Geschmackssache: Josef Buchers kulinarische Kampfansage

Reportage |
  • Josef Bucher erhitzt im Vergleich zu anderen BZÖ-Politikern weniger Gemüter, dafür mehr Pfannen.
    foto: philipp enders

    Josef Bucher erhitzt im Vergleich zu anderen BZÖ-Politikern weniger Gemüter, dafür mehr Pfannen.

  • Klubobmann Bucher beim Beträufeln seines Lachsforellentatars mit Mangos und Weintrauben.
    foto: philipp enders

    Klubobmann Bucher beim Beträufeln seines Lachsforellentatars mit Mangos und Weintrauben.

  • Bucher servierte selbst.
    foto: philipp enders

    Bucher servierte selbst.

  • Promi-Dichte ausbaufähig: Immerhin Sängerin Marika Lichter (2.v.r.) war da, die Besucherin ganz rechts ist LiF-Obfrau Angelika Mlinar.
    foto: philipp enders

    Promi-Dichte ausbaufähig: Immerhin Sängerin Marika Lichter (2.v.r.) war da, die Besucherin ganz rechts ist LiF-Obfrau Angelika Mlinar.

  • Marika Lichter wird bedient.
    foto: philipp enders

    Marika Lichter wird bedient.

  • Der BZÖ-Chef kocht heute "bürgerlich", im Jahre 2003 half Bucher, damals als FPÖ-Politiker, Jörg Haider noch bei dessen Kochbuch "Aus der Kärntner Wirtshauskuchl".
    foto: philipp enders

    Der BZÖ-Chef kocht heute "bürgerlich", im Jahre 2003 half Bucher, damals als FPÖ-Politiker, Jörg Haider noch bei dessen Kochbuch "Aus der Kärntner Wirtshauskuchl".

Der BZÖ-Chef will bürgerliche Wähler locken und übt dafür in der Küche - Ein gefundenes Fressen für Journalisten

Wien - Der Mann, der Österreich von seiner Schuldenlast befreien will, trägt eine Kochschürze. Gekonnt schwenkt er Kartoffelteigknödel in einer großen Gußpfanne. "Das ist die Sättigungsbeilage zur Ente", sagt Josef Bucher und wendet behutsam die Teigstückchen. Um ihn herum wieseln Köche und Tellerwäscher in weißen Jacken. Ein ORF-Kameramann klebt ihm an den Fersen, doch Bucher hat nicht zum Spitzenkoch umgesattelt, sondern ist immer noch Obmann des Bündnis Zukunft Österreich.

"Es war nichts geplant, es gab kein Drehbuch, kein Konzept", sagt Bucher ein paar Minuten vorher. Bucher referiert nicht die Gründung des BZÖ von 2005, sondern spricht über sein neues Kochbuch. Aus einem silbernen Topf, aus dem Trockeneis dampft, zieht er dann "Bucher's neue bürgerliche Küche" hervor und hält das Buch lächelnd in die Kameras. 40 Rezepte des Kärntner Gastronomensohns sollen dem Leser den Menschen hinter dem Politiker zeigen.

Im Restaurant Livingstone in der Wiener Innenstadt hat sich eine Schar aus Journalisten, BZÖ-Sympathisanten und B-Promis eingefunden. Sie stehen in der Bar herum und schlürfen Bründlmayer-Rosé und Mango-Bellini. Vorhänge aus rotem Samt, eine Palme und goldverzierte, tropische Masken an den Wänden versetzen die Gäste in noble Stimmung. Bucher hat hierher eingeladen, um seine Kochkünste in drei Gängen vorzuführen.

Orange Tipps zum Saucenbinden

Der Abend verläuft überraschend unpeinlich. Das liegt vor allem daran, dass Bucher schon in der Eröffnungsrede konsequent die Politik meidet und beim Kochen bleibt. "Warum tun Sie keine Mandeln dazu, wenn Sie Mandeln mögen? Die können Sie auch in ein Gulasch oder ein Ragout reintun", beschwört er die Gäste, ihren Gerichten ruhig eine persönliche Note zu geben. "Marzipan eignet sich gut zum Binden von Saucen! Probieren Sie das ruhig einmal!", empfiehlt er wenig später. Der Mann ist offenbar wirklich begeisterter Koch.

Dann steht Bucher mit seinem aufgekrempelten blauen Hemd und Schürze in der Küche und träufelt Mangos und Weintrauben aufs Lachsforellentatar, das winzig und einsam auf einem riesigen Teller liegt. Die Delikatesse bringt er dann manchen Gästen persönlich und stapft unprätentiös in einer Reihe mit den jungen Kellnern die Treppe hinauf. Einen Teller legt er dabei auf dem Unterarm ab, sodass er drei auf einmal schafft, Bucher, der einstige Tourismusschüler in Villach und Bad Ischl.

"Die Ente muss rasten"

Für den nächsten Gang lässt Bucher dann den mit Muskatnuss verfeinerten Kartoffelteig ins Fett gleiten und prüft mit der Zange immer wieder die farbliche Entwicklung der Knödel. "Goldbraun" sollen sie werden, steht im Kochbuch, deren Rezepte, wie er betont, alle von ihm selber entwickelt und gekocht wurden. Diesen Dienstag ließ Bucher für die große Tischgesellschaft freilich die Profis vorbereiten und vorkochen. "Die Ente wurde vorher abgebraten, die muss rasten", erläutert Bucher und lupft die Knödel aus der Pfanne.

Etwa 50 Leute speisen heute mit dem BZÖ, darunter so illustre Gäste wie Ex-Dancing-Star Marika Lichter, Ex-Chefredakteur Ronald Barazon und Angelika Mlinar, die Chefin der Ex-Parlamentspartei Liberales Forum. Aber auch wenn Society-Reporter heute keine fette Beute machen, bietet der Abend für Journalisten jedenfalls ein gefundenes Fressen.

Diese Woche wird Bucher den Kanzler treffen, er sagt, mit dem Ziel, Österreich vom Schuldenjoch zu retten. Es geht um die Schuldenbremse im Verfassungsrang. Das kleine BZÖ als Zünglein an der Waage, Bucher genießt das. Er sucht das Rampenlicht.

Gekocht wird "bürgerlich"

Die heutige Inszenierung gerät dennoch nicht zum Potpourri der Peinlichkeiten, weil Bucher einfach zu gerne kocht. Gelernt ist eben gelernt, noch heute führen die Eltern ein Hotel und Restaurant in Friesach. Und so steht Bucher auch nicht im Weg herum. Auch nicht, als einem Kellner eine Schüssel mit Bratensoße runter fällt, die dunkel auf dem Boden rollt, und der Profi-Küchenchef des Livingstone seinen Leuten Dampf macht, "Na, geht schon! Nächste machen! Weiter!" Da steht Bucher schon draußen und bugsiert auf jeden Teller ein paar Cranberries zur gebratenen Entenbrust.

Bloß einmal kann sich der kochende Klubchef den Politik-Bezug nicht verkneifen. "Ich befolge beim Kochen überhaupt keine Regeln, was ich auch oft in der Politik mache." Und dass sich Bucher als "bürgerlicher" Gourmet wähnt, ist auch kein Zufall, will der Ex-Blaue mit dem BZÖ doch vor allem vom Wählerkuchen der ÖVP naschen.

Bucher in der politischen Showküche

Dass die Küchenmitarbeiter, die miteinander in forschem Ton und auf Englisch reden, alle eine Schürze mit orangen Lettern ("Bucher's neue bürgerliche Küche") tragen müssen, scheint ihnen ziemlich egal zu sein. Das ist heute Abend eben "part oft the game". Der Mann, den dieser Ausspruch rund um Staatsbürgerschaften und Parteispenden vermutlich die Karriere kosten wird, hat auch Buchers politischer Laufbahn bekanntlich eine gehörige Delle versetzt: Uwe Scheuch. Nachdem dieser im Dezember 2009 das Kärntner BZÖ zurück zur FPÖ geführt und damit Bucher düpiert hatte, urteilte Scheuch über Bucher: "Er ist kein Frontmann, keine Kämpferfigur."

Seitdem versucht Bucher das Gegenteil zu beweisen. Mit allen Mitteln. Heute eben mit einem Kochlöffel. (Lukas Kapeller, derStandard.at, 23.11.2011)

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Nur mit einem starken BZÖ gibt es nach der nächsten Wahl endlich rot-grün-orange !!

Das BZÖ ist zigmal gescheiter als FPÖ und ÖVP zusammen.

Schade nur, daß es gegen die Wehrpflicht auftritt.

immerhin hat der seppl drei fleissige stricherlfans,
fast alle wähler vollständig angetreten?

und schon komisch welche leute gerne bürgerlich genannt werden wollen

besser ein strich in orange...

als eine taube am dach.

net woa?!

Also die Lichter

sieht mach auch überall, wo´s was zu essen gibt. :-)

naja

das sieht man an ihr --lol

Lieb

Dieser naive Ehrgeiz...

Bucher mag wohl ein guter Koch und netter Kerl sein, aber die österreichische Politik braucht ihn nicht.

...das weiß er und darum übt er.

(der kochlöffel sei seine zukunft)

Da muß man sogar den Inzersdorfer Dosenfraß

vom Raiffeisen-Konrad vorziehen. Und das ist ja schon so *ugh, speib* ich rede nicht von der Geschmacks- bzw. Lebensmittelqualität.

und

warum ? Der ist auch nicht gscherter als Spindlegger & co

(Nicht einmal gelesen, natürlich.)

Man sollte mit dem Gefraß am besten genau das tun, was der Tortenwerfer dem Kabas damals angediehen ließ. Es ist aber, da ein solches Verhalten leider strafrechtlich von Belang ist, besser, Sie werfen den Dreck auf den Boden und treten ein bisserl darauf herum.

"Es war nichts geplant, es gab kein Drehbuch, kein Konzept", sagt Bucher ein paar Minuten vorher. Bucher referiert nicht die Gründung des BZÖ von 2005, sondern spricht über sein neues Kochbuch.

Priceless, danke Herr Kapeller

Es sei ihm gegönnt, solange er noch was zu sagen hat!

Hoffentlich kocht er wirklich so gut!

Da wird er ja dann nach den nächsten Wahlen hoffentlich nicht dem AMS zur Last fallen.

... reichte es seinen jüngern und sprach

Nehmet und esset alle davon. Das ist mein Leib/Laib der für euch hingegeben wird.

ob der Pepsch

davon überleben könnt' wenn das Trinkgeld einen Teil seines Einkommens ausmachen würde ? ....

peinlich

ist das peinlich, so ein müdes entenfressen zu organisieren, was will der kellnerlehrling damit erreichen, daß die lichter bzö wählt? er weiss jedenfalls was ihm nach den nächsten wahlen wieder erwartet, arbeiten nämlich....weil mit der politik wird´s dann vorbei sein....bucher war schon immer ein kleinkarierter, angepasster opportunist, der im sog von haider zu ämtern gekommen ist, jetzt hat er noch ein paar entenfressen vor sich, dann ist er geschichte, eine sehr kleine fussnote in der öster. historie, mehr nicht....

selbst als koch

war er nur mittelmäßig, als politiker ist er ein blender wie der grasser und konsorten .......

Unfair

Nicht dass ich ihn wählen würde, aber besser als der Grasser ist er schon... sogar um einiges besser, find ich.

naja, nicht dasz die

Konkurrenz besser waere

Sollte vom BZÖ nicht irgendwer im Häfn sitzn?

Mut zum Provinziellem und der Begrenztheit.

Sättigungsbeilage

Wenn ich das höre, kommt mir das Kotzen.

Die Bezeichnung ist aber korrekt

und steht in vielen Kochbüchern.

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