Hunderte demonstrieren in Tel Aviv für Demokratie

22. November 2011, 20:16

Kritik an Gesetzesentwürfen der Regierung

Tel Aviv - Mehrere hundert linksorientierte Israelis haben am Dienstagabend in Tel Aviv für die Verteidigung der Demokratie in ihrem Land demonstriert. Sie protestierten gegen eine Reihe von Gesetzentwürfen im israelischen Parlament, die als anti-demokratisch empfunden werden. Israelische Medien berichteten von bis zu 2.000 Teilnehmern im Stadtzentrum, Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sprach dagegen von etwa 500 Menschen.

Am Montagabend hatte die Knesset in erster Lesung einen sehr umstrittenen Entwurf gebilligt, wonach die Strafe für Diffamierung in den Medien auf bis zu 300.000 Schekel (umgerechnet 60.000 Euro) erhöht wird. Eine solche Geldstrafe soll auch dann verhängt werden, wenn kein persönlicher Schaden nachgewiesen wurde. Wenn aber bewiesen werden kann, dass eine Person in den Medien böswillig diffamiert wurde, ohne dass eine Stellungnahme dieser Person eingeholt wurde, kann die Strafe sogar 1,5 Millionen Schekel (300.000 Euro) betragen. Dies soll nicht nur klassische Medien, sondern auch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie Blogs betreffen.

"Knebelgesetz"

Kritiker sprachen von einem "Knebelgesetz" und warnten, es gefährde die Meinungsfreiheit in Israel. Der Abgeordnete Meir Schitrit von der gemäßigten Kadima-Partei verteidigte seinen Gesetzesentwurf hingegen: "Ein Journalist muss vorsichtig sein, vor allem wenn es um die Menschenwürde geht."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (Likud) bemühte sich am Montag, die Sorgen zu zerstreuten. "Solange ich Regierungschef bin, wird Israel weiter eine starke Demokratie und eine beispielhafte Demokratie bleiben", sagte er nach Angaben der israelischen Zeitung "Jediot Achronot". Man wolle niemandem vorschreiben, was er zu denken oder zu schreiben habe.

Andere umstrittene Gesetzentwürfe betreffen die Wahl von Richtern für das Oberste Gericht in Jerusalem sowie die Finanzierung von linksorientierten Organisationen in Israel aus dem Ausland. (APA)

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fred bull
22
27.11.2011, 11:15

dieses gerede und geprotze von "starker" und "beispielhafter" demokratie ist integraler bestandteil von deren chauvinismus

rock a boogie beaten
 
31
28.11.2011, 17:54
auch wenn's stimmen sollte

wäre dieser hier sehr viel angenehmer als was da einige hier an Ösi-Chauvinismus posten.

Anhänger der direkten Demokratie
24
25.11.2011, 13:38
Israel als "Oligarchie"

Der Journalist Mike Rosenthal meint, dass Israel von 10 Familien regiert wird. Dieses Gesetz gibt ihm recht.

Film zu sehen beim Jüdischen Filfestival in Wien.

http://www.youtube.com/watch?v=pb4JYNx_nok

http://www.jfw.at/2010/?page_id=549

DSA
01
25.11.2011, 13:23
Die

demonstrieren gegen das Rabbiregime!

August Hoffmann
53
24.11.2011, 17:48

Israel ist eine Demokratie. Und die Demonstranten demonstrieren nicht "für Demokratie" sondern für deren "Verteidigung", da sie sie in Gefahr sehen.

Lieber Standard: Mit solchen Überschriften entsteht bei einigen Lesern schnell der falsche Eindruck.

Kpt.Blaubart
13
28.11.2011, 05:38
Beharren Sie ruhig noch darauf das Israel eine Demokratie ist

Vor allem wird es an lächerlichkeit nicht mehr überboten, wenn ein Regierungsmittel in Israel, von "Menschenwürde" spricht.

doublesix
10
29.11.2011, 22:55
immerhin

können die Menschen in Israel relativ gefahrlos auf die Straße gehen und demonstrieren - auch gegen ihre eigene Regierung.
Ach ja, und wählen dürfen sie auch in Israel.
Nicht sooo schlecht für ein Land, das Ihrer Meinung nach offenbar keine Demokratie ist.

F S 3
15
27.11.2011, 01:07
In Isreal ist der regimekritische Sender "Channel 10" aufgrund von konstruierten Zahlungsvorschreibungen praktisch…

…bereits abgedreht.

Die Lizenz wird von Netanyahu zurückgezogen, da nicht in seinem Sinne berichtetet wurde.

Cutting Edge
20
27.11.2011, 18:08

Wenn der Sender Geld veruntreut sowie sämtliche Spendengelder aus dem Fenster wirft, braucht man sich darüber nicht verwundern.

Ich habe kein Mitleid, weil Channel 10 von geldgierigen Menschen und schlechten Journalisten beherrscht wurde (alle regierungskritische Vorwürfe und Untersuchungen mussten aufgrund fehlender oder falscher Beweise zurückgezogen und entschuldigt werden).

Da Sie jedoch den demokratischen Staat Israel mit dem gängigen Mode-Wort "Regime" bezeichnen, lässt dies darauf schließen, dass Ihnen die journalistische Qualität egal ist, solange der Staat Israel diffamiert wird!

F S 3
16
29.11.2011, 22:04
Die Sache mit dem "Channel 10" verhält sich leider ein wenig anders, als sie glauben mögen…

…Raviv Drucker veröffentlichte eine peinliche Auflistung von Bibis Verstößen auf seinen Auslandsreisen gegen die Knesset-Gesetze im "Bibitours Scandal".

Wie üblich, hat Nethanyahu Geld und Zuwendungen angenommen, die ihm lt.Knesset-Codex eigentlich untersagt wären.

Channel 10 wurde nun vor die Alternative gestellt entweder Drucker zu feuern und dann "alle seine Lizenz-Schulden erlassen zu bekommen", od.an ihm "ein Exempel statuiert zu bekommen", das der gesamten isrealen Medialandschaft "eine Lehre sein würde".

"Presse Freiheit" in Isreal? Dös is net real!



PS: Als "Regime" bezeichnet man ALLE gängigen Regierungsformen. Und so gesehen ist es eigentlich ein Kompliment, diese derzeitigen … in TelAviv überhaupt als "Regime" zu bezeichnen

emp26
25
23.11.2011, 14:38

und die demonstrierenden sollten auch ihren zionistischen militärisch-industriellen komplex im auge behalten..

Israel launches new missile that can reach New York and Tokyo

http://english.pravda.ru/news/worl... jericho-0/

Horst Holzinger
418
23.11.2011, 09:00
Die Demonstranten sind Sinnbild für das anständige Israel,

seit vielen Jahren in der Opposition und eine nicht-radikale Minderheit.

NONE
311
23.11.2011, 09:16

Darin liegt das Problem.

Es ist eine Minderheit.

sanginius
21
23.11.2011, 11:12

Minderheit in der Regierung ja, aber in Bevölkerung bin ich mir nicht sicher...

Andreas Anders
51
23.11.2011, 10:13
JA, MINDERHEIT

genauso wie hier in Österreich.

st82
39
23.11.2011, 12:33

österreich baut ja auch keine häuser in slovenien

Wrdl Wrldbrmpfd
21
25.11.2011, 12:52

Nein, aber im östlichen Burgenland, so wie die Italiener in Südtirol.

Wrdl Wrldbrmpfd
10
25.11.2011, 12:52

Nein, aber im östlichen Burgenland, so wie die Italiener in Südtirol.

Wrdl Wrldbrmpfd
10
25.11.2011, 12:52

Nein, aber im östlichen Burgenland, so wie die Italiener in Südtirol.

Wrdl Wrldbrmpfd
10
25.11.2011, 12:52

Nein, aber im östlichen Burgenland, so wie die Italiener in Südtirol.

August Hoffmann
11
24.11.2011, 17:45

Slovenien ist auch ein Staat.

Lünz
21
26.11.2011, 21:18

Ist auch völlig egal, ob Palästina ein Staat ist. Es ist NICHT Isrealisches Staatsgebiet, also haben israelische Siedlungen dort NICHTS verloren.

August Hoffmann
11
28.11.2011, 13:03
"also haben israelische Siedlungen dort NICHTS verloren"

Wer bestimmt, wer auf NIEMANDSLAND siedeln darf und wer nicht?

Dani B.
51
23.11.2011, 14:28

o doch - und zwar im besetzten nordslowenien. und auch im besetzten westungarn. skandal! sanktionen! boykott!

Cutting Edge
02
27.11.2011, 18:18

Südkärnten und Burgenland sind nicht besetzt!

Außerdem weiß ich soweit, dass zumindest die Kärntner Slowenen 1918 einer Volksabstimmung unterzogen wurden, zu wem sie gehören wollten. Dafür wurde ihnen die absolute (auch sprachliche, siehe Ortstafelproblem) Gleichberechtigung versprochen.

Palästina hatte auch eine Abstimmung, und die arabische Bevölkerung nahm daran nicht teil, weil sie lieber die jüdische Minderheit auslöschen wollte, damit sie das ganze Land haben konnten. Die palästinensischen Araber verloren den Bürgerkrieg und wurden später von Jordanien und Ägypten besetzt.

Erst nach weiteren Angriffskriegen seitens der arabischen Staaten fielen die Gebiete der staatenlosen palästinensischen Araber an Israel.

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