern aller Bundesländer die deutschlandweite Suche nach einem Atommüll-Endlager angekündigt. Es gehe darum, den sichersten Standort für ein Endlager zu finden. Gorleben wird aber weiter erkundet. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
1 2
Die ÖkologIn
13
24.11.2011, 01:05
Grüne halten Proteste gegen Castor-Transport für überflüssig .

Wenn die ach so fortschrittlichen Vorzeigegrünen aus Baden-Württemberg schon nichts von den Castor-Demo-Events halten, dann hört sich der Spaß aber auf.

http://www.dw-world.de/dw/articl... 86,00.html

Für's "Schottern" gibt's diesmal noch härtere Strafen,
bleibt nur zu hoffen, daß sich die Party von den Gleisen fern hält und nicht wie 2010 eskaliert.

raff1
33
23.11.2011, 22:33
tränengas aus hubschrauber versprüht...

=allgemeingefährdung
=körperverletzung
=vorsätzliche tötungsabsicht (bei menschen, die an lungenkrankheiten leiden)
=gemäß definition: terrorismus

viel spass bei den zivilprozessen.

hallo hallo101
20
24.11.2011, 15:06
zeigt einfach nur, was die autoritäten von den menschen die gegen atomkraft sind halten:

ungeziefer

W.E.
01
24.11.2011, 09:41

Falls sich ein Anwalt findet, der dumm genug ist, mit so einer Argumentation vor Gericht zu gehen, dann werden die Prozesse tatsächlich ins Humorarchiv der Rechtsgeschichte eingehen.

raff1
00
26.11.2011, 00:03
wenn ich also tränengas in der u-bahn versprühe,

dann ist es nur lustig anscheinend.

familie sommer per email
01
23.11.2011, 21:11
das liebe alter

ich würde eigentlich auch dabei sein. aber wenn man älter wird sieht man es lieber vom sofa aus im fernsehen!

Slaveverwandler
00
27.11.2011, 21:50

Na, dann schickens wenigstens ihre Kinder hin.

Voronwe
214
23.11.2011, 20:09
Hach, wie die Zeit vergeht...

Ist ja schon wieder Ende November... jedes Jahr das gleiche Theater.

Der Schurke mit der Gurke
00
24.11.2011, 07:53
Alle Jahre wieder, kommt der Castor-Transport.

Seria
53
23.11.2011, 20:05

Salzstöcke als Endlager: Verbrechen an der Menschheit und der ganzen Welt. Jahrtausende an Verseuchungsmöglichkeit werden billigend von der Politik und Wirtschaft hingenommen

chem
520
23.11.2011, 19:56
Igendwie sind die Transportgegener das eigentliche Risiko für den Transport - Oder ?

hans der 3te
21
24.11.2011, 11:45

du kannst den transport nicht einfach unabhängig, abgekapselt von der restlichen Atomenergieindustrie sehen und von der generellen Gefahr das von radioaktiven Material ausgeht. und da sind sicher im Grunde nicht die Transportgegner für eine Gefahr verantwortlich, sondern die leute die dieses material in große mengen konzentrieren und damit geld verdienen obwohl es risiken gibt wie tschernobil , fukushima, etc.. . ich glaub es muss zuerst ein kraftwerk in deiner nähe krachen und deine familie verstrahlte kinder zur welt bringen bis du es kapierst.

auch alle grünstrichler bei dir liegen falsch.

einfach so viel idioten hier.

W.E.
01
24.11.2011, 17:01

Alle, die eine andere Meinung vertreten als Du, sind also Idioten? Hmmm. Nachweislich nimmt die Zustimmung zur Kernenergie mit steigendem Bildungsstand zu und die Befürworter sind eher Leute, die sich ihre Meinung aus wissenschaftlichen Büchern oder an der Uni gebildet haben, während die Anti-Atom-Aktivisten sich im Allgemeinen eher auf einschlägigen Websites informieren, die gar keine abweichenden Meinungen zulassen.

Adam Markus
83
24.11.2011, 03:28

Findest du?

Ich finde, dass allein die Benutzung von Materialien die noch in hunderttausend Jahren! Strahlen werden, ein schlimmeres Verbrechen. Genauer gesagt ein Verbechen an der Menschheit.

Garfield 78
06
24.11.2011, 07:59

so gesehen müssten sie auch Ziegeltransporte blockieren ... die Straheln auch ganz schön ... ausserdem finde ich es ebenfalls hoch bedenklich Gleisbetten zu zerstören und zu versuch den Castor-Transport zu sabotieren ... Aber beeser das Zeug wenn es denn schon da ist in einem relativ sicheren Salzstock zu verbuddeln als es im Meer zu verklappen ...

##########
00
25.11.2011, 17:33
Blöd nur das das Zeug den Salzstock vermutlich nie sehen wird...

m m 10
85
23.11.2011, 18:55
aus einem Hubschrauber Tränengas versprüht

na hallo?!
man sieht ja dz. sehr gut in den medien, was passieren kann, wenn die polizei wieder mal zu billig oder zu viel von dem zeug einkauft aber DAS setzt doch wohl die krone auf!

ich kann mir nicht vorstellen, dass das in IRGENT einem verhältnis steht und darüber hinaus gibt es mehrere tierarten, wo auf grund des aufbaus der augen das zeug in den nächsten tagen nicht von selbst herausgewaschen werden kann!!

Der mit dem Wanz tolft
711
23.11.2011, 18:47
Kann bitte mir als Atomkraftgegner...

...jemand schnell erklären, inwieweit uns diese Castor-Schlachten weiterbringen?

Mir kommt eher vor, als wäre das eine Mischung aus Event erlebnisorientierter Jugendlicher und Polit-Folklore auf Kosten des Steuerzahlers.
Oder glaubt echt jemand, dass irgendwer irgendwann einmal sagt: "Na wenn die dauernd protestieren, sollt ma echt den Reaktor abdehen!"

Atréju N.
10
24.11.2011, 14:49
Das beste Argument für die Castor Proteste

ist die wichtige, und ansonsten niemals so öffentlich gehaltene Diskussion um das Thema Endlagerung des Atommülls. Wo sich der Bürger nicht einmischt wird ihm nunmal doppelt am Schädl g'schissn..

Balkanjero
00
24.11.2011, 12:00

Den Transport so teuer wie möglich zu machen, damit sich das Herumtransportieren nicht mehr auszahlt wahrscheinlich.........

Adam Markus
22
24.11.2011, 03:17

Sie haben sich immerhin dazu bereit erklärt ein Posting zu diesem Thema zu verfassen.

Das ist ist der Sinn der Proteste!

Atomkraft und Irrsinn dahinter soll so lange in die Medien, bis die Menschen erkennen, dass diese "Technologie" ein Erbe hinterlässt, welches unsere Nachfahren noch in 1000 Generationen beschäftigen wird.

Heavyweather
32
24.11.2011, 01:25

Widerstand ist die Pflicht des aufgeklärten Bürgers.

In Frankreich ist noch wesentlich mehr Druck notwendig. Obwohl sich dort auch schon etwas bewegt.

Enton ces
52
23.11.2011, 23:48
"Na wenn die dauernd protestieren, sollt ma echt den Reaktor abdehen!"

Genau das ist passiert, siehe Atomausstieg von Deutschland

Montgomery McFerryn
01
24.11.2011, 00:25

Naja wenns wirklich glauben das die Castor Proteste den Atomausstieg bewirkt haben, dann ist Fukushima ihnen auch kein Begriff.

stoiker
33
23.11.2011, 23:07

wenn man im wald bei ihrem dorf,neben ihrem grundstück auf dem ihre kinder spielen,eine anlage aufbaut,in der versucht werden soll,u.a. hochradioaktives material,

aus einem in ein ein anderes gefäss zu verpacken,damit man selbiges in einen stollen,
welcher sich nahe ihrer ortschaft befindet,beförden kann,

was nicht so ganz sicher ist,weil man das noch nie gemacht hat,dann werden sie als atomkraftgegner evtl wissen was sie tun müssen.

nämlich ihrem herz folgen.

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